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So erleben kleine Geschäfte die Pandemie: ACHWIEFEIN Stoffe

CELLE. Jasmin Nemitz erzählt, wie sich die Lockdowns auf ihren Stoffladen ausgewirkt haben und wie sie Herausforderungen in der Pandemie bewältigt hat. In ihrem Stoffladen findet der Kunde nicht nur Stoffe, sondern auch sämtliche Kurzwaren, Nähliteratur, Textilfarbe und vieles mehr.

Stoffe im Lockdown

Bereits im ersten Lockdown zeigen die NäherInnen von ACHWIEFEIN Stoffe, gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen UnterstützerInnen, wie wertvoll Handarbeit sein kann. Denn in der Charity Aktion „Covid Defense“ nähten sie Stoffmasken und spendeten sie medizinischen Fachkräften. Beim zweiten Lockdown haben sie ihre Stoffe über ihren Online-Shop verkauft. Dazu nahm und nimmt Jasmin Nemitz Videos auf, indem sie verschiedene Stoffe und Zubehör vorstellt. Nach einer Bestellung per Mail und Bezahlung via Paypal, Überweisung oder bar konnte der Kunde sich die bestellte Ware an der Ladentür abholen. Sie sei froh darüber, dass ihre vielen, tollen Stammkunden ihr den Rücken in dieser Zeit stärken: „Ich bin froh, dass du da bist!“ Das täte ihr wirklich gut. „Wenn ich Pakete im Stadtgebiet ausliefere, freuen sich auch immer alle und blicken positiv in die Zukunft.“

Auch die Kinderbetreuung in dieser Zeit zur Selbstständigkeit ist eine weitere Herausforderung. Beim ersten Lockdown habe sie ihre Kinder in der Notgruppe betreuen lassen, nun beim zweiten Lockdown seien die Kinder meist zu Hause und beide Eltern würden die Fürsorge sich aufteilen. Und im Zweifel wären die beiden eben mit im Geschäft – ganz im Sinne des Familienbetriebes.

Letzte Chance genutzt und Herausforderung bewältigt

Das Terminshopping habe ihr eine kleine Perspektive gegeben. So konnte sich jeder Kunde eine halbe Stunde seine Ware aussuchen und sich von ihr beraten lassen – VIP-Shopping so zu sagen. Vor Corona-Zeiten waren meist bis zu fünf und mehr Kunden im Laden. Nun dürfe sie, bei normaler Öffnung, bis zu drei Kunden hineinlassen, das ermögliche ihr noch mehr auf den einzelnen Kunden einzugehen. Die Meisten würden schon wissen, was sie wollen. Vor dem Einkaufsbesuch hätten sie bereits im Online-Shop gestöbert und würden sich die vorab ausgesuchte Ware rausholen. Im Gegensatz zur Öffnung nach dem ersten Lockdown gebe es so keine Schlange mehr vor der Tür. Sollte Terminshopping, wieder möglich sein, habe sie vorerst von 9-16 Uhr geöffnet und am Samstag geschlossen.

Derzeit könne sie leider keine Kurse anbieten. „Das tut mir in der Seele weh.“ Die aktuellen Hygienemaßnahmen schränken den Spaß am gemeinsamen Nähen einfach zu massiv ein. Bereits im vergangenen Jahr habe es keine Kurse gegeben. In einem Raum ohne Lüftungsmöglichkeiten sei ihr das zu viel Risiko. Hinzu käme, dass der familiäre Austausch unter diesen Bedingungen kaum möglich sei. Die Maske und der Abstand, kein Ausschenken von Getränken – so verliere der Kurs an Flair. Als Familienbetrieb möchte sie den Spaß am Nähen vermitteln, das sei derzeit eben leider nicht möglich. Aber die Liste der Interessenten für Kurse sei voll, egal ob es sich dabei um Kinder oder Erwachsene handele. „Es gibt bereits viele gute Videos im Internet, in denen Nähbegeisterte Anleitungen finden können“, sagt sie. „Und zur Not, bin ich auch mal Telefonjoker bei komplizierteren Fragen.“

Kreativität wird hier noch groß geschrieben! 

Nicht nur bei der Geschäftsinhaberin selbst, sondern auch im Kundenstamm. Bei dem neu aufgelegten Lockdown hat sie sich wieder mehr dem Online-Geschäft zugewendet. Mit Videos zeigt sie den potentiellen Kunden in Social Media, welche Nähmaterialien miteinander harmonieren oder so zum Beispiel auch wie eine Schultüte genäht werden kann. Sie hoffe, dass durch ihre Videos die möglichen Kunden genügend Infos zu ihrem Sortiment aber auch zu der Herstellung von individuellen Lieblingsstücken erhalten. So könnten sie online das benötigte Material bestellen und zu Hause in Eigenproduktion sowohl Bekleidung als auch andere Dinge anfertigen.

Auch künftig wird sie sich sicher neue Ideen einfallen lassen. Mit den Überraschungspaketen und Stoffrestetüten habe sie bereits einen Nerv bei ihren Kunden getroffen. Bis zu ein Kilo Stoff war in den Paketen: Was sich daraus wohl alles machen lässt?

Redaktion
Celler Presse
Foto: Manuela Mast





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