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AKH-Vorstand – „Wir schaffen uns unsere eigene grüne Wiese durch Abriss“

Die Alte Exerzierhalle war für eine Ortsratssitzung erstaunlich gut gefüllt, der Tagesordnungspunkt Allgemeines Krankenhaus Celle (AKH) zog. Franz Caesar, einer der beiden Vorstände der AKH-Gruppe war vom Ortsrat Hehlentor eingeladen worden, um zu referieren über die Neubaupläne. Manchen Zuhörer, der sich noch an die Neueröffnung im Jahr 2016 nach einer umfangreichen Sanierung erinnerte, mag die Aussage zum Auftakt erstaunt haben: „Wir schaffen uns unsere eigene grüne Wiese durch Abriss“, sagte Caesar. Eine echte grüne Wiese wäre für ihn die erste Wahl gewesen, doch diese Option sei vom Tisch. „Die aktuellen Pläne sind ein Kompromiss zwischen altem Standort und Bauen auf der grünen Wiese.“

Dieses bedeutet jedoch nicht, dass das Hauptgebäude abgerissen wird. Die Häuser links und rechts davon, Verwaltung und Kinderklinik, werden zurückgebaut ebenso wie die Parkpalette und Tiefgarage am Torplatz und weitere Häuser. Doch zunächst ist das Schattauer an der Reihe, das einem Parkhaus mit rund 380 Stellplätzen weichen muss. „Ein Parkhaus ist die Voraussetzung für den Beginn des Krankenausneubaus“, referierte das Vorstandsmitglied. Der Startschuss fällt Ende des Jahres, ein Bauantrag wurde noch nicht bei der Stadt gestellt, es gebe jedoch bereits einen positiven Bauvorbescheid. Betroffen von den Neugestaltungsplänen sind die Häuser Nr. 20, 22 und 24 in der Lüneburger Straße, das Haus Nr. 26 wurde vom AKH nicht erworben.

Als Grund für die Neubaupläne führte Caesar an: „Die jetzige Gebäudestruktur ermöglicht keine moderne Medizin, und wir können mit ihr nicht mehr wirtschaftlich arbeiten.“ Wirtschaftlich bedeutet in diesem Zusammenhang: kurze Wege, wenig Personal, ein Bruchteil der jetzigen Energie- und Unterhaltungskosten. Insgesamt sind 243 Mio Euro veranschlagt, die Förderquote beträgt 76 Prozent, der Eigenanteil 24 Prozent. Das Land stellt 185,2 Mio Euro in Aussicht, der Landkreis Celle sagte zusätzliche Mittel in Höhe von 47 Mio Euro zu. Einige der zahlreichen Fragen widmeten sich der Finanzierung sowie der generellen Entscheidung, am alten Standort neu zu bauen. Andere kritische Anmerkungen betrafen das Parkraumkonzept: „Sie setzen ein Parkhaus mitten in ein Wohngebiet, so ein Vorgehen entspricht nicht mehr dem heutigen Standard“, sagte das Ortsratsmitglied Dr. Andreas Lechner (Grüne). Als Alternative schlug er die Erweiterung der jetzigen Parkpalette mit Tiefgarage am Torplatz vor. Diese Erwägungen habe es gegeben, man habe diese jedoch verworfen, antwortete Franz Caesar. Man habe drei Varianten im Vorfeld entwickelt, die aktuelle sei von der Stadt akzeptiert worden.

Die beiden Vorstände Dr. Martin Windmann und Franz Caesar versprechen: „Mit dem neuen Parkkonzept wird sich die Verkehrssituation rund um das AKH verbessern.“ Die Frage eines Zuhörers, wo denn die Ein- und Ausfahrt sei, ergab jedoch, dass dieses noch nicht feststehe. Gleiches gilt für die Fassade des Krankenhauses und andere Aspekte.

„Es handelt sich um einen sehr, sehr langen Prozess, wir befinden uns gerade im Anfangsstadium“, sagte Franz Caesar abschließend.

Anke Schlicht
Celler Presse
Fotos: Anke Schlich

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