Bundesprogramm Wolf mit zu engen Vorgaben

NIEDERSACHSEN. Mit einem Bundesprogramm Wolf will das Bundeslandwirtschaftsministerium Wanderschäfer unterstützen. „Wir freuen uns über diese Initiative“, sagt Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers. Allerdings befürchtet er, dass aufgrund der sehr streng umrissenen Förderkonditionen nur wenige Schäfer von diesem Angebot Gebrauch machen können. Nach Umfragen des Landvolkes nutzen in Niedersachsen viele der angesprochenen Wanderschäfer in den Sommermonaten Flächen auf Truppenübungsplätzen, an Deichen oder in Naturschutzgebieten.

„Sie werden damit an der Grenze von 40 Hektar scheitern, die nach den Vorgaben des Programmes maximal als Weidefläche genutzt werden dürfen“, schildert Ehlers. Er gibt auch zu bedenken, dass sich einige Wanderschäfer im Dienst des Naturschutzes ein kleines Zubrot als Landschaftspfleger verdienen und damit auch die sogenannte De-minimis-Erklärung nicht abgeben können. Er ruft in diesem Zusammenhang zu äußerst korrekten und umfassenden Angaben der interessierten Wanderschäfer auf, damit sie bei späteren Kontrollen nicht zu überraschenden Rück- oder gar Strafzahlungen aufgefordert werden. Von dem gut gemeinten Programm werden in Niedersachsen nach Einschätzung des Landvolkes daher allenfalls einigen wenige Wanderschäfer profitieren können. Viele Wandschäfer sind mit deutlich mehr als 200 Tieren unterwegs. Sie benötigen damit auch eine größere Futterfläche als 40 Hektar und können daher die Förderkonditionen nicht erfüllen.

Die Ausbreitung der Wölfe wird als Erfolg des Artenschutzes gefeiert, Weidetierhaltern bereitet sie jedoch zunehmend Sorge. Allein in Niedersachsen gibt es aktuell 22 Wolfsrudel, zwei Paare und drei Einzelwölfe. Damit ergibt sich ein Gesamtbestand von gut über 300 Tieren, das sind so viele wie in ganz Schweden. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Schafzuchtverbände in ganz Deutschland rund 1.400 Weidetiere durch Wölfe getötet, Schafe und Ziegen fallen dem Wolf besonders häufig zum Opfer. Weidetierhalter machen sich seit geraumer Zeit für ein aktives Wolfsmanagement stark, das auch den Abschuss auffälliger Tiere mit einbezieht, mit Schutzmaßnahmen allein werden sie die Übergriffe des schlauen Raubtieres dauerhaft nicht abwenden können.

LPD
Foto: Landvolk

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