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Beschwerlicher Weg aus dem konjunkturellen Corona-Tal

LÜNRBURG. Die Unternehmen im Wirtschaftsraum Nordostniedersachsen kämpfen sich weiterhin nur mühsam aus dem Corona-Tal heraus. Das zeigt der Konjunkturbericht für den Wirtschaftsraum Nordostniedersachsen der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) für das erste Quartal 2021. Zwar legte der Konjunkturklimaindikator seit Jahresbeginn um elf Punkte zu und erreicht jetzt 93 Punkte. Doch damit liegt der aktuelle Wert immer noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 106 Punkten im vierten Quartal 2019.

„Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage verdeutlichen, wie schwer die regionale Wirtschaft nun schon seit mehr als einem Jahr mit den Pandemiefolgen zu kämpfen hat“, sagt IHKLW-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Die dritte Pandemiewelle, die für zahlreiche Branchen anhaltend geltenden Betätigungsverbote und der mangelnde Impffortschritt sorgen dafür, dass der konjunkturelle Erholungsprozess nur sehr langsam voranschreitet, so Zeinert: „Die regionale Wirtschaft braucht dringend eine Perspektive. Umso wertvoller wäre jetzt die Möglichkeit, Modellprojekte wie in Lüneburg zu realisieren, damit wir Erfahrungen für einen anderen Umgang mit der Pandemie sammeln können.“ Die dabei gewonnenen Erkenntnisse könnten laut Zeinert zur Grundlage für dringend notwendige Öffnungsperspektiven für alle Branchen werden.

Zwar haben sich in den ersten Monaten des Jahres 2021 die Rückmeldungen der Unternehmen zu ihrer Geschäftslage im Vergleich zum Vorquartal leicht verbessert, branchenübergreifend bleibt aber die Sorge vor einem langwierigen Pandemieverlauf mit all seinen wirtschaftlichen Begleiterscheinungen. So ist etwa die Furcht vor Forderungsausfällen infolge zunehmender Insolvenzrisiken weit verbreitet.

Aktuell bezeichnet jeder vierte befragte Betrieb seine Geschäftslage als gut. Knapp die Hälfte sieht sie zumindest als befriedigend an. 27 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Situation hingegen als schlecht.

Zum Besseren gewendet haben sich die Geschäfte vor allem für die Industrie, die von den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zumeist nicht grundlegend betroffen ist und Impulse aus dem Export erhält. Zwei Drittel der Industriebetriebe berichten von höheren oder zumindest gleichbleibenden Auftragseingängen. Auch im Hinblick auf das zukünftige Exportgeschäft gehen zwei Drittel der Industriebetriebe von besseren oder zumindest gleichbleibenden Geschäften aus.

Weniger zufrieden sind dagegen die Dienstleistungsbetriebe. Und nach wie vor besorgniserregend ist die Lage für weite Teile des Einzelhandels, der durch den anhaltenden Lockdown seinen Geschäften nun auch im Frühjahr nur eingeschränkt nachgehen kann. Auch mit Blick auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten herrscht insbesondere im Einzelhandel tiefgreifender Pessimismus. Von den befragten Einzelhändlern rechnen 41 Prozent damit, dass sich ihre zukünftige Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten weiter bergab entwickeln wird – und bereits aktuell bezeichnet die Hälfte der befragten Branchenvertreter die Geschäftslage als schlecht.

„Klar ist: Die Unternehmen brauchen Unterstützung – und zwar nicht nur kurzfristig durch Förderprogramme, sondern auch langfristig durch zukunftsfähige Standortbedingungen. Dazu gehören eine bessere Erreichbarkeit durch die Realisierung zentraler Verkehrsinfrastrukturprojekte, flächendeckende Gigabitanbindungen, ein Stopp der immer weiter steigenden Gewerbesteuern und ein spürbarer Bürokratieabbau“, fordert Zeinert. „Für uns als IHKLW ist es nicht nachvollziehbar, warum Unternehmen in dieser Zeit der Krise mit zusätzlichen Melde- und Berichtspflichten, wie beispielsweise durch das geplante Lieferkettengesetz, belastet werden.“

Für die Konjunkturumfrage Nordostniedersachsen haben im März und April 215 Betriebe aus den Landkreisen Harburg, Heidekreis, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Celle ihre aktuelle und künftige Wirtschaftslage eingeschätzt. Zusätzlich bieten die IHKLW und die IHK Braunschweig einen Konjunkturbericht für den Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg an. Beide Berichte mit weiteren Daten, Grafiken und Erläuterungen sind zu finden unter www.ihk-lueneburg.de/konjunktur.

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