Verabschiedung und Amtseinführung am OLG: Auf Dr. Peter Götz von Ohlenhusen folgt Stefanie Otte

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CELLE. Obwohl der Präsident des Oberlandesgerichts Celle bereits im Juli 2017 in den Ruhestand getreten ist, konnte die Nachfolgerin Stefanie Otte erst ein Jahr später das Amt übernehmen. Die Mitbewerber um das Amt hatten in Gerichtsverfahren die Nachfolgefrage klären lassen. Am Freitag ist nun die Amtsübergabe in einer Feierstunde im Celler Schloss offiziell besiegelt worden. Ein Jahr lang in der Übergangsphase lag die Leitung des OLG in den Händen von Vizepräsident Andreas Scholz.

Ca. 300 Gäste aus Politik, Justiz und von Behörden hatten sich im Celler Schloss zur Amtsübergabe eingefunden, unter ihnen die Präsidentin des Niedersächsischen Landtages, Gabriele Andretta und auch die Justizministerin Barbara Havliza. In seiner Begrüßungsrede hob Andreas Scholz hervor, dass nach dem Ausscheiden von Peter Götz von Olenhusen es schien als sei er dennoch allgegenwärtig; in vielen Gesprächen wurde sein Wirken gewürdigt, schließlich habe er elf Jahre lang als 37. Präsident das Oberlandesgericht geleitet. Die Justizministerin ging auf die Laufbahn des scheidenden Präsidenten ein, in der er 38 Jahre lang die Justiz in Niedersachsen maßgeblich geprägt habe. So sei Peter Götz von Olenhusen ein Vorbild als Richterpersönlichkeit. In unruhigen Zeiten mit Ereignissen in Sachsen und politischen Entwicklungen in Ungarn und Polen sei die Herrschaft des Rechts unverzichtbar für einen Rechtsstaat. Gerichtliche Entscheidungen seien ausnahmslos zu akzeptieren und nicht in Frage zu stellen. Entscheidungen müssten nicht dem Rechtsempfinden der Bevölkerung entsprechen, so seien Entscheidungen den Gerichten vorbehalten und nicht den Stammtischen. Mit der neuen Präsidentin Stefanie Otte sehe sie das OLG Celle in besten Händen.

Peter Götz von Olenhusen, Barbara Havliza und Stefanie Otte

Antje Pommerin, Vorsitzende des Richterrats hob die Bedeutung der Verwaltungstätigkeit hervor; eine Rechtssprechung ohne Verwaltung sei undenkbar. Die Vorsitzende des Bezirkspersonalrats, Angela Teubert-Soehring, würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem scheidenden Präsidenten und sagte mit Blick auf die Nachfolgerin, dass nun die „Latte“ sehr hoch liege. Generalstaatsanwalt Frank Lüttig stellte in seinem Redebeitrag die Terrorismusbekämpfung in den Fokus. Die angesetzten Verhandlungstermine reichten bis in das nächste Jahr hinein und ein Ende sei nicht abzusehen. Die Situation sei sehr angespannt, zumal auch der Antisemitismus zunehme.

Der Präsident der Rechtsanwaltskammer Celle Thomas Remmers hob hervor, dass in der Zusammenarbeit von Justiz und Anwaltschaft ein guter Umgang gepflegt wurde. Oberbürgermeister Jörg Nigge sieht in dem OLG einen integralen Bestandteil der Stadt. Hier werde die Justiz öffentlich erlebbar. Celle habe aber nicht nur auf dem Gebiet der Judikative etwas zu bieten, sondern auch kulturell.

Recht wehmütig blickte Peter Götz von Olenhusen auf seine Tätigkeit am OLG zurück, vor allem vermisse er die Kollegen und Mitarbeiter. Es sei eine intensive Zeit mit vielen Sitzungen, Anregungen und Vorschlägen gewesen aus der sich eine lange Liste „man müsste mal“ ergeben habe. Ein großer Erfolg sei die Kooperation zwischen Braunschweig, Oldenburg und Celle bei Verwaltungsarbeiten gewesen. In die Justiz werden große Erwartungen gesetzt, so Götz von Olenhusen, „Menschen erwarten Recht und Gerechtigkeit vor Gericht.“

Mit der Übertragung des hohen Amtes am OLG Celle, so Stefanie Otte, sei sie in ihre berufliche Heimat zurückgekehrt, in der sie von der Pike auf gelernt habe. In ihren ersten Karriereschritten sei Peter Götz von Olenhusen ihr ein wunderbarer Mentor gewesen. Fünf Jahre habe sie am Justizministerium im Hannover gearbeitet. Ihre Prämisse sei, dass Justiz nicht parteipolitisches Taktieren sein dürfe, sondern die Wahrung des Rechtsstaates. Eine Aufgabe sehe sie darin, den Status quo zu hinterfragen und über den Tellerrand zu schauen. Es müsse die Akzeptanz in der Bevölkerung hergestellt werden und die Attraktivität des Richterberufes verdeutlicht werden. Wichtig sei auch, das Bild von der Justiz in der Öffentlichkeit zu stärken.

Für den musikalischen Rahmen der einfühlsamen Veranstaltung sorgte das Salonorchester des Gymnasiums Ernestinum

Zum Abschluss: Standing Ovations für den scheidenden Präsidenten.

Redaktion
Celler Presse

Fotos: celler-presse.de



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