Bleibt gesund! Offener Briefwechsel Amsterdam – Bergen: Ariëlla Kornmehl korrespondiert mit Scott Buddo, Klasse 6b, Anne-Frank-Oberschule Bergen

BERGEN. „Die Initiative zum offenen handschriftlichen Briefwechsel in Zeiten, da es schwerer bis ausgeschlossen ist, sich die Hände zu reichen und seine Freunde zu besuchen, kam von Scott, der sich schon oft mit unserer Stadtschreiberin Ariëlla Kornmehl getroffen hatte. Ich begrüße in diesen schwierigen Zeiten mit seinen großen Herausforderungen für uns alle dieses Projekt besonders und mache es mit Zustimmung aller Beteiligten, selbstverständlich von Scotts Mama, sehr gern gerade zum Frühlingsanfang öffentlich”, so Bergens Bürgermeisterin Claudia Dettmar-Müller. Sie ergänzt: „Bleiben Sie gesund! Gönnen Sie sich ab und an frische Schnittblumen aus ihrem Garten und haben Sie einen Blick für das Frühlingserwachen.”

Scott Buddo, Klasse 6b, am 12. März 2020 an Ariëlla Kornmehl:

„Liebe Ariëlla!

Ich wollte mich noch mal für das Buch „Alles, was wir wissen konnten” bedanken. Ich freue mich auf die Premiere des Stücks. Ich habe einige Fragen an Sie: Ist Tini noch im Familienbesitz? (Tini ist das für den Handlungsrahmen des Romans wichtige Bild des Malers Edgar Degas von der Tänzerin, deren Augen alles gesehen haben – of.) Wie sind Sie darauf gekommen, die Geschichte Ihrer Großmutter so zu interpretieren? Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Haben Sie eine Idee für einen neuen Roman? Warum sind Sie Schriftstellerin geworden?
Haben Sie eine schöne Zeit und bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen, Scott.”

Ariëlla Kornmehl am 17. März 2020 an Scott Buddo (Übersetzung: Ottfried Franke)

„Lieber Scott!

Ich hatte mich auch sehr auf die Premiere des Stücks im April gefreut. Was für eine Enttäuschung, dass es nun nicht, wie geplant, klappt. Aber hoffentlich kommt es später zur Uraufführung und wir können sie gemeinsam erleben! Was für eine bizarre Zeit so plötzlich, man wähnt sich in einer anderen Welt. Ich nehme an, du kannst nicht zur Schule gehen?

Gern einige Antworten auf Deine Fragen: Ja, Tini ist bei mir, passt auf mich auf. Mein Gemälde von Tini wurde aber in Wirklichkeit von einem ziemlich unbekannten Künstler gemalt. Doch ich liebe es – wegen der großen mit diesem Bild verbundenen Geschichte. Meine Interpretation dieser Geschichte meiner Großmutter entwickelte sich allmählich. Es ist für mich, wie vermutlich für viele Autoren, gar nicht so einfach zu erklären, wie das gelaufen ist. Die Geschichte kommt auf dich zu, du beginnst daran zu arbeiten und dann spielt auch noch die Fiktion, das von mir Erdachte, die Dichtung also eine Rolle. Es fällt mir wirklich schwer, das zu rekonstruieren. Ist doch verrückt, oder?

In meiner Freizeit lese ich gerne, gehe auch zu Konzerten und in die Oper. Aber das geht jetzt wegen des schrecklichen Virus nicht mehr. Und ja, ich arbeite täglich an meinem neuen Roman. Das wiederum ist für mich ganz einfach. Jetzt, wo viele zu Hause arbeiten, kann ich sagen: Das habe ich schon immer getan. Ich schreibe jeden Tag hier zu Hause. Schriftstellerin wurde ich auf Anraten meines Professors an der Universität. Ich habe Philosophie studiert. Er sagte, ich besäße ein Schreibtalent, könne ‘texten‘. Das wusste ich selbst nicht. Ist es nicht wunderbar, wenn man einen Lehrer oder Eltern oder Freunde im Leben hat, die einen auf solche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten hinweisen! Ich bin meinem Professor ewig dankbar!

Zum Schluss wünsche ich Dir und Deinen Lieben natürlich, dass ihr alle gesund bleibt. Wir leben in einer aufregenden Zeit. Ich freue mich darauf, dass alles wieder normal wird und ich auch wieder nach Bergen kommen kann. Hoffentlich bis bald.

Ich freue mich auf Deinen nächsten Brief, viele Grüße,

Ariëlla.“

PR
Foto: urbanPR

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