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VCD: Celler „Beratungsresilienz“ bremst Mobilitätswende und Klimaschutz aus

  • Celle

Der ökologische Verkehrsclub VCD wundert sich nicht, dass der Antrag auf Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz von Celles Innenstadt durch eine Fachjury abgelehnt wurde. Es fehlten geeignete Maßnahmen aus dem Bereich der Mobilitätswende. Das sei bedauerlich, so der VCD in einer Pressemitteilung, denn um den Verkehrsinfarkt von Schuhstraße bis Großen Plan in den Griff zu bekommen und die Lebens-, Wohn- und Aufenthaltsqualität zu steigern, seien massive Fördermittel notwendig.

Der VCD beschreibt sein Anliegen wie folgt: „Der Fahrradaktionsplan der Stadt Celle ist an sich eine gute Sache. Auf dem ersten Hauptroutenabschnitt nach Altenhagen wird erstmals an zwei Kreuzungen des Altenhäger Kirchwegs dem Auto die Vorfahrt genommen und dem Rad gegeben. Menschen, die bisher das Auto nutzen mussten, beginnen die Attraktivität und wachsende Sicherheit des Rades zu erkennen.

Aus der Altstadt führt die Schuhstraße zu der attraktiven Hauptroute. Radfreund Andreas Lechner berichtet von einer Begegnung mit Autogegenverkehr. Er habe den Fahrer durch das offene Fenster freundlich gebeten, etwas mehr Abstand zu halten und Rücksicht zu nehmen, da er keine Knautschzone habe. Der SUV-Fahrer habe nur erwidert: „Wir haben aber eine!“ Dieses Selbstverständnis von manchen Autofahrenden wird in Celle durch Teile der Politik und durch Teile der Stadtverwaltung gestärkt. Mit dem Festhalten an Altbewährtem oder Leugnen von Problemen verlieren wir kostbare Zeit, um Lösungen anzugehen.

Der CZ-Artikel „Sechs-Millionen-Projekt floppt“ vom 18.9.22 zeigt auf, dass Celles derzeitige Lösungsansätze nicht förderfähig sind. Der VCD stellt gerne Zeit und Expertise bereit, um die Unterlagen zu sichten und konstruktiv zu beraten. Dies sollte gar nicht notwendig sein, denn den Fraktionen und der Verwaltung lag zu der Antragsstellung eine Stellungnahme eines beratenden Mitglieds im Ausschuss für Klima, Umwelt, Verkehr und technische Dienste vor. Darin wies Michael Huber deutlich auf fehlende Prägnanz im Förderantrag hin und empfahl, was zu tun sei. Statt Expertenrat anzunehmen und zu überdenken, hat Celle um Förderung für eine App gebeten, die dem Auto sozusagen das Handtuch im Parkhaus ausrollt. Man soll Parkplätze reservieren können. Wer mag, kann sogar [Zitat] „sich dorthin Waren aus der Altstadt kommen lassen.“ Wer dennoch drauf besteht, ein Geschäft in der Altstadt aufzusuchen, soll ein zweites Auto (mit Akku) nehmen können für die letzten Meter. Selbst ein Christian Ehring von NDR-extra3 kommt nicht auf solche Ideen. Mit der erwogenen Klage gegen die Entscheidung der Fachjury ist die Ausstrahlung in der Sendung wohl sicher.

Der VCD hätte Alternativen parat: Wir können eine App fördern lassen, die alle Mobilitätsformen komplett integriert planen und nutzen lässt. Wer dies möchte, kann mittels künstlicher Intelligenz die eignen Bewegungsprofile analysieren lassen und erhält Vorschläge für alternative Anreisen auch ohne eigenes Auto. Eine „1-click App“ für eine einfach-nachhaltige Anreise ist bestimmt förderfähig.

Wie wäre es mit einer Lastenradlogistik des Altstadthandels, um sich von Amazon und Co deutlich abzuheben? Menschen könnten sich die angefassten und geprüfte Produkte nachhaltig nach Hause liefern lassen. Dann müssen wir weder mit dem Auto in die Stadt fahren noch online Bestellungen zurückschicken. Wir können das Klima schonen, Lärm und Feinstaub senken und einen längeren Aufenthalt in der Altstadt genießen.

Wer mit dem Auto in die Stadt fahren muss, der findet in einem modernen Parkhaus am Schwimmbad einen kostenfreien, autonom fahrenden Mikrobus, der echte Fahrradstraßen nutzen darf. Die Fahrt am   Französischen Garten entlang steigert die Vorfreude auf das nachhaltige Einkaufserlebnis im historischen Ambiente. Der Blick auf einen Biergarten garantiert längeren Aufenthalt der Menschen nach dem Einkauf und mehr Umsatz.

Der VCD Celle denkt konstruktiv nach, ob aufklärende Aktionen, Lesungen von Expertinnen oder „Umdenken & Umlenken Radrundfahrten“ helfen könnten. Zu Fördermitteln wird ein Blick in „Einladende Radverkehrsnetze“ empfohlen. Das ist eine druckfrische Begleitbroschüre zum Sonderprogramm „Stadt und Land“ aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Lechner erläutert dazu: „Herr Wissing hat in der Keynote der weltgrößte Fahrradfachmesse, Eurobike, vor wenigen Wochen sogar gesagt, dass er Deutschland zum Fahrradland machen möchte. Im Messegespräch mit dem Ministerium wurde aufgezeigt, dass aktuell Leuchtturmprojekte in strukturschwachen Regionen gesucht werden. Hier seien sogar 100%-Förderungen zu haben!“

Nehmen wir ihn ernst, und lenken wir auch in Celle um: Sichere und attraktive Mobilität für alle!“

PR
Grafiken: VCD

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