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Die „roten Banner“ haben Wirkung gezeigt

CELLE. Nachdem im April 2019 der BUND erneut – zunächst ohne weitere Begründung – Klage gegen das Planfeststellungsverfahren zum Bau des Mittelteiles der Ostumgehung Celle ( B3n ) eingereicht hat, ist dem Anwohner der Alten Dorfstraße in Altencelle – Dirk Heindorff – der „Kragen“ geplatzt. Um seinem Unmut über die Vorgehensweise des BUND und der Verfahrensweise zum Ausdruck zu bringen, hat Heindorff überlegt, was er unternehmen kann. Dabei ist ihm die Idee gekommen, seinen Protest über die ständigen Bauverzögerungen mit einem Banner zum Ausdruck zu bringen.

Ende Mai 2019 hat er ein erstes Protestbanner an seiner Hecke gut sichtbar angebracht. Täglich sind tausende von Fahrzeugen daran vorbeigefahren und schnell wurden die lärmgeplagten Bewohner von Altencelle und anderer Celler Ortsteile darauf aufmerksam. Im Laufe der nächsten Wochen waren in ganz Celle und den benachbarten Gemeinden über 250 rote Banner gut sichtbar an Zäunen, Hecken, Balkonen oder extra hergerichteten Gestellen angebracht. Auch tausende von Aufklebern wurden in den Umlauf gebracht, die dann den Protest auf Fahrzeugen jeglicher Art in Celle und Umgebung ebenfalls sichtbar gemacht haben.

Aus dieser Aktion ist ebenfalls die Idee entstanden, zum Thema Ostumgehung eine Bürgerinitiative ( BI ) zu gründen. Erste Gespräche über eine Gründung wurden bereits Ende Juni 2019 geführt, aus denen dann die Gründung der BI resultierte. Bei diesen Vorbereitungen waren auch Teilnehmer aus den Bereichen Altenhagen und Groß Hehlen zugegen, denn auch hier wird die Umgehungsstraße sehnlichst erwartet.

Am 10. August 2019 konnte dann in Altencelle die Gründungsversammlung einberufen werden und die Bürgerinitiative „Ostumgehung Celle – jetzt !“ wurde offiziell ins Leben gerufen. Kurz darauf wurden zunächst alle Besitzer eines Banners, sowie der Landrat, Celles Oberbürgermeister und sämtliche Ortsbürgermeister der Stadt Celle zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um über die geplanten Aktionen der BI zu informieren. Den interessierten Zuhörern konnten Planungen über eine bevorstehende Demonstration nähergebracht werden, die am 30. August 2019 als Fahrrad-Sternfahrt durchgeführt werden soll. Alle nötigen Gespräche mit den zuständigen Behörden und der Polizei hatten bereits stattgefunden und der geplanten Veranstaltung stand nichts mehr im Weg. Nach einem sehr informativen Abend sind gleich über 100 Teilnehmer dem Verein beigetreten um so ihre Unterstützung zu signalisieren. Zwischenzeitlich wurde die BI auch als gemeinnütziger Verein vom Finanzamt Celle anerkannt.

Die Vorbereitungen zur geplanten Fahrrad-Sternfahrt wurden nochmals intensiviert und die Planer machten sich Gedanken über mögliche Teilnehmerzahlen. Über die örtliche Presse, aber auch in den sozialen Netzwerken wurde mehrfach auf die Aktion hingewiesen und die Macher der BI hofften auf 300 bis 500 radfahrende Teilnehmer. Als jedoch von den 4 Startpunkten die Rückmeldungen über eintreffende Fahrradfahrer kamen, waren die Organisatoren mehr als zufrieden. Weit über 1.700 Teilnehmer hatten sich dem Aufruf angeschlossen und fanden sich im Anschluss der Sternfahrt zu einer Abschlusskundgebung in Altencelle ein.

Noch während der Fahrrad-Demo drang die Meldung durch, dass sich zu der Abschlussveranstaltung hoher Besuch aus Berlin, Hannover und Celle angekündigt hat. Seitens der BI und der Teilnehmer kam Spannung auf, was die Politiker im Gepäck haben. Aus Berlin wurde mitgeteilt, dass die finanziellen Mittel ab sofort zur Verfügung stehen, damit der Weiterbau unverzüglich wieder aufgenommen werden kann. Aus Hannover kam das Signal, dass der Sofortvollzug für den Mittelteil der B3n festgestellt wurde und dass in Zusammenhang mit den bereitgestellten Mitteln aus dem Bundeshaushalt noch im Herbst 2019 der erste Spatenstich erfolgen wird. Diese Mitteilungen wurden unter großen Applaus der „Demonstranten“ dankbar entgegengenommen.

Wer hätte gedacht, dass vom Aufhängen des ersten Banners bis zur Verkündung des Weiterbaus nur 3 Monate ins Land gehen würden……keiner !

Durch einen weiteren Fahrradkorso im Oktober wurde signalisiert, dass die BI erst dann locker lässt, wenn die ersten Baufahrzeuge und Maschinen ihre Arbeit aufnehmen und die Planfeststellungen für die dann noch fehlenden Abschnitte 4 und 5 abgeschlossen sind und nach Fertigstellung der Ostumgehung Celle der Ring um Celle geschlossen ist.

Am 16. November 2019 war es dann tatsächlich soweit und Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister reiste zum ersten Spatenstich an die Celler Binde an. Unter regem Interesse der Celler Bevölkerung  wurde der symbolische Baubeginn gegrüßt und die Hoffnung geäußert, dass die Ausschreibungen und Umsetzungen jetzt zügig von statten gehen können.

Auch der BUND scheint zwischenzeitlich gemerkt zu haben, dass seine Haltung gegenüber dem Bauvorhaben in Celle nicht besonders gut ankommt und man hat sich bereiterklärt, die noch offenen Punkte gemeinsam mit der Nds. Straßenbaubehörde zu erarbeiten. Eine erweiterte Planfeststellung im Bereich „Fledermausschutz“ musste zu Papier gebracht werden. Leider zog sich dieser Prozess, auch auf Grund von vorgeschriebenen Fristen, wieder über einige Monate hin. Glücklicherweise hat der BUND nach Ende der Auslegungsfrist der überarbeiteten Planfeststellung im Juni 2020 keine neue Klage eingereicht und hat gleichzeitig die bestehende Klage aus 2019 zurückgezogen. Das OVG in Lüneburg konnte somit das Verfahren einstellen und dem Bau des Mittelteils der B3n stand nun endgültig nichts mehr im Weg.

Die Arbeit der Bürgerinitiative „Ostumgehung Celle – jetzt !“ ist damit natürlich nicht beendet. Satzungsgemäß werden auch die noch fehlenden Bauabschnitte während der Planungs- und Durchführungsphase begleitet – und zur Not werden wieder „Aktionen“ auf die Beine gestellt. Es besteht aber grundsätzlich die Hoffnung, dass sich die Straßenbaubehörde und der BUND in den weiteren Planungen austauschen, um möglichst schnell mit der kompletten Fertigstellung der B3n abschließen zu können.

Der interessierte Bürger und Verkehrsteilnehmer konnte über die letzten Monate miterleben, dass an zahlreichen Stellen in und um Altencelle, Lachtehausen und Altenhagen bereits zahlreiche Baumaßnahmen begonnen wurden. Auch an der Celler Binde ist das Brückenbauwerk Ce12 gut sichtbar vorangetrieben worden.

Dirk Heindorff hat sein „rotes Banner“ symbolisch abgenommen und wird es in geänderter Form wieder aufhängen. Solange, bis die Ostumgehung Celle noch nicht komplett fertiggestellt ist, sollen die Banner auf die Dringlichkeit des Projektes hinweisen. Gleichzeitig ruft er die Bannerbesitzer auf, wiederum seinem Beispiel zu folgen – die Banner sollen nicht verschwinden, sondern in veränderter Form weiterhin präsent bleiben.

PR

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