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ADAC Mobilitätsindex: Etwas besser als der Bundesdurchschnitt – aber: Nachhaltige Mobilität auch in Niedersachsen noch Wunschdenken

Das verringerte Staugeschehen als Auswirkung der Corona-Einschränkungen täuscht hohe Zuverlässigkeit vor. Der ÖPNV hat weiterhin hohen Ausbaubedarf. Der Weg zur wirklich nachhaltigen Mobilität ist immer noch weit. Im zweiten ADAC Mobilitätsindex zeigt Niedersachsen zwar leichte Verbesserungen und liegt insgesamt etwas über dem Bundesdurchschnitt, vor allem die schlechten Werte bei der Bezahlbarkeit von Mobilität kompensieren jedoch die positive Entwicklung in anderen Bereichen, wie bei der Verfügbarkeit und Klima/Umwelt.

Hinzu kommt, dass diese positiven Werte auf die vorübergehend geringere Verkehrsnachfrage durch die Corona-Pandemie zurückzuführen sind und nicht auf strukturelle Verbesserungen. Insbesondere mit dem Deutschlandticket soll nun das Thema Bezahlbarkeit der Mobilität angegangen werden, was jedoch einen konsequenten Ausbau des ÖPNV einhergehen muss, so der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.

Seit dem vergangenen Jahr zeigt der ADAC zeigt in Zusammenarbeit mit dem Analyse- und Beratungsunternehmen Prognos die Entwicklung nachhaltiger Mobilität in fünf Bewertungsdimensionen auf – vom Basisjahr 2015 zunächst bis 2021, denn nur bis dahin war eine statistische Auswertung möglich. Die Fortschreibung erfolgt jährlich. Damit gibt es erstmals eine wissenschaftlich basierte Bewertungsgrundlage, die die Nachhaltigkeit umfassend darstellt und ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt.

Im ländlich geprägten Niedersachsen ist der eigene Pkw nach wie vor für viele Menschen die Mobilitätsgarantie. Umso wichtiger, dass Alternativen geschaffen werden. Die Förderung des Angebots im Öffentlichen Personennahverkehr ist jedoch in den letzten Jahren stagniert. Erfreulich hingegen sind die Investitionen in die Radinfrastruktur. Das Flächenland Niedersachsen hat sich als Ziel gesetzt, sich zukünftig als Fahrradland zu etablieren. Schon heute gibt es hier das längste Radwegenetz in Deutschland und der Ausbau im Vergleich zum Basisjahr 2015 ist bundesweit am höchsten. Car-Sharing spielt dagegen weiterhin lediglich in städtischen Gebieten eine Rolle. So ergibt sich insgesamt die positive Entwicklung des Teilindex Verfügbarkeit von 100 auf 105. Vor dem Hintergrund aktueller Schwierigkeiten in Lieferketten und dem Fachkräftemangel wird die Verfügbarkeit von Mobilität hinsichtlich der aktuellen Herausforderungen jedoch in den nächsten Jahren Einbußen verzeichnen. Dies gilt mit Blick auf die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auch für die Bezahlbarkeit von Mobilität.

Beim Faktor Klima und Umwelt gibt es ebenfalls Fortschritte, was jedoch zum großen Teil an der geringeren Fahrleistung und damit weniger Emissionen währen der Pandemie liegt. Darüber hinaus wird die Fahrzeug-Flotte sauberer, was die Luftschadstoffe zusätzlich reduziert, außerdem gibt es weniger Verkehrslärm. Insgesamt sind jedoch noch stärkere Anstrengungen nötig, um die Klimaziele zu erreichen, denn schon 2021 zeichnete sich mit dem Rückgang der Corona-Beschränkungen ein Wiederanstieg von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen ab. Ein wichtiger Baustein für den Faktor Klima und Umwelt ist die Antriebswende. Die Dichte an Elektrofahrzeugen und die Ladeinfrastruktur liegen hierzulande im Bundesschnitt. Der ländliche Raum sollte in Niedersachsen jedoch stärker in den Fokus genommen werden.

Verbesserungen gibt es beim Faktor Verkehrssicherheit. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist seit 2015 stark gesunken, was aber auch mit den Folgen der Corona-Pandemie zusammenhängt, da in dieser Zeit weniger Verkehr zu verzeichnen war. Nichtsdestotrotz ist Niedersachsen, gemessen an Verkehrstoten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl immer noch das drittgefährlichste Land. Sicherer werden muss das Fahren auf Landstraßen, von denen es in Niedersachsen sehr viele gibt und die statistisch am gefährlichsten sind. Die Landesregierung sollte Sicherheitskampagnen zur Sensibilisierung von Gefahren wie Ablenkung, Geschwindigkeit oder Wildwechsel konsequent unterstützen.

Der ADAC Mobilitätsindex

Der Mobilitätsindex bildet die Dimensionen Verkehrssicherheit, Umwelt und Klima, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit sowie Bezahlbarkeit ab. Da sich die Entwicklung regional teilweise erheblich unterscheidet, wurden zusätzlich zu den Bundeswerten Indizes für die 16 Bundesländer gebildet und in Steckbriefen dargestellt.

Ein Großteil der Daten wird aus öffentlich zugänglichen Statistiken gewonnen. Quellen sind unter anderem das Statistische Bundesamt, das Kraftfahrt-Bundesamt und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. 2021 ist der Datenstand für die Erstveröffentlichung des ADAC Mobilitätsindexes.

Die ausführlichen Ergebnisse des Mobilitätsindex sind unter www.adac.de zu finden.

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Foto: slightly_different / Pixabay

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