100 Jahre nach Kriegsende würdigt eine Gedenktafel die Verstorbenen

SCHEUEN. 100  Jahre nach Kriegsende hat die Kriegsgräberstätte des Gefangenenlagers Cellelager in Scheuen eine Gedenktafel erhalten, die an die Celler Kriegsgefangenenlager und dort verstorbenen Soldaten erinnert.

In Scheuen, etwa acht Kilometer vom Zentrum Celles entfernt, begann man im September 1914 mit dem Aufbau eines Zeltlagers für die Unterbringung von mehreren hundert belgischen und französischen Kriegsgefangenen. Im November traf dann ein großer Transport mit knapp 3.500 russischen Kriegsgefangenen ein; als weitere Nationalitäten kamen später noch Briten, Serben und Italiener hinzu. Bis Anfang 1915 war das Barackenlager fertig gestellt. Das „Cellelager“ war auf etwa 10.000 Kriegsgefangene ausgelegt und damit eines der größten Lager in der Provinz.

In einem nahegelegenen Wäldchen wurde ein Friedhof für die Kriegsgefangenen angelegt. Im Cellelager verstarben von 1914 bis 1918 241 Gefangene, 113 Tote kamen während der weiteren Nutzung des Lagers bis 1925 hinzu. Die Toten der westlichen Kriegsparteien wurden später in ihre Heimatländer umgebettet. Wann die Markierungen der verbliebenen russischen Einzelgräber verschwanden, ist nicht bekannt. Heute beziffert ein Gedenkstein die hier Bestatteten auf 258 während des Ersten und zwölf während des Zweiten Weltkriegs.

Im Rahmen der Ausstellung „Hinter Stacheldraht. Die Kriegsgefangenenlager in Celle 1914–1918“ haben Schülerinnen und Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums Lachendorf mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. eine Gedenktafel erarbeitet, die zukünftig am ehemaligen Lagerfriedhof an die Gefangenenlager in Celle und an die dort verstorbenen Kriegsgefangenen erinnern soll.

Die Kriegsgräberstätte Scheuen befindet sich in der Käthe-Kollwitz-Straße.

Redaktion
Celler Presse

Fotos: Birgit Stephani

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