Sonntag, 13. September 2026

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„Ein Vorbild für unsere Gesellschaft“ – Bundesverdienstkreuz für ROSI

Dieser Satz, den Landrat Axel Flader im Laurentiushaus in Nienhagen verliest, lässt in diesen Tagen des Wahlkampfs, in dem von einer Willkommenskultur nie die Rede ist, besonders aufhorchen und sagt gleichsam viel aus über die Hauptperson des Nachmittags, Rosemarie Mikolaiczak: „Doch es geht Ihnen, Frau Mikolaiczak, nicht nur um die Verteilung von Lebensmitteln. Sie setzen sich dafür ein, dass die Menschen, die die Tafel in Anspruch nehmen, sich respektiert und willkommen fühlen“.

Die Laudatio von Axel Flader und die Rede von Nienhagens Bürgermeister Jörg Makel reichen, um sich ein Bild zu machen von Rosemarie Mikolaiczak, die von allen nur liebevoll ROSI genannt wird. Sie ist eine, für die die anderen stets Vorrang haben, sie kümmert sich, ist patent und immer zur Stelle, wenn Not am Mann ist, engagiert sich auch politisch, damit die Dinge sich zum Besseren wenden. Und das alles, ohne großes Aufheben von sich zu machen.

„Diese Auszeichnung markiert den Lebensweg eines ganz besonderen Menschen. Gut, dass es Menschen wie Dich gibt“, sagt Jörg Makel in seiner Rede. Deutlicher kann er nicht zum Ausdruck bringen, weshalb er die Kommunalpolitikerin für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen hat. „Es ist kein Zufall, dass man sie in Nienhagen kennt und schätzt. Ihr Name steht für Tatkraft, Verlässlichkeit und eine große Portion Menschlichkeit“, berichtet der Verwaltungschef.

Die Nienhäger Tafel hat sie im Jahr 2009 mitgegründet: „Diese Idee kam aus der Kommunalpolitik, doch Sie waren es, die sie in die Tat umgesetzt haben“, lobt Axel Flader. Das politische Engagement der gelernten Kauffrau begann im Jahr 2001, als sie erstmals in den Samtgemeinderat Wathlingen gewählt wurde. Gleichzeitig wirkte sie für die Belange Nienhagens im Gemeinderat, dem sie bis heute angehört. „Rosi kann nicht Nein sagen“, erzählt Makel in seiner kurzweiligen Ansprache, „auch als Max Schmidt sie vor Jahren fragte, ob sie ihm beim Wahlkampf helfen könne, nicht. Kurzum stellte sie ihm ihr Wohnmobil zur Verfügung, das anschließend, beklebt mit Werbeplakaten, durch den Landkreis brauste.“ Er fuhr ihr viel zu schnell, aber selbst mit moderater Geschwindigkeit hätte er Rosi Mikolaiczaks politisches Herz nicht erobert. Das gehörte nämlich Peter Struck, berichtet Jörg Makel. „Während die anderen bei Streusel- und Zuckerkuchen saßen, erhielt Peter Struck Rosis selbst gebackenen Frankfurter Kranz.“

Zahlreiche Gäste waren gekommen, um bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes dabei zu sein. Den offiziellen Teil, an den sich eine lockere Runde bei Snacks und Getränken anschließt, beendet die Hauptperson des Nachmittags mit den Worten: „Es ist mir eine große Ehre, aber ohne die vielen Menschen, die mir helfend zur Seite stehen, hätte ich 50 Jahre Ehrenamt nicht geschafft.“

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht