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Professionelle Beweissicherung für die Betroffenen von Gewalt – Befunde und Spuren zeitnah dokumentieren und sichern

In der Celler Innenstadt hatte Annette Schmahl vom Vorstand des Stadtverbandes von Bündnis 90 / Die Grünen einen Informationsstand initiiert und dafür die ehemalige Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD), die Kreistagsabgeordneten Jutta Krumbach (FDP) und Silke Kollster (CDU) ins „Boot“ geholt, um am Internationalen Frauentag das Problem mit Passanten und Passantinnen zu erörtern. Das übereinstimmende Fazit ist, dass für das Thema großes Interesse und Verständnis besteht. 

Annette Schmahl fasst das Anliegen so zusammen: „Wir stehen hier anlässlich des Internationalen Frauentages, um auf ein Thema aufmerksam zu machen, was unserer Meinung nach eine hohe Relevanz hat, und zwar das Thema Hilfe bei Gewalt gegen Menschen überwiegend gegen Frauen. Es geht um das Thema bzw. die Initiative „ProBeweis“, die vom MHH Hannover koordiniert wird, und das AKH Celle ist sozusagen Partnerklinik. „Pro Beweis“ ermöglicht es, für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, innerhalb von 36 Stunden Beweise zu sichern, die dann zu einem möglichen späteren Verfahren gerichtsverwertbar für drei Jahre in Hannover verfügbar sind. Frauen müssen sich nicht sofort entscheiden, ob sie jetzt den Gewalttäter anzeigen wollen oder nicht; das ist sozusagen eine Brücke zwischen dem Gewaltakt und der Polizei, unabhängig von polizeilichen Maßnahmen beruht es sehr stark auf der Eigeninitiative einer Frau, ob sie in die Klinik geht; aber es ist ein sehr gutes Angebot, es ist sehr niederschwellig und es kostet nichts. Es wird seit Anfang des Jahres auch von den Krankenkassen übernommen, und wir haben gestern festgestellt beim Gespräch mit dem AKH, dass das leider viel zu unbekannt ist, so haben wir uns jetzt auf die Fahnen geschrieben, das Thema einfach in der Öffentlichkeit mehr publik zu machen, auch weil wir im AKH Celle erfahren haben, dass in Celle die Zahlen derer, die das in Anspruch nehmen, einstellig ist aufs Jahr gesehen, und deswegen gehen wir davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt. Wir haben das jetzt durch unsere Aktion in der Öffentlichkeit kommuniziert und werden das auch in späteren Aktionen noch bekannter machen.“

 Dazu ergänzt Jutta Krumbach: „Wir haben uns damit auseinandergesetzt in der letzten Zeit, und das Thema ist uns einfach extrem wichtig, indem wir gemeinsam überparteilich die Öffentlichkeit informieren.“

„Im vergangenen Jahr fand eine Veranstaltung im Mehrgenerationenhaus statt, wo eine Familienrichterin und auch eine Familienrechtsanwältin darüber berichteten, wie schwierig es ist, auch vor Gericht gerichtsfeste Beweise zu haben und wie wichtig es ist für die Frauen, dass sie sie haben, weil sonst Aussage gegen Aussage steht. Ich finde es sehr gut, dass man bis zu zehn Jahren Zeit hat, auf diese Beweise zuzugreifen“, fasst Silke Kollster zusammen.

Kirsten Lühmann: „In meiner Zeit als Polizeibeamtin wurde ich oft zu Situationen gerufen, bei denen es zu häuslicher Gewalt gekommen ist, und ich habe erlebt, dass sehr oft die Opfer in der Situation nicht den Mut hatten, um zuzugeben, dass sie von ihren Partnern geschlagen oder misshandelt wurden, dass die Beweise gesichert werden und dann die Frau erstmal zur Ruhe kommen kann, um sich dann zu entscheiden, gehe ich jetzt zur Polizei oder tue ich das nicht. Wenn sie dann nach 3 Monaten kommt und das anzeigt ohne die Beweise gibt es keine Chance, eine Anzeige erfolgreich zu Ende zu bringen. Die zweite Sache ist, viele Frauen brauchen Unterstützung, darum sind wir auch hier. Wir sind hier nicht nur für die Opfer sondern auch für die Nachbarn, für die Freunde, damit sie, wenn sie ein Opfer kennen, es auch unterstützen. Viele Gewalttäter arbeiten sehr lange darauf hin, Frauen so zu beeinflussen, dass sie ihren Partner nicht mehr verlassen, weil sie alleine nicht mehr existieren können.“

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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