Samstag, 12. September 2026

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„An den Hänigser Kalirückstandshalden – und der Halde in Wathlingen – müssen Boden und Grundwasser endlich geschützt werden!“

Die Niederschläge der letzten Wochen haben es ans Tageslicht gespült – Salze aus Produktions- und Teufhalde in Hänigsen. Das Salz, das dem Betrachter üblicherweise verborgen bleibt, findet sich jetzt in den Straßengräben rund um die beiden Salzrückstandshalden in Hänigsen-Riedel. Das hat die BI Umwelt Uetze festgestellt.

In den letzten Tagen hat die Bürgerinitiative Umwelt Uetze an den Gräben Chloridgehalte von bis zu 12.000 mg/l Wasser gemessen, 48mal mehr als erlaubt! Zulässig sind nach Trinkwasserverordnung nur 250 mg/l. Da das Wasser in fast allen Gräben steht, sickert es in den Boden und gelangt letztlich ins Grundwasser. Dort hat K+S ebenfalls hohe Werte von bis zu 5.800 mg/l Chlorid gemessen!

Diesen alarmierenden Werten zum Trotz sieht die Aufsichtsbehörde – das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) – keine Veranlassung, gegen die seit Jahren andauernde unzulässige Versalzung von Boden und Grundwasser einzuschreiten. Schlimmer noch, die Uetzer Kommunalpolitik ignoriere das Problem auf ihrem Gemeindegebiet unverständlicherweise und schweige dazu. Gleichzeitig werde aber ein sogenanntes „Wassermanagementkonzept“ aufgestellt, das eine Antwort auf die mit dem Klimawandel einhergehende Wasserknappheit geben soll.

Es sei durchaus sinnvoll, wenn sich die Politik um Rückhaltung von Oberflächenwasser für Landwirtschaft und Natur sorge. Mindestens genauso wichtig sei es aber, alles zu unternehmen, um unser wertvolles Grundwasser vor der Verschmutzung mit Schadstoffen zu schützen. Versalztes Grundwasser mache alle Pläne zunichte. Landwirten werde bereits empfohlen, in der Nähe der Wathlinger Kalirückstandshalde, Grundwasser zur Feldberegnung nicht aus einer Tiefe von unter 10 Metern und auch nicht über eine längere Dauer zu fördern.

In der Mediation in Wathlingen, die bis Ende letzten Jahres lief, habe die Gemeinde Uetze richtigerweise die Beseitigung der beiden Rückstandshalden in Hänigsen-Riedel gefordert. „Jetzt müssen aber auch Taten folgen!“, so die BI.

Dabei stehen die Hänigser Salzhalden exemplarisch für alle solche Rückstandshalden. Ihnen sei gemeinsam, dass sie für Niederschlagswässer durchlässig seien und über keine Basisabdichtung verfügen. In feuchten Lagen, wie Hänigsen und Wathlingen würden die Halden so auch noch von unten aufgelöst.

Abdeckungen, wie die in Wathlingen mit belastetem Boden und Bauschutt geplante, funktionierten nicht. Das traurige Ergebnis einer Abdeckung mit bloßem Sand, wie in Hänigsen, sei auf dem Foto zu sehen.

„Politik, LBEG und untere Wasserbehörden sind aufgerufen, sich endlich um die unzulässige Wasserverschmutzung zu kümmern und von dem Verursacher K+S die Beseitigung der Kalirückstandshalden in Hänigsen und Wathlingen sowie ihren Versatz in das noch offene Bergwerk Niedersachsen-Riedel zu fordern!“ so die BI abschließend.

PR