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Grüne: Halbzeit – Stand der Dinge im Hehlentor vom 24.02.2024

Der erste Antrag des aktuellen Ortsrat Hehlentor war ein Prüfauftrag an die Stadtverwaltung für eine Fahrradzone. Er wurde mit nur einer Gegenstimme der AfD am 1. März 2022 beschlossen. Am kommenden Freitag, dem „Klimaaktionstag-Mobilität“, feiert dieser Beschluss bereits seinen zweiten Geburtstag. Andreas Lechner will seine Hoffnung auf sichere Mobilität aller Menschen im Hehlentor nicht aufgeben: „Vielleicht bereitet uns die Ortsratssitzung am Vorabend des Geburtstags das wertvollste Geschenk: Die SuperCelle Hehlentor.“

Tatsächlich sind die Vorzeichen eher komplett umgekehrt. Ein FDP-Antrag will eine gleichberechtigtere Nutzung des öffentlichen Raumes am liebsten wieder umkehren. Es werde behauptet, alles ginge zu Lasten der Autos. „Es ist vielmehr so, dass nirgends auf der Wittinger Straße das Tempo reduziert wurde. Im weiteren Verlauf der Straße ist FDP, AfD und CDU das kostenfreie Parken wichtiger als Sicherheit oder Verkehrsfluss. Aktuell provoziert das Smiley-Messgerät des Ortsrats sogar potentielles Fehlverhalten“, weiß Lechner zu berichten. „Wenn ich aktuell mit dem Auto die Wittinger stadtauswärts auf die Dörnbergstraße zufahre, spricht das Gerät gar nicht an. Zuerst dachte ich, die Batterie ist leer. Aber weit gefehlt: Das Gerät wurde so programmiert, dass Autos mit 30 bis 40 km/h kein „Danke“ angezeigt bekommen. Nur wer mit mindestens 40 bis 50 km/h auf die Kreuzung zurast wird gelobt!“ Es stelle sich die Frage, ob eine derartige Nutzung des Geräts wirklich dringlicher ist, als das Kontrollieren von Tempo30 zum Beispiel an der Kita Tortenstück. „Mich sprechen vor der Kita regelmäßig Menschen an, die sich beschweren, dass nun ausgerechnet vor der gefährlichen abknickenden Vorfahrtstraße Wittinger/Dörnbergstraße das Tempo30 aufgehoben wird“, berichtet Lechner von seinen ehrenamtlichen Einsätzen als Celles lebendiger Leitpfosten.

Auch die Polizei habe 2022 bereits in der AG Fahr Rad eine einfachere Zonenregulierung mit deutlich weniger Beschilderung unterstützt. Befahre man eine Zone, nehme man einmal die Regeln wahr und könne sie einfach beherzigen. So gebe es keine Notwendigkeit für einen kleinen Zwischenspurt im Auto von Fahrradstraße bis zur Kita. Überall gelte Tempo30, für alle gleich, an jedem Tag und zu jeder Uhrzeit.

Auf der ersten bundesweiten Superblock-Konferenz in Darmstadt habe Lechner bereits Expertenwissen anzapfen können. Kürzlich wurden die „Empfehlungen für Superblocks – ESu 2023“ sogar an Celles Fraktionsvorsitzenden gereicht. „Eigentlich kann es jetzt losgehen. Ganz Deutschland wartet auf eine Mittelstadt im ländlich geprägten Raum als Vorzeigeprojekt! Wir können das wahre Potential für „Unser Aller Mobilität“ aufzeigen. Denn bei uns sind alle täglichen Wege 15 Minuten lang. Wir ersparen uns einen Stadtumbau und schlagen direkt gemeinsam neue Wege ein. Lasst uns mit Bewohnerinnen und Bewohnern neue Ideen entwickeln für mehr Lebensqualität. Wir könnten unsere Wohn- und Schulbezirke aufwerten. Das geht ganz ohne Fahrverbote für Autos. Jede/r kommt weiterhin zum eigenen Grundstück oder zur Bäckerei.“ Um dieses Anliegen für die problematischen Schulwege auszuweiten, hat Johanna Thomsen jüngst einen Prüfauftrag für Schulstraßen an die Verwaltung angestoßen: „Wir müssen die schwächsten Verkehrsteilnehmenden besser schützen, damit sie sich sicher fühlen. Auch Eltern muss die Sorge um die Sicherheit der Kleinen genommen werden, wenn sie mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Ähnliche Fürsorge für Ältere muss unsere Infrastrukturplanung sorgsam berücksichtigen. Zusätzlich das besondere Sicherheitsbedürfnis von Frauen auf öffentlichen Wegen.  Was in Zeiten von Klimawandel und Überflutungen keinen Sinn macht, das sind Forderungen wie sie seitens der FDP in Celle gestellt werden. Fahrräder sollen jetzt von der Wittinger Straße an die Dammaschwiesen verbannt werden. Es soll sogar Licht geben, damit die Fahrräder nicht weiter Autos auf der Wittinger Straße behindern.  Dabei stellt der Fahrradaktionsplan (FAP) der Stadt Celle unmissverständlich klar: Freizeitwege sind kein Bestandteil des Alltagsradnetzes.“ Das macht auch sehr viel Sinn, wenn man einen Blick auf Lastenradhersteller wie Ono, Mubea oder Vowag wirft. Man stelle sich die Frage, wie Lieferlastenräder mit 25 km/h in beide Richtungen rasend sowohl Schulkindern als auch Hundefreund*innen an den Dammaschwiesen sicher und attraktiv begegnen sollen.“

Im FAP haben deshalb Experten spezifiziert, dass die Wittinger Straße eine sogenannte Basisroute in Celle wird. Basisrouten dienen der flächigen Anbindung der Bevölkerung an die 9 Hauptrouten. Der FAP spezifiziert für Basisrouten, dass sie bei Zweirichtungsverkehr mindestens 3 m breit und asphaltiert sein müssen. Zu Fuß gehende Menschen werden getrennt vom Radverkehr geführt auf 2 m breiten Wegen in mindestens 0,5 m Abstand zum Radweg. „Eine 5,5m breite Straße mitten durch ein Schutzgebiet auf einer Überflutungsfläche ist mehr als abwegig“, resümiert Lechner. „Ich kann mir nur vorstellen, dass bei der FDP eine eher romantische Vorstellung vom Radverkehr in Celle besteht. Selbstverständlich fahre auch ich gerne gemächlich auf Freizeitwegen in Allernähe am Wochenende mit meinem Sonntagsrad zur Eisdiele. Die ganz große Mehrheit unserer täglichen Wege sieht aber leider völlig anders aus. Eilt meine Frau im schicken Kostüm auf ihrem Klapprad zum Bahnhof, um auch bei schlechtem Wetter oder Dunkelheit den Zug zu erwischen, hat sie jedenfalls andere Bedürfnisse. Es muss sicher, einfach, schnell und bequem sein mit dem Rad zu fahren. Und zwar für Jung und Alt, unabhängig vom Geschlecht – so wie wir es gemäß FAP gemeinsam beschlossen haben.“

Zu den weiteren Anträgen der FDP hat Johanna Thomsen eine Anmerkung: „Eigentlich feiern wir sogar einen Doppelgeburtstag in der Sitzung: Denn am 2.3. wird der einstimme Ortsratsbeschluss zu den Dammaschwiesen namens „UnserAllerRaum“ ein Jahr alt. Auch hier sind wir gespannt, wie nach Radzählwerk und Spieleschrank die Partizipation der Bevölkerung umgesetzt wird. Leider wurde unsere Anfrage dazu auf der letzten Ortsratssitzung am 1.11.2023 zurückgewiesen. Wir sind gespannt, ob hier gleiche Maßstäbe für alle Parteien angesetzt werden.“ Lechner ergänzt: „Wir setzen ggf. alles in Bewegung, damit Menschen bereits am Klimaaktionstag-Mobilität am 1.3., nur einen Tag nach der Sitzung, sich an der Stechbahn zu „UnserAllerRaum“ einbringen können. Es können Wünsche eingebracht werden rund um Spielgeräte oder beleuchtete Wege. Und andere Menschen haben bestimmt noch viel bessere Ideen wie wir „UnserAllerRaum“ gemeinsam nutzen und miteinander teilen wollen.“

„Die Qualität des Orts muss wichtiger genommen werden  als der Drang, schnell durchzufahren“1, so das Credo der Grünen.

PR

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