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Ukraine-Krieg: Energiepreise und Lieferprobleme belasten das Handwerk – Hohe Bereitschaft zur Ausbildung und Beschäftigung von Geflüchteten

NIEDERSACHSEN. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat auch erhebliche Auswirkungen auf das regionale Handwerk. „Zwar gibt es nur im Einzelfall direkte Geschäftsbeziehungen in die Ukraine oder nach Russland. Energiepreissteigerungen und Lieferprobleme bei Rohstoffen und Material treffen viele unserer Betriebe jedoch mit voller Wucht“, sagt Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Er bezieht sich dabei auf Ergebnisse einer Umfrage, an der sich 314 Mitgliedsbetriebe der Kammer beteiligt haben.

Danach sehen sich 89 Prozent der befragten Handwerksbetriebe durch die infolge des Krieges nochmals deutlich gestiegenen Energiepreise belastet. An zweiter Stelle werden Preissteigerungen bei Rohstoffen, Material und Produkten genannt, davon sind 81 Prozent betroffen. Zwei Drittel der Handwerksbetriebe (67 Prozent) melden zudem Lieferengpässe beim Bezug solcher Vorleistungen. Auswirkungen hat der Krieg auch auf die Absatzmärkte des Handwerks. 40 Prozent spüren oder befürchten eine Kaufzurückhaltung bei Verbrauchern, da Unsicherheiten zunehmen und die Energie- und Lebenshaltungskosten weiter steigen.13 Prozent melden Auftragsstornierungen von Kunden und Unternehmen, die selbst von den Auswirkungen des Krieges und der Wirtschaftssanktionen betroffen sind. Einzelne Handwerksbetriebe stellen aber auch eine höhere Nachfrage nach Erneuerbaren Energien fest.

Von der Politik erwarten die befragten Handwerksbetriebe vor allem eine deutliche Senkung der Energiesteuern. Drei Viertel der Betriebe (73 Prozent) sprechen sich dafür aus. „Die im Entlastungspaket angekündigten temporären Entlastungen bei der Spritsteuer reichen nicht aus. Auch bei Gas und Strom müssen die Energiesteuern auf die europäischen Mindestsätze gesenkt werden“, konkretisiert Bade die Forderung nach Entlastungen. Jeweils rund 70 Prozent der Betriebe erwarten zudem, dass Deutschland seine Importabhängigkeit bei der Energieversorgung schnell verringert und der Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigt wird. Für einen Ausbau der Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen sprechen sich 58 Prozent aus.

Erfreut zeigt sich der Kammerpräsident über die hohe Bereitschaft im Handwerk, Geflüchtete aus der Ukraine auszubilden oder zu beschäftigen. Mehr als die Hälfte der befragten Handwerksbetriebe (54 Prozent) ist bereits jetzt grundsätzlich dazu bereit. 25 Prozent haben sich noch kein abschließendes Urteil gebildet, 21 Prozent haben keinen Personalbedarf oder bilden nicht aus. „Das Handwerk hat schon in früheren Flüchtlingskrisen gezeigt, dass es Menschen aus anderen Ländern gut in den Betrieben integrieren kann“, sagt Bade.

PR
Foto: Handwerkskammer

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