Zeichen für Geschichtsbewusstsein und demokratische Verantwortung: Stadtrat in Bergen stimmt der gemeinsamen Erklärung von Stadt Bergen und Gedenkstätte Bergen-Belsen in unveränderter Form zu

Zeichen für Geschichtsbewusstsein und demokratische Verantwortung: Stadtrat in Bergen stimmt der gemeinsamen Erklärung von Stadt Bergen und Gedenkstätte Bergen-Belsen in unveränderter Form zu

20. November 2020 Aus Von Celler Presse

BERGEN. In seiner gestrigen Sitzung stimmte der Berger Stadtrat der gemeinsamen Erklärung der Stadt Bergen und der Gedenkstätte Bergen-Belsen in der ursprünglichen Fassung vom 21. September 2020 zu. In der von Bürgermeisterin Claudia Dettmar Müller und dem damaligen Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner unterzeichneten Erklärung heißt es: „Während des Zweiten Weltkrieges haben SS und Wehrmacht vor unserer Haustür unvorstellbare Verbrechen begangen.“ Die Erwähnung der Wehrmacht hatten die Fraktionen von CDU und FDP zunächst abzumildern beantragt, stimmten nun dann aber doch der ursprünglichen Fassung zu. Lediglich die AfD verweigerte der Erklärung die Zustimmung. Die Stiftung nimmt dazu wie folgt Stellung:

„Wir begrüßen die gestrige Entscheidung des Stadtrates Bergen, der gemeinsamen Erklärung zum Weltfriedenstag in unveränderter Form zuzustimmen. Damit bestätigt der Stadtrat, dass er auch in Zukunft der besonderen Verantwortung gerecht wird, die sich aus der Geschichte von Bergen-Belsen als ehemaliger Standort eines Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagers während der Zeit des Nationalsozialismus ergibt. Dass CDU und FDP den zunächst beanstandeten Satz nun doch nicht geändert haben, zeugt von Geschichtsbewusstsein und demokratischer Verantwortung – insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die AfD eine unsägliche Gegenerklärung zum Weltfriedenstag veröffentlicht hat, in der die NS-Verbrechen mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung gleichgesetzt und Gedenkstättenmitarbeiter als „Täter“ herabgewürdigt werden.

Die Gedenkstätte Bergen-Belsen freut sich auf die weitere enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Bergen, wie sie sich insbesondere in den letzten Jahren unter den Bürgermeister*innen Rainer Prokop und Claudia Dettmar-Müller erfolgreich entwickelt hat.

Dr. Jens Binner für die kommissarische Geschäftsführung der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, bis 30.9.2020 Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten“

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