Montag, 13. April 2026

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Bebauung Allerinsel: Ein Diamant vor dem Feinschliff

CELLE. Noch präsentiert sich der „Diamant Allerinsel“ recht ungeschliffen, wenn auch die Bautätigkeit auf der Hafenseite – dem ersten Bauabschnitt – schon deutlich erkennen lässt, was es mal werden soll. Nun aber soll es nördlich der Hafenstraße mit dem zweiten Bauabschnitt zügig weitergehen, allerdings sei mit einem Baubeginn vor 2023 nicht mehr zu rechnen, wie Oberbürgermeister Jörg Nigge bei der Präsentation durchblicken ließ. Nicht ohne Euphorie verkündete der OB: „Wir sind stolz auf das, was wir durchziehen werden, was Mitarbeiter innerhalb von zwei Jahren zur Reife gebracht haben.“

Was sich anfangs wie eine „never ending story“ darstellte, ist nun in „trockenen Tüchern“. So war die Bebauung der Allerinsel durchaus umstritten, zumal es einerseits um den Verlust von kostenfreiem Parkraum ging und andererseits die Nutzung als Festplatz kritisch gesehen wurde. Das Schützenfest, Zirkusveranstaltungen, und andere mögliche Großveranstaltungen sind nicht gerade geräuschlos und rufen regelmäßig Anwohner, die weiter weg wohnen, auf den Plan, die sich beschweren. Nun aber werden Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelt. Die Nutzung als Festplatz werde den Eigentümern und Mietern in den Vertrag geschrieben, erläuterte der Oberbürgermeister. Was den Parkraum angeht, sollen die verbleibenden 822 Plätze ausreichend sein. Die Anzahl der Plätze auf dem Schützenplatz vor Baubeginn wird mit ca. 2400 beziffert. Vor allem, wenn nach der Bebauung  Veranstaltungen stattfinden, wird es kaum noch Parkplätze geben. Parkplätze, die von Touristen angesteuert werden, die verzweifelt in der Innenstadt vergeblich suchten. Menschen, die ihren Arbeitsplatz im Stadtgebiet haben, werden sich nach anderen Plätzen umsehen müssen. Auch ohne Veranstaltungen kann es mit den 822 Pätzen eng werden. Es wurde ja schon einmal bei einer früheren Präsentation in der Theo-Wilkens-Halle auf die Frage der Parkplätze geantwortet: „Wollen Sie ein hochwertiges Wohnquartier oder wollen Sie kostenlose Parkplätze.“

Konkret wurde die Bebauung Allerinsel 2009 mit der Programmaufnahme Komponente „Stadtumbau West“ in Gang gesetzt, bereits 2010 wurde ein Rahmenplan erstellt und 2013 der Hochwasserschutz eingeplant. 2015 fand ein Investorenwettbewerb für den ersten Bauabschnitt (Hafenseite) statt. 2018 wurde die Rahmenplanung fortgeschrieben, so dass es zu einem Satzungsbeschluss Bebauungsplan kommen konnte. Schließlich konnte 2021 mit der Bebauung begonnen werden.

Bereits in den 1980er Jahren wurden die ersten Anzeichen einer Neugestaltung  der Allerinsel entdeckt, zumal die gewerbliche Nutzung rückläufig war. Auch gab es keine echte Adresse für das Areal, man beschränkte sich auf Schützenplatz, Mühlenmasch, Parkplatz, etc. Außerdem war der Platz als Überschwemmungsgebiet kritisch. Dann wurde die Lagegunst für das Wohnen am Wasser entdeckt und die Lage zur Ergänzung und Bereicherung der Innenstadt. Die Fläche der Allerinsel ist etwa so groß wie die Innenstadt. Daraus ergaben sich die Planungsziele u. a. in der Verbesserung der Wirtschaftsstruktur und des Tourismus, vor allem aber in der Stärkung der Wohnfunktion und der Gestaltung von öffentlichen Freiräumen und der Verbesserung der sozialen und kulturellen Infrastruktur im Sinne von Gemeinbedarfseinrichtungen; auch die angrenzende Fläche an der Speicherstraße sollte einbezogen werden, was ja durch ein Brückenbauwerk für Fußgänger und Radfahrer bereits geschehen ist, allerdings steht die Eröffnung noch aus.

Die Kosten für die Gesamtmaßnahme Allerinsel betragen 27,7 Millionen Euro nach der Fortschreibung von 2022. Ursprünglich ging man von 31 Millionen Euro aus. Bund und Land fördern insgesamt zwei Drittel, die Kommune muss „nur“ ein Drittel stemmen plus nicht förderfähige Kosten.

Es entstehe nun ein neues Stadtquartier, so OB Nigge, auf dem Schützenplatz. Es gebe im vielfältig gestalteten Wohnungsbau auch 20 Prozent geförderte Einheiten, eine Kita und Freiflächen, insgesamt eine offene und freizügige Anordnung. Das neue Quartier werde auch zu Belebung der Innenstadt beitragen. Der OB räumte ein, dass es viel zu lange gedauert habe, die Maßnahme zur Bebauung der Allerinsel umzusetzen. Nun aber sei Eile geboten in Anbetracht steigender Baukosten.

Wie Wolfgang Schucht, Leiter der Stadtentwicklung, erläuterte, werde der Bebauungsplan Mitte nächsten Jahres fertig sein. Die Allerinsel sei eine gute Lage, und das habe sich bei den Investoren rumgesprochen. Insgesamt biete die Wohnbebauung Platz für ca. 1000 Bewohner.

Der zweite Bauabschnitt nun – das „Quartier an der Alleraue“ – mit einer Gesamtgröße von ca. 17.955 m² nördlich der Hafenstraße wird in den nächsten Jahren zu einem weiteren urbanen Stadtbaustein entwickelt. Der Nutzungsschwerpunkt liegt in der wohnbaulichen Entwicklung – hinzu kommen eine Kindertagesstätte, Büroflächen und vielfältige Freiräume.

Für die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts stand am Anfang ein Investorenwettbewerb, in dem sich auch Celler Unternehmen  durchsetzen konnten.

Die Südheide eG Wohnungsbaugenossenschaft, Celle mit den Planungsbüros bwp NILSSON WITT Architekten Part mbB, Celle und Hartmut Bade Architekten, Hamburg. Geplant sind 52 Wohneinheiten – davon sollen 11 Wohneinheiten öffentlich gefördert sein (ca. 20%).

allerland Immobilien GmbH, Celle (vormals WBG) mit dem Planungsbüro PGN Planungsgemeinschaft Nord GmbH, Rotenburg (W.) Geplant sind 54 Wohneinheiten – davon sollen mind. 20% öffentlich gefördert sein.

Verhandelt wird noch mit der BPD Immobilienentwicklung GmbH, Hannover mit dem Planungsbüro MOSAIK architekten PartGmbB, Hannover. Das Unternehmen kam als zweitplatziertes in die Auswahl, da sich das erstplazierte Unternehmen zurückgezogen hat. Geplant sind 29 Wohneinheiten – davon sollen 20% öffentlich gefördert sein.

Neben den Verhandlungen mit den Investoren wir des frühzeitig eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben, so dass nach einem Satzungsbeschluss das Bauleitverfahren voraussichtlich Mitte 2023 endet.    

Redaktion
Celler Presse            

Fotos: Luftaufnahme Wolfgang Genannt
übrige Fotos: Celler-Presse.de

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