In Unterlüß wurde gleich doppelt gefeiert
Als 1847 noch während der Bauphase des Bahnhofs an der Strecke Lehrte–Harburg niemand an eine folgende Siedlung und gar an ein Jubiläum dachte, so freute man sich heute umso mehr. Aus der später entstandenen Siedlung am Bahnhof mit dem Namen „Siedenholz“, wurde allmählich ein aufstrebender Wirtschaftsstandort. Bis es soweit war, hieß aber zunächst nur der Bahnhof selbst Unterlüß. Nachdem sich Siedenholz so prächtig entwickelte und immer mehr Raum mitten im Wald einnahm, so erging 1909 ein Antrag an den Preußischen König mit der Bitte die Siedlung umzubenennen.



























Ortsbürgermeister Kurt Wilks hatte mit dem 175. Jubiläum und dem 39. Unterlüßer Dorffest also allen Grund zum Feiern. Am Samstag stand aber nicht der Ortsbürgermeister im Mittelpunkt, sondern es sollten die Unterlüßer selbst sein. Auf dem Rathausplatz fanden sich die DLRG mit Waffeln und Spielen und auch einige Stände für das leibliche Wohl. In Richtung Bücherei konnten die Besucherinnen und Besucher an einer Verlosungsaktion mit tollen Gewinnen teilnehmen. Alle Teilnehmenden hatten zusätzlich einen Luftballon erhalten und konnten ihn an einer vorher quer über den Platz gespannten Leine festmachen. Eine schöne Aktion, die nach und nach den Festplatz bunt und lebhaft erscheinen ließ.
In einem geschützten Bereich standen Informationswände mit zahlreichen Abbildungen aus dem Gemeindearchiv. Hier wurden Erinnerungen geweckt und viele interessierte Unterlüßer ließen es sich nicht nehmen, hier einmal vorbeizuschauen. Dort war passend auch Anja Heitmüller (geb. Klipp) mit ihrem Stand. Heitmüller ist gebürtige Unterlüßerin, verließ den Ort aber bereits mit 18 Jahren. Heute lebt die Autorin auf Rügen und fuhr immer nur wenige Male zu Besuch in ihre alte Heimat zurück. Vor Corona häuften sich die familiären Besuche und die Aufenthalte wurden in Unterlüß immer länger. Sie sah ihren damaligen Ort mit anderen Augen und erblickte zugleich bekannte Gesichter. Heitmüller begann den Ort für sich selbst neu zu entdecken, als sie die Idee eines Buches entwickelte. Unter Absprache mit der Gemeinde und dem Ort begann sie schließlich vor zwei Jahren mit der Arbeit und interviewte zahlreiche Bürgerinnen und Bürger und ging Familiengeschichten auf den Grund. In ihrem Werk geht es zum Jubiläum also nicht um eine Ortschronik, sondern um die Menschen selbst. So kam schließlich auch der Titel „Unter Leuten in Unterlüß“ zum Tragen.
Auf der zum Teil gesperrten Straße „Urwaldschneise“ waren weitere Stände, Buden und Mitmachaktionen zu finden. Die Unterlüßer Vereine stemmten mit eigenen Kräften und Mitteln dieses Event für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Unterlüßer Wirtschaft unterstützten indes alle Bereiche, an denen es sonst vielleicht gehakt hätte.
Ein gemeinschaftlicher Kraftaufwand, der hochachtungsvoll von Bürgermeister Kurt Wilks gelobt wurde. Dieser hatte am Samstag pünktlich um 13 Uhr dieses Doppelevent eröffnet und in einer anerkennenswerten Moderationsleistung mit seiner Co-Moderatorin Katharina Ebeling (Bürgermeisterin der Gemeinde Südheide) obige Besonderheiten den zahlreich erschienenen Besuchern schmackhaft gemacht.
Zur feierlichen Eröffnung durfte zunächst die Müdener Feuerwehrkapelle nicht fehlen. Während die Musik spielte, hatte der Bürgermeister Zeit, sich für den hochoffiziellen Freibieranstich zu rüsten. Unter der Aufsicht von Ebeling, brauchte Wilks nur drei lockere Schläge und das Bier floss. Ein großes Spektakel und von da an überschlugen sich die Ereignisse, denn der kleine aber bunte Festplatz bot viel Platz für Besonderheiten und Highlights.
Die Menschen füllten das Gelände, unter ihnen auch der ehemalige Bürgermeister Eberhard Staiger (Amtszeit 1991–2005), der Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann (CDU), die Landtagskandidatin Johanne Gerlach (Bündnis 90/ Die Grünen) sowie einige Ratsmitglieder.
Der Wunschbaum Unterlüß bot eine mobile Kegelbahn für die Kleinen, der TUS Unterlüß einen Stand und einen Bogenschießplatz, die Feuerwehr Unterlüß stellte und betreute die Hüpfburg, der CDU Ortsverein war ebenso vertreten, wie zahlreiche andere Vereine und Verkaufsstände.
Die Kleinen konnten sich am Nachmittag noch über viele Angebote und einem ausgearbeiteten Kinderprogramm freuen, unter anderem eine Kinderdisco. Die Großen hingegen freuten sich über den lebhaften Fanfarenzug Lindau/Harz von 1953 e.V. oder die Linedancer „Lüßliner“.
Ab 18:30 Uhr wurden alle Teilnehmenden der Verlosung wieder auf dem Platz erwartet, denn nun wurden die Gewinner ausgelost. Neben zahlreichen Gewinnerinnen und Gewinnern, konnten sich aber alle an der nun prächtig wirkenden 175 Jahre-Luftballon-Girlande erfreuen. Schließlich haben alle daran mitgewirkt.
Wer unter Freunden an der Cocktailbar den Abend genießen, oder der das Tanzbein schwingen wollte, für alle bot der Abend noch einiges – dafür sorgte DJ Meyer.
Die Unterlüßer verstehen es zu feiern und der Ort trifft sich am Rathaus. Gemeinsam hatten sie ein schönes Fest organisiert und durchgeführt und viele sind gekommen. Nach dem Doppelfest kommt nun im nächsten Jahr das 40. Jubiläum des Dorffestes, also wieder ein Fest und ein Jubiläum. Die Unterlüßer haben somit das zweite Jahr in Folge einen doppelten Grund zum Feiern.
Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de
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