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Hebammenverband Niedersachsen e.V. zum Internationalen Frauentag am 08.März 2024

Der Hebammenverband Niedersachsen e.V. setzt sich für die korrekte Darstellung des weiblichen Genitals in den Schulbüchern ein, wie auch für die Aufklärung über verunsichernde und unterdrückende Mythen wie die angebliche Existenz des „Jungfernhäutchens“.  

Sexualkunde ist oftmals nur ein Thema von vielen in der täglichen Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern. Es ist jedoch enorm wichtig für die Kinder und Jugendlichen, denn sexuelle Bildung legt wichtige Grundsteine für das Verständnis des eigenen Körpers, der Gesundheit und des weiblichen Zyklus sowie der eigenen späteren Phase des Elternwerdens. Es resultieren daraus auch der gute Umgang und Respekt vor körperlichen und persönlichen Grenzen bei sich und anderen. Nur wer Begriffe für und Kenntnisse über seinen Körper hat, kann Probleme wahrnehmen und schildern, Sicherheit und Grenzen spüren.

Die Materialien, welche den Lehrkräften zur Verfügung stehen, sind auch heute noch vielfach mangelhaft. Sie verbreiten mitunter gefährliche Falschinformationen und blenden Wichtiges aus. Die weibliche Anatomie ist davon besonders betroffen. Selbst sportliche Aktivität wird in einigen Schulbüchern negativ eingestuft, da dadurch das „Jungfernhäutchen“ zerstört werden könne.  

„Die sexuelle Bildung muss vorurteilsfrei und frei von verunsichernden, unterdrückenden Mythen sein, damit allen Kindern eine positive und verantwortungsvolle Haltung zur Sexualität möglich ist“, so Hilke Schauland, 1. Vorsitzende des Hebammenverband Niedersachsen e.V. „Dabei soll sich Sexualaufklärung an der Gleichstellung der Geschlechter, an Selbstbestimmung und Anerkennung der Vielfalt orientieren. Das „Jungfernhäutchen“ als eine die Vagina versiegelnde Membran gibt es nicht und die Aufrechterhaltung des Mythos ist diskriminierend, rückständig und gefährlich.“ Das Hymen ist eine halbmondförmige Hautfalte des hinteren Scheideneingangs, es verschließt den Vaginaleingang also nicht. Im Normalfall ist es so dehnbar, dass es selbst beim ersten Geschlechtsverkehr oder Verwenden von Menstruationsprodukten zu keiner Verletzung kommt.

Wie in den letzten Jahren vermehrt in TV-Dokumentationen[1], der Presse[2] und auch verschiedensten Veröffentlichungen zu sehen war, gibt es ein vermehrtes Interesse, diese Falschinformationen zu überwinden und zu korrigieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte im Jahr 2018 klar, dass es für „Jungfräulichkeitstest“ keine wissenschaftliche Basis gibt und fordert dessen Abschaffung als ein gemeinsames Vorgehen der gesamten Gesellschaft [3]. Sie sieht darin einen Verstoß gegen die Menschenrechte von Mädchen und Frauen. Es besteht die Gefahr, dass „Jungfräulichkeitstests“ sich nachteilig auf das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden von Frauen und Mädchen auswirken können.

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Foto: cocoandwifi / Pixabay

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