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Landwirte decken den Futtertisch vielfältig – Bohnen, Lupinen und Raps sind heimische Soja-Alternativen

GIFHORN. Die tragenden Kühe von Helmut Evers laufen in der Nähe des Edeka-Parkplatzes in Wahrenholz im Landkreis Gifhorn. „Wer Glück hat, sieht wie eine Kuh kalbt“, schmunzelt der Landwirt. Er ist froh, dass sein Kuhstall mitten im Dorf steht und seine Arbeit anerkannt und akzeptiert wird. Dafür tut er jedoch auch Einiges. Zum Beispiel verzichtet er zu 100 Prozent auf gentechnisch verändertes Futter und damit auch auf den Einsatz von Sojaschrot, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Denn die wichtigsten Sojaanbaugebiete liegen klimatisch bedingt in den USA, in Brasilien und Argentinien und dort ist es üblich, gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen.

Landwirt Helmut Evers

Auf dem Futtertisch von Evers Hochleistungskühen landet dagegen eine ausgewogene Mischung aus Grassilage und Maissilage, ergänzt durch Stroh, Körnermais, Lupinen, Raps, Getreide und Mineralfutter. „Ich bin ein großer Fan vom Sojaschrot und die Umstellung ist mir schwergefallen“, gibt Evers zu. Denn durch die besondere Eiweißzusammensetzung und den hohen Energiegehalt stellt Sojaextraktionsschrot als Reststoff aus der Speiseöl- und Biodieselgewinnung ein wertvolles Eiweiß-Futtermittel dar.

Der Milchbauer aus Gifhorn ist trotz der Schwierigkeiten und der höheren Kosten auf Alternativen umgestiegen, um dem Kundenwunsch zu folgen, der von der Molkerei mit einem Aufpreis von 1 Ct/kg Milch honoriert wird. „Das gleicht den Aufwand fast aus“, hat er nachgerechnet. Stolz ist er vor allem auf die gute Klimabilanz, durch die sehr gute Milchleistung seiner Kühe, den Einsatz von Ökostrom, der Verwertung der Gülle in der Biogasanlage und eben den sehr guten heimischen Futtermitteln.

Allerdings werden sie bislang nur in geringem Maße angebaut. Ackerbohnen wuchsen 2020 in Niedersachsen auf 5.995 Hektar (ha), Sonnenblumen auf 369 ha und Sojabohnen auf 949 ha. Einen Aufschwung erlebt derzeit die Weiße Lupine, die einen höheren Rohproteinertrag als die Ackerbohnen liefert. 2020 wurde sie auf 923 Hektar ausgesät. Nach Angaben der Agrar-Markt-Informationsgesellschaft wurden 2020 in der EU-27 insgesamt 6,1 Mio. Tonnen (t) Hülsenfrüchte geerntet.

Im Vergleich dazu werden weltweit nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten (USDA) rund 350 Millionen Tonnen Sojabohnen geerntet. Jährlich bezieht die Europäische Union davon rund zehn Prozent. Das seit 2006 geltende Soja-Moratorium, dass den Handel, die Finanzierung und den Erwerb von Soja von Regenwaldflächen untersagt, die nach Juli 2008 gerodet wurden, soll dabei die Nachhaltigkeit gewährleisten.

LPD
Foto: Landvolk Niedersachsen





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