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Climate Watch Celle kritisiert fehlende Zielsetzung:“Stadtverwaltung drückt sich weiterhin um eine echte Baumschutzsatzung“

CELLE. Dass in Zeiten des Klimawandels der Schutz von Bäumen in Städten äußerst wichtig ist, liegt auf der Hand. „Leider gibt es mal wieder keine Zielsetzung bei dem aktuellen Ratsbeschluss zur Überarbeitung der Vegetationsschutzsatzung“, kritisiert Reinhard Rohde, Sprecher von „Climate Watch Celle“ (CWC). Von einen wirksamen Schutz nicht nur einiger hundert, sondern aller Bäume sei man in Celle deshalb weit entfernt.

Auf Grundlage der derzeit gültigen Vegetationsschutzsatzung werden einzelne Bäume nur auf Antrag von Bürgerinnen und Bürgern unter Schutz gestellt. Eine Baumschutzsatzung, wie sie z.B. der Deutsche Städtetag vorschlägt, würde dagegen jeden Baum schützen, der bestimmte Kriterien erfüllt (z.B. Stammdurchmesser größer als 60 cm). Eine Fällung wäre dann nur noch auf Antrag und mit Genehmigung der Stadt erlaubt. Und falls dies aus guten Gründen (Verkehrssicherheit, unumgängliche Bauvorhaben) erlaubt würde, wären dabei für jeden gefällten Baum Ausgleichspflanzungen oder -zahlungen vorgeschrieben.

„Wir würden es begrüßen, wenn die Schutzwirkung deutlich erweitert würde“, meint Reinhard Rohde. Und als Begründung führt er veränderte Verhältnisse an: „Als die Stadt 1984 die Vegetationsschutzsatzung eingeführt hat, war die Klimakatastrophe nur für wenige ein Thema. Heute ist die Sensibilität in der Gesellschaft viel größer.“ Rohde verweist darauf, dass Bäume nicht nur ein Langzeit-CO2-Speicher sind, sondern als eine Art natürlicher Klimaanlage (Schatten und Verdunstungskälte an heißen Sommertagen) je nach örtlichen Gegebenheiten die Temperaturen zwischen 3 °C und 15 °C senken würden.

Fachlich könne sich die Stadtverwaltung nach Auffassung von CWC kaum noch gegen eine echte Baumschutzsatzung stellen. Auch die ins Feld geführten zusätzlichen Kosten lassen sich, so Rohde, relativieren: „Zwar würde die ersten zwei Jahre tatsächlich ein erhöhter Personalaufwand anfallen, der aber könnte danach sicherlich auf ca. 0,75 Stellen reduziert werden, denn das ist der Durchschnitt bei rund 1000 Gemeinden mit strenger Baumschutzsatzung.“ Unterm Strich würden im übrigen auch volkswirtschaftliche Werte geschützt: „Als CO2-Ausgleich für einen einzigen 40jährigen Baum müssten laut der Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft etwa 400 dreijährige Bäume nachgepflanzt werden. Der ökologische Wert eines einzige 40-jährigen Baums lässt sich unter Zugrundelegung bestimmter Kriterien gemäß einer Studie des United Nations Environment Programms durchaus mit rund 50.000 Euro beziffern.

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