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BARMER-Gesundheitsreport 2023 – Zunahme psychischer Leiden bei Beschäftigten in Niedersachsen

Immer mehr Menschen in Niedersachsen melden sich wegen psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig. Von den rund 3,1 Millionen Erwerbstätigen im Land sind über 300.000 mindestens einmal im Jahr wegen psychischer Leiden krankgeschrieben, wie Analysen auf Basis von Versichertendaten der BARMER aus dem Jahr 2022 ergeben haben. Demnach ist in Niedersachsen binnen fünf Jahren die Zahl derjenigen, die wegen seelischer Erkrankungen im Job ausfallen, seit 2017 um rund 58.000 angestiegen.

„Wir beobachten diese Entwicklungen mit Sorge, und zwar auch mit Blick auf all diejenigen, die diese Arbeitsausfälle abfedern müssen“, sagt Heike Sander, Landesgeschäftsführer der BARMER in Niedersachsen. Problematisch sei vor allem, dass psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeiten in der Regel sehr lange dauern. Wichtig sei deshalb, Risiken zu identifizieren und präventiv entgegenzuwirken. Gefragt sei dabei die Gesellschaft als Ganzes, aber auch jede und jeder Einzelne sowie nicht zuletzt die Unternehmen.

Wenig Betroffene, aber viele Fehltage:
Den Auswertungen im aktuellen BARMER-Gesundheitsreport zufolge dauert eine Krankschreibung aufgrund seelischer Leiden bei niedersächsischen Beschäftigten im Schnitt über sechs Wochen. Die bedeutsamste Diagnosegruppe sind „affektive Störungen“, mit denen in den allermeisten Fällen Depressionen dokumentiert werden. Rund 2,2 Prozent der niedersächsischen Beschäftigten und somit etwa 68.000 Personen fallen jährlich mindestens einmal mit Depressionsdiagnosen im Job aus. „Bei über drei Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern insgesamt mag das zunächst nicht viel erscheinen“, sagt BARMER Landeschefin Sander. Halte man sich aber vor Augen, dass eine Erwerbsperson mit Depressionen im Schnitt über 80 Tage im Jahr krankgeschrieben ist, werde das Problem deutlich. „Der niedersächsische Durchschnitt liegt bei 23,8 Tagen. Vergleichsweise wenige Betroffene verursachen also eine insgesamt sehr hohe Zahl an Fehltagen. Deshalb ist es wichtig, die Risikofaktoren zu minimieren, Ursachen zu bekämpfen und Betroffenen bestmöglich zu helfen“, so Sander weiter.

Vermeidbare Risiken im beruflichen Umfeld:
„Psychische Erkrankungen sind grundsätzlich sehr individuell, können verschiedenste Ursachen haben und hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab“, sagt Sander. Sie können mit traumatischen Erlebnissen, sozialen Einflüssen oder Umwelteinflüssen zusammenhängen, auf andere Erkrankungen oder gesellschaftliche Umstände zurückzuführen sein. Aber auch im beruflichen Umfeld, dem größten Präventionssetting überhaupt, gebe es Risikofaktoren, beispielsweise Kombinationen aus hohen Arbeitsanforderungen und geringem Tätigkeitsspielraum oder aus hoher Verausgabung bei geringer Belohnung. Auch Mobbing, ein schlechtes Arbeitsklima oder Konflikte am Arbeitsplatz könnten zu psychischen Belastungen führen, die in vielen Fällen vermeidbar wären.

Einflüsse häufiger Arbeitsplatz- und Wohnortwechsel:
Laut BARMER-Gesundheitsreport weisen Beschäftigte mit längerfristiger Tätigkeit an einem Arbeitsplatz und mit längerfristigem Aufenthalt an einem Wohnort die geringsten Risiken für psychische Erkrankungen auf. „Auch, wenn bei diesen Zusammenhängen sicherlich unterschiedliche denkbare Ursache-Wirkungs-Richtungen diskutiert werden müssen, können sie als Hinweis auf den Wert einer vertrauten Umgebung sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld gelesen werden“, sagt die BARMER Landeschefin. Wer auf ein gefestigtes soziales Umfeld bauen kann, sei resilienter gegenüber großen Belastungen oder Dauerstress.

Mehr Krankschreibungen bei jungen Menschen:
„Jungen Menschen scheinen die multiplen Krisen der vergangenen Jahre besonders zuzusetzen“, sagt Sander angesichts weiterer Auswertungen im BARMER-Gesundheitsreport. Denn besonders in jungen Altersgruppen hat der Anteil jener zugenommen, die wegen psychischer Leiden krankgeschrieben waren. Traf dies im Jahr 2021 noch auf 7,8 Prozent der 20- bis 24-Jährigen zu, waren im Jahr 2022 hingegen 11,7 Prozent mindestens einmal wegen seelischer Beschwerden arbeitsunfähig gemeldet. Bei den über 60-Jährigen Beschäftigten gab es eine leichte Zunahme von 8,5 auf 8,6 Prozent Betroffene. „Ganz gleich welchen Alters, eine gesunde Psyche ist Grundstein für privaten und beruflichen Erfolg und nicht zuletzt Lebensqualität“, so Sander. „Früh erkennen, früh behandeln“, laute die Devise bei psychischen Problemen. Diese hätten häufig einen langjährigen Vorlauf. Das biete die Chance, mit einfachen Mitteln effektiv entgegenzuwirken. Um das seelische Wohlbefinden zu fördern und mit Herausforderungen adäquat umzugehen, gebe es mittlerweile zahlreiche niederschwellige Unterstützungsangebote, beispielsweise in Form von Apps oder Gesundheitskursen, die Versicherte bei ihren Krankenkassen meist kostenlos nutzen können. Unternehmen werden zudem individuell beraten und unterstützt, um ihre Beschäftigten auch seelisch fit zu halten.

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Foto: mcmurryjulie / Pixabay

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