PPKV: Beschäftigte fordern Lohnerhöhung ohne Öffnungsklausel

NIEDERSACHSEN. Nachdem auch die vierte Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und den Arbeitgebern in der Papier-, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (PPKV) für die rund 100.000 Beschäftigten der Branche ergebnislos vertagt wurde, erhöhen auch die Beschäftigten in Niedersachsen den Druck. „Sie bringen tagtäglich gute Leistung und erwarten dafür eine angemessene Lohnerhöhung ohne Hintertür“, weiß auch Landesfachbereichsleiter Lutz Kokemüller. Die Kolleg*innen selbst wollen das in ganztägigen Warnstreiks am 18. und 19. Februar deutlich machen.

Das wesentliche Interesse der Vertreter des Hauptverbandes Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) liege darin, weitreichende Öffnungsklauseln durchzusetzen, so Kokemüller. Diese sollen die Möglichkeit bieten, den Zeitpunkt jeder Stufe der tarifvertraglich vereinbarten Entgeltsteigerungen um sechs Monate nach hinten zu verschieben. „Eine solche Öffnungsklausel lehnen wir kategorisch ab. Sie würde bedeuten, dass bei einer von den Arbeitgebern geforderten Laufzeit von 26 Monaten bis zu 17 Monate keinerlei Gehaltserhöhung erfolgt“, so der Gewerkschafter. Zudem enthalte der aktuelle Tarifvertrag bereits Öffnungsklauseln, die es möglich machen, auf die jeweilige wirtschaftliche Lage der Unternehmen zu reagieren.

ver.di hatte in der vierten Verhandlungsrunde bereits weitreichendes Entgegenkommen gezeigt und wäre zu einem Abschluss bereit gewesen. Die Löhne sollten zum 1. Januar 2019 um 3,5 Prozent und zum 1. Januar 2020 um weitere 3,3 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten gesteigert werden. „Das Auftreten der Arbeitgeber in dieser Verhandlungsrunde war für uns enttäuschend! Da haben wir mehr erwartet, die Arbeitgeber haben ihre Chance vertan!“, so Kokemüller.

Die Verhandlungen werden am Dienstag, 19. Februar, in Berlin fortgesetzt. In Niedersachsen sind 66 Betriebe mit 13.200 Beschäftigten angesiedelt.

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