AWO-Gruppen auf Löns-Tour

CELLE. Den Besuch der Heide mit Gruppen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) aus Hannover und Celle hatte Klaus Meier organisiert. Neben der schönen Landschaft und der Einkehr im Waldgasthaus Eckernworth und im Bienenkorb Bad Fallingbostel hieß das Hauptthema Hermann Löns. Man hatte schon länger nach Erklärungen gesucht, warum Löns bis heute von bestimmter Seite verehrt wird und immer noch Unmengen von Straßen, Schulen, Apotheken und anderes nach ihm benannt sind.

Am Löns-Denkmal stellte Charly Braun von der Geschichtswerkstatt Löns‘ Biografie vor und zitierte aus seinen Romanen. Bereits der jugendliche Hermann durchstrich oft Wald und Flur. An Universitäten brach er verschiedene Studien ab, war Mitglied einer schlagenden Verbindung und hatte immer wieder Alkoholprobleme. Nach mehreren kurzen Jobs bei verschiedenen Zeitungen war er schließlich erfolgreich beim Hannoverschen Anzeiger.

Biografen nennen Löns einen Großstadt-Dandy, der im weißen Anzug in „besseren“ Kreisen anzukommen suchte. DER SPIEGEL Nr.47/ 1994 schreibt: „Hinter dem eitlen Stadt-Stutzer lauerte aber schon der erzdumpfe Naturbursche, der Schollen-Filou im Rassenwahn, der sich rauschhaft in völkischer Prosa austobte.“ Löns streifte durch die Heide und schrieb Romane. Zu den bekanntesten Naturgeschichten gehört der „Mümmelmann“. Löns vereinte Natur und Nationalismus. Im Heimatroman „Das zweite Gesicht“ beschreibt er Mädels mit „Backen rot wie Rosen“ und „Augen blau wie Bachblumen“. Im Bauernopos „Wehrwolf“, so Zitate aus dem SPIEGEL „zieht eine mordlüsterne Nährstandsrotte mit dem Schlachtruf „Schlaah doot!“ in den Kampf gegen welsches, schwarzbärtiges „Ungeziefer““. Kommantar von Charly Braun: „Der 1910 in nur drei Wochen verfasste Roman, ist voller rassistischer mörderischer Brutalität. Die blonden Täter gegen alles Fremde erklärt Löns zu den moralisch Besseren. Kein Wunder, dass die Nazis Löns später propagandistisch nutzten.“ Löns nannte sich selbst einen „Teutone hoch vier“. Genau mit diesem Roman erreichte Löns den Durchbruch und selbst noch in den 1960er Jahren wurde der „Wehrwolf“ gern zu Konfirmationen verschenkt, wie der Literaturkritiker Thomas Dupke in seinem Werk feststellt. Löns fasste seine Sicht auf Frauen in dem Satz zusammen: „Frauen haben keine Seele, sondern nur einen Uterus“ (zitiert nach Der SPIEGEL 21.11.1994).

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