Dienstag, 12. Mai 2026

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Wasser im Keller – Schreck lass nach: Was daraus entstehen kann, zeigt Stefanie Waldhoff in der Fotoausstellung „AFTER WATER“

Wasser im Keller haben Ende 2023/Anfang 2024 viele Menschen in Stadt und Landkreis Celle beklagt. Für manche vielleicht Routine, weil das fast jedes Jahr passiert, für viele andere das erste Mal. Letzteres erlebte Stefanie Waldhoff; mit einem lachenden und einem weinenden Auge berichtet sie von der überraschenden Flut in ihrer Heimstatt in Wienhausen. Das hatte es in dem Altbau von 1934 noch nie gegeben.

Bei der Vernissage im Freiraum in der Schuhstraße am Freitag lockte die Fotoausstellung  viele Interesierte an „Die Fotoserie “AFTER WATER” ist eine urbane und minimalistische Fotokunst, der kein Ort zuzuordnen ist – ein Wandschmuck, der sich zeitlos in den Raum einfügt“, so beschreibt die Fotografin Stefanie Waldhoff ihre Arbeiten gelassen in der Rückschau. Zur Vernissage war auch Celles erste Stadträtin Nicole Mrotzek gekommen, die von ihren eigenen Erfahrungen mit Wasser im Keller berichten konnte, für sie ein wiederkehrendes Erlebnis. Wie allerdings Stefanie Waldhoff mit der Sache umgegangen ist, darauf muss man auch erstmal kommen. Über ca. 13 Monate vergingen vom Auftreten des Wassers bei zunehmender Verzweiflung, Planung der Gegenmaßnahmen, Ausräumen des Kellers und Erkenntisgewinnung bei künstlerischer Betrachtung des Kellerbodens, Fotoaufnahmen, bis zur Gestaltung des Katalogs, Veröffentlichung der Fotos auf der Homepage bis letztendlich zum Start der Ausstellung.

Sehr freimütig erzählte sie von der vorherigen Kellernutzung. Bereits ihre Großmutter nutzte den Keller als Lagerraum für alles, was in der Wohnung nicht mehr gebraucht wurde, mit dem nun das Wasser leichtes Spiel hatte, Nachdem dann der Keller ausgeräumt wurde, zeichnete sich auf dem Kellerboden die Basis für künstlerische Verwertung ab. Faszinierende Risse im Beton, wolkenartige hellgraue bis dunkelgraue Gebilde und auch Farbklekse in allen Schattierungen. Das musste sofort dokumentiert werden mit zahlreichen Fotos, weil es irgendwann ja nicht mehr da ist. Auf dem Boden des Kellergewölbes entstanden durch das Hochwasser Bilder eines vergänglichen Moments.

Die gelernte Mediengestalterin hat lange als Model vor der Kamera gearbeitet und hat sich schon immer für Fotografie interessiert. „Ich bin sehr kreativ und baue und renoviere gern. Für mich ist es tatsächlich das erste Projekt dieser Art“, räumt sie ein. Die Idee der Fotoserie kam ihr ganz spontan und tatsächlich kam sie auch nur durch das Hochwasser zustande, das 2023/24 die Menschen überraschte. „Wir haben so viel Zeit im Keller verbracht, immer mit dem Blick auf den Boden gerichtet, dass ich, als das Wasser zurückging, fasziniert war von ‚der Schönheit‘ des Kellerbodens und dem was sich dort durch das Wasser abgezeichnet hatte. Ich musste es fotografieren und das tat ich erst nur für mich“, war ihre erste Einschätzung bei dem Umgang mit dem nassen Element. Doch als sie die Fotos in der Hand hielt, war sie so begeistert, wollte sie auch andere Menschen dafür begeistern und veröffentlichte die Fotos auf einer eigens dafür gebauten Internetseite. Im vergangenen August hatte sie sogar ein paar der Bilder während der FlotArt ausgestellt. „Die Resonanz und die Stimmen dazu waren sehr positiv und es war so interessant, was andere Menschen in den Bildern sehen. Man kann den Bildern nur schwer einen Ort zuschreiben, das macht es so interessant. Jeder sieht in den Bildern etwas anderes“, war ihre Feststellung, so dass sie beschloss, alle Bilder nun erstmals im Freiraum zu zeigen.

Für die Ausstellung musste auch herausgefunden werden, auf welchem Medium die Fotos am besten zur Wirkung kommen. Es kam dann ein Spezialstoff für Fotodruck in Frage, der den Fotos eine besondere Tiefe verleiht. Vor allem besteht der Eindruck, dass manche Flecken dazu verleiten, etwas abkratzen zu können.

„Für mich ist es ein Herzensprojekt, in dem sehr viel Arbeit und Mühe steckt. Die Bilder gibt es in limitierter Auflage über die Homepage zu erwerben. Tatsächlich finde ich, dass es eine Kunst ist, die sich fast überall gut einfügt. Für mich strahlt sie sehr viel Ruhe aus und ich freue mich immer, wenn ich sie betrachten kann“, fasst Stefanie Waldhoff ihre Intention zusammen.

Der Keller ist nun ausgeräumt – alles musste raus – berichtet sie erleichtert. So hatte die ganze Geschichte auch in dieser Hinsicht etwas Positives. Vor allem aber ist sie ihrem Ehemann Thomas dankbar, dass er ihr Vorhaben unterstützt hat.

Die Ausstellung der 35 Motive im Freiraum in der Schuhstraße ist noch bis zum 25. Februar zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Mo – Fr 11 – 19 Uhr und Sa/So 11 – 13 Uhr.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Prese.de

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