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Rehrücken und Welfenspeise: Ein Menü für Sophie Dorothea

Sie ist das Gesicht des Celler Schlosses: Sophie Dorothea, Herzogin von Braunschweig und Lüneburg, Ehefrau des späteren englischen Königs Georg I.. Auch ihr Sohn Georg August wurde später König von Großbritannien und Irland. Die Tochter, die ebenfalls Sophie Dorothea hieß, ging  als Gemahlin des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. von Preußen in die Geschichte ein.

Keine Schlossführung kommt ohne die tragische Geschichte Sophie Dorotheas aus; über ihr Leben wurden zahlreiche Bücher geschrieben, zum Beispiel „Die verbannte Prinzessin“ von Heinrich Thies. Nachdem ihre Affäre mit Philipp Christoph Graf von Königsmarck bekannt wurde und dieser spurlos verschwand – vermutlich wurde er im Leineschloss in Hannover ermordet –  verbrachte Sophie Dorothea den Rest ihres Lebens in der Verbannung in Ahlden.

Ihre Kinder durfte sie nicht mehr sehen und auch sonst dürfte das Leben für sie dort arm an Kontakten und nicht besonders abwechslungsreich gewesen sein. „Aber sie hatte die Möglichkeit, gut zu speisen und das genoss sie offenbar“, weiß Christoff Dickow, der sich mit der Lebensgeschichte der Herzogin in jüngster Zeit intensiver beschäftigt hat. Dickow führt in Müden/Örtze das Hotel-Restaurant Bauernwald in 4. Generation. Als Koch hat er einige Jahre in Freiburg im Breisgau und in Odense auf der dänischen Insel Fünen gearbeitet und gelernt, nicht nur am Herd kreativ zu sein, sondern Kulinarik auch mit Regionen und ihrer Geschichte zu verbinden.

„Ich möchte Regionalgeschichte aufgreifen und sie kulinarisch begleiten“, so der Müdener. Das müsse nicht bedeuten, ein Menü zu hundert Prozent historisch korrekt nachzukochen. Bei seiner Idee, ein „Menü für Sophie Dorothea“ zu kreieren, schwebte ihm vielmehr vor, sich in die Gegebenheiten ihrer Zeit hineinzuversetzen und mit den Zutaten zu arbeiten, die man damals hatte. „Rehrücken im Brotmantel, Kartoffel-Cannelloni und Trüffeljus“ lautet beispielsweise die Beschreibung des dritten Ganges „in neuer Interpretation der damaligen Kochkunst“, wie es auf der Speisekarte heißt.

Natürlich darf bei einem solchen Menü auch die klassische Welfenspeise nicht fehlen, die Christoff Dickow als Mandel-Espuma mit Sabayon, Zitronenverbene und Champagnereis serviert. Zum Abschluss gibt es – und das ist aus dem Speiseplan Sophie Dorotheas genau so überliefert –  Konfekt mit Wein, wahlweise auch einen Mokka.

Natürlich soll auch der räumliche Rahmen zur kulinarischen Kreation passen. Je nach Gruppengröße gibt es in dem Landhotel im historischen Ortskern von Müden verschiedene Möglichkeiten, in gemütlicher Atmosphäre zu speisen.

Für sich selbst sieht Christoff Dickow mit dem historischen Menü die Möglichkeit, seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: „Kochen ist ein Handwerk und ich genieße das – auch weil es ein Kontrast ist zur immer digitaler werdenden Welt.“ Für seine Gäste wünscht sich der Gastronom, dass sie einen kleinen Aspekt des Lebensgefühls der damaligen Zeit nachempfinden können und vielleicht einen Anstoß erhalten, sich weiter mit der Geschichte der Region zu beschäftigen.

Susanne Zaulick
Fotos: privat

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