Gepanschter Honig im Supermarkt – Celler Imker fordert mehr Unterstützung für lokale Erzeuger
Eine aktuelle Untersuchung zur Qualität von Honig in deutschen Supermärkten hat erneut die Aufmerksamkeit auf ein Problem gelenkt, das vor allem regionalen Imkern Sorgen bereitet: Gepanschter Importhonig, der oft zu Billigpreisen angeboten wird, dominiert den Markt und stellt die heimische Imkerei vor große Herausforderungen.



DNA-Analyse enthüllt Fälschungen
Im Dezember sorgte eine DNA-Analyse von Honigproben, die in einer ZDF-Sendung thematisiert wurde, für Aufsehen. 80 Prozent der untersuchten Proben entsprachen nicht den EU-Richtlinien, da sie mit billigem Zuckersirup gestreckt waren. Besonders brisant: Die Herkunftskennzeichnung auf vielen Gläsern bleibt vage und undurchsichtig. Angaben wie „Mischung aus Honig aus der EU und Nicht-EU-Ländern“ geben Verbraucherinnen und Verbrauchern keinen verlässlichen Aufschluss über die Herkunft des Produkts. Oftmals wird Honig in großen Mengen eingekauft, vermischt und gelangt so in den Einzelhandel.
Für Dirk Becker, ein Imker aus Celle, der seinen Honig in kleinen Mengen lokal vertreibt, sieht dies als problematisch an. Sein Honig stammt ausschließlich aus der Region und wird direkt über lokale Geschäfte wie die Fleischerei Zimmermann in Klein und Groß Hehlen verkauft.
Lokale Imker im Wettbewerb mit Billigprodukten
Beckers Bienen fliegen in einem Umkreis von mindestens drei Kilometern um Klein Hehlen und sammeln Nektar und Pollen von blühenden Pflanzen. Die Zusammensetzung des Honigs variiert dabei von Jahr zu Jahr, abhängig von Vegetation und Wetterlage. Neben den Sorten Frühtracht- und Sommertrachthonig wird gezielt Rapshonig produziert, indem Bienenvölker an Rapsfeldern aufgestellt werden. Alle Sorten spiegeln die regionale Pflanzenwelt wider und unterliegen strengen Qualitätsvorgaben.
„Unser Honig enthält genau das, was die Bienen in der Umgebung gesammelt haben. Er ist ein reines Naturprodukt, das sich je nach Jahresbedingungen verändert“, erklärt Becker. Das Angebot im Supermarkt, bestehend aus gestrecktem und weltweit eingekauftem Honig, steht dazu im starken Kontrast. Die niedrigen Preise seien für viele lokale Imker eine Belastung, da diese ihre Produkte nicht in der gleichen Masse und zu solchen Konditionen herstellen können.
Appell für mehr Unterstützung der regionalen Imker
Viele Imker betonen, wie wichtig es sei, auf die Arbeit der lokalen Erzeuger zu achten. „Jeder, der Honig aus der Region kauft, trägt dazu bei, die heimische Imkerei zu erhalten“, lautet der Appell. Besonders ärgerlich sei, dass der Preisunterschied zwischen importiertem und lokal produziertem Honig meist geringer sei, als viele Verbraucher vermuteten.
Honig ist nicht nur ein Lebensmittel, sondern auch ein zentraler Bestandteil des Ökosystems. Bienen übernehmen die Bestäubung von Pflanzen, eine Aufgabe, die für die Landwirtschaft und Biodiversität von großer Bedeutung ist. Die zunehmende Marktbeherrschung durch Billigprodukte stellt nicht nur die Imker, sondern auch die Umwelt vor langfristige Herausforderungen.
Worauf Verbraucher achten sollten
Wer sicherstellen möchte, reinen und qualitativ hochwertigen Honig zu kaufen, sollte auf regionale Herkunftsangaben achten oder direkt beim Imker vor Ort einkaufen.
Regionale Imker leisten Handarbeit, von der Pflege der Bienenvölker über das Schleudern des Honigs bis hin zum Abfüllen und Etikettieren. Diese Prozesse erlauben nur die Produktion kleinerer Mengen, garantieren jedoch höchste Qualität und Transparenz.
Die Debatte um die Qualität von Honig zeigt einmal mehr, wie wichtig bewusster Konsum und die Unterstützung lokaler Produzenten sind – sowohl für die Verbraucher als auch für die Natur.
Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de (Archiv)
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