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Alarmstufe Rot – die Veranstaltungsbranche demonstrierte vor dem Landtag

HANNOVER. Mit zahlreichen großen Trucks umrundete das Bündnis #alarmstuferot der niedersächsischen Veranstaltungswirtschaft den Landtag in Hannover. „Sing it back, bring it back!“ von Moloko war gut ausgewählt. Selten dürfte derart fetzige Musik das altehrwürdige Gebäude derartig gerockt haben.

Vom Schützenplatz aus zogen die großen Trucks der Veranstaltungsbranche gemeinsam mit den Fahrzeugen der Schausteller und ca. 350 Teilnehmer/innen zum geschichtsträchtigen Platz der Göttinger Sieben vor dem Landtag. Auf der Bühne wurde deutlich, daß die Corona-Hilfen bei der Veranstaltungsbranche ebenso wie bei vielen Solo-Selbstständigen gar nicht erst ankommen oder bei weitem nicht ausreichen. Zahlreiche Beispiele wurden dafür von den Rednern Manfred Klose, Dirk Wöhler, Felix Passow, Kevin Kratzsch, Robin Kirchhoff, Thorsten Meyer und Peter Wehrmann genannt. Dabei wurden immer wieder konkrete Vorschläge gemacht, wie den Betroffenen wirklich geholfen werden könnte. Ein fiktiver Unternehmerlohn oder auch Kurzarbeitergeld für Solo-Selbstständige sollte anrechenbar sein und ausgezahlt werden, da die bisherigen Hilfen nicht für Lebenshaltungskosten, sondern nur für Betriebskosten verwendet werden können. Gerade Solo-Selbstständige haben aber kaum Betriebskosten und Miete, Krankenkasse usw. werden nicht gefördert. Die Grundsicherung/Hartz IV funktioniert für die Betroffenen ebenfalls in vielen Fällen nicht. Sie sind nicht arbeitssuchend, sondern nach wie vor selbstständig. Bei vielen Unternehmen der Veranstaltungsbranche reicht zudem die bisherige gedeckelte Förderung der Betriebskosten nicht aus.

Seit acht Monaten haben viele Menschen unverschuldet so etwas wie ein Berufsverbot erhalten. „Wir werden wirtschaftlich getötet!“ hieß es. Die Familienunternehmen der Schausteller hätten nie Subventionen gewollt und immer Steuern gezahlt. Die Veranstaltungsbranche baute die Corona-Testzentren mit auf und wird jetzt allein gelassen. Die gesamte Veranstaltungsbranche hat strenge Hygiene-Konzepte erarbeitet. Mit ihren weltweit anerkannten Veranstaltungsprofis wären sie doch prädestiniert, auch strenge Auflagen zu erfüllen, sagte MdL Jörg Bode(FDP) und verwies darauf, daß wirklich ankommende Hilfen durch die Finanzämter unkompliziert gezahlt werden könnten. Jörg Bode bedankte sich bei den Anwesenden für das, was diese für das Land getan hätten. Sie hätten dieses Land am Laufen gehalten, Steuern gezahlt und jetzt bräuchten sie die Solidarität! MdL Stefan Wenzel (Bündnis90/Die Grünen) sprach ebenso seine Solidarität aus. Hartz IV würde in der jetzigen Situation für die Betroffenen nicht funktionieren. Die Veranstaltung wurde von Silke Leinweber moderiert und fand unter Einhaltung der Hygiene-Verordnungen mit Abstandsregelung und Maskenpflicht statt. #alarmstuferot führte bis jetzt zahlreiche Veranstaltungen in verschiedenen Städten durch. Am 28.10. rufen sie dazu auf, erneut an der Großdemonstration in Berlin teilzunehmen. Die Ankündigungen von Bundesminister Altmaier zur Ausweitung der Überbrückungshilfen und von dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Althusmann lassen die Betroffenen hoffen. Hoffentlich werden die Hilfen so gestaltet, daß sie endlich ankommen.

Angela Hoffmann
Fotos: Klaus Grelewicz






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