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Handwerk fordert: „Klare politische Konzentration auf die eigentlichen wirtschaftlichen Herausforderungen“

„Wir erleben aktuell eine starke Verunsicherung im Handwerk!“ betont Mike Schneider, Präsident des Niedersächsischen Handwerkstages (NHT), im Rahmen der Pressekonferenz zum politischen Aschermittwoch, am 14. Februar in Hannover. „Die Politik muss jetzt handeln!“ Vor dem Hintergrund der bewegten politischen Lage und der anhaltenden Herausforderungen sei die Resonanz auf die Umfrage zum Jahresauftakt mit über 1.500 antwortenden Betrieben hoch. „Das zeigt, die politischen Fragen treiben das Handwerk sehr um!“

v.l.: Dr. Hildegard Sander (LHN-Hauptgeschäftsführerin), Mike Schneider (NHT-Präsident) und Sandra Schubert (UHN-Geschäftsführerin)

Wirtschaftliche Lage im Handwerk

Schneider bewertet die wirtschaftliche Gesamtlage im Handwerk zum Jahresstart als insgesamt noch robust. Von knapp 80 Prozent seien die aktuellen Geschäfte noch als „gut“ oder „befriedigend“ bezeichnet worden, mit 20 Prozent habe sich allerdings der Anteil der unzufriedenen Rückmeldungen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Große Sorgen bereite die pessimistische Stimmung für die nächsten Monate, vor allem im Baugewerbe, welches durch die Wohnungsbaukrise unter einem hohen Druck stehe. 44 Prozentder Befragten rechneten mit einer deutlich schlechteren Geschäftsentwicklung im nächsten Halbjahr. „Seit Beginn dieser Blitzbefragungen im Jahr 2015 hat es eine so negative Erwartungshaltung zu einem Jahresstart nicht gegeben – selbst zu Coronazeiten nicht,“ erläutert Schneider.

Erwartungen an die Politik

Während gut zwei Drittel der Handwerksbetriebe sich in der Umfrage richtig „unzufrieden“ mit der aktuellen Bundespolitik zeigten, schneide mit einem Anteil von 25 Prozent die Landesregierung spürbar besser ab. Allerdings seien sich die Betriebe sehr einig: Verzicht auf Streit, mehr zielführende gemeinsame Entscheidungen und eine Konzentration auf die wirklich wichtigen Rahmenbedingungen – ohne ein ständiges Klein-Klein – würden helfen. Die frühe Einbindung von Fachexpertise, mehr Verlässlichkeit und Planungssicherheit bei weniger Bürokratie und mehr Geschwindigkeit, seien die wichtigsten Zutaten für eine gute Politik. Speziell von der niedersächsischen Landesregierung erwarte das Handwerk eine bessere Bildungspolitik – beginnend mit Lesen, Schreiben und Rechnen –, die Stärkung der beruflichen Bildung und die stärkere Berücksichtigung der ländlichen Räume, insbesondere mit Blick auf die Infrastruktur.

Laut der Blitzumfrage des NHT seien für das niedersächsische Handwerk insgesamt die Bürokratie gefolgt von Energiekosten, Fachkräftegewinnung und die Belastung durch Steuer- sowie Sozialabgaben aktuell die größten Herausforderungen. Dass es beispielsweise in Sachen Bürokratie auch anders gehen könnte, zeige die geplante Vereinfachung der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) als positives Beispiel für einen effizienten Bürokratieabbau. Das politische Motto: „Ermöglichen statt ständig kleinteilig beschränken“ könne – so Schneider – dieses Land erheblich voranbringen.

Sonderschwerpunkt Europa 

Vor dem Hintergrund der anstehenden Europawahlen habe der NHT die Betriebe gefragt, was sie am stärksten mit Europa verbinden. Die Umfrage zeige sehr deutlich:

  • mit mehr als 66 Prozent verbinde die deutliche Mehrheit der Betriebe mit Europa Frieden und Freiheit
  • von 45 Prozent werde besonders die gemeinsame Währung geschätzt und
  • jeder dritte Betriebe sieht seinen eigenen Wohlstand auch durch das gemeinsame Europa begründet.

Das freue ihn als Europäer, betont Schneider. Allerdings setzten zwei Drittel der Betriebe „Brüssel“ auch gleich mit Bürokratie. Der Handlungsbedarf sei damit nur zu deutlich, mahnt der Spitzenvertreter des niedersächsischen Handwerks auch mit Blick auf die anstehenden Europawahlen. Von fast 65 Prozent der Betriebe sei den Europawahlen 2024 eine hohe oder mittlere Bedeutung beigemessen worden. Die übrigen 35 Prozent stuften die Europawahlen als „unwichtig“ ein. Auf die Frage warum, kristallisierten sich drei maßgebliche Gründe heraus: Europa sei sehr weit weg und habe wenig Einfluss auf das eigene Betriebsgeschehen. Zudem gebe es auf der europäischen Ebene zu wenig Problembewusstsein für die Lage kleiner und mittlerer Betriebe. Schließlich habe die eigene Wahlbeteiligung auf europäischer Ebene wenig Einfluss.  

Schneider schloss die Pressekonferenz einerseits mit dem Appell an die niedersächsischen Europaabgeordneten ihre politischen Ansätze stärker auf praktische Umsetzbarkeit zu prüfen. Mit dem Grundsatz „Think small first“ sollten sie ihr Engagement verstärkt auch auf die kleinen Betriebe richten. Andererseits rief NHT-Präsident Schneider die Handwerksbetriebe dazu auf unbedingt ihr Stimmrecht bei den Europawahlen zu nutzen.

PR
Foto: NHT

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