Dienstag, 16. Dezember 2025

✔ unabhängig ✔ überparteilich ❤ kostenfrei

Anzeige

Anzeige

Tradition auf der Aller: Winser Flößer starten ihre fünftägige Floßfahrt Richtung Otersen

Heute Mittag gegen 12 Uhr legte das traditionelle Allerfloß an der Bindestelle in Winsen ab und machte sich auf den Weg flussabwärts Richtung Otersen. Das handgebaute Holzfloß, bestehend aus rund 31 Fichtenstämmen, wurde in den Tagen zuvor in reiner Handarbeit durch Mitglieder des Winser Heimatvereins zusammengefügt. Die diesjährige Fahrt steht im Zeichen des 30-jährigen Bestehens des Arbeitskreises „Die Winser Flößer“, der diese Tradition seit 1996 wieder aufleben lässt.

Trotz zeitweise anhaltender Regenschauer fanden sich zahlreiche Interessierte an der Aller ein, um den Abfahrtstag mitzuerleben. Dass das Wetter in diesem Jahr nicht ganz mitspielte, tat der Stimmung keinen Abbruch – was im Fluss fehlte, kam stellenweise von oben, wie Besucher augenzwinkernd bemerkten. Bürgermeister Dirk Oelmann betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Flößerei für die Region und erinnerte daran, dass diese Handwerkskunst über Jahrhunderte hinweg viele Familien ernährte. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte er dem Verein einen Spendenscheck über 3.000 Euro.

Dennis Duwe, Leiter des Arbeitskreises „Die Winser Flößer“, berichtete im Rahmen der Veranstaltung von zwei Tagen intensiver Arbeit, an denen etwa 40 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer beteiligt waren. Insgesamt 30 Personen, darunter erstmals auch zwei Frauen, begleiten das Floß in diesem Jahr auf seiner etwa 80 Kilometer langen Strecke. Die Reise führt in fünf Tagesetappen flussabwärts, wobei abends jeweils angelegt und übernachtet wird – teils im Zelt, teils in Wohnmobilen oder nach Rücktransport im eigenen Zuhause. Die Etappenfahrt wird im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt.

Bevor das Floß heute starten konnte, musste es wie gewohnt vom zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt abgenommen werden. Sicherheitsvorkehrungen wurden ebenfalls an Bord überprüft. Alle Mitfahrenden erhielten im Vorfeld eine Sicherheitseinweisung. Zur Abfahrt gehörte zudem eine Andacht mit Reisesegen, die von Prädikantin Patricia Schömburg begleitet wurde. In ihrer Ansprache hob sie den Gemeinschaftsgeist und die handwerkliche Leistung der Beteiligten hervor – eine Verbindung aus Tradition, Ehrenamt und lokalem Zusammenhalt.

Musikalisch umrahmt wurde das Geschehen durch den Posaunenchor Winsen. Den Moment des Ablegens begleitete der Fanfarenzug Allertal. Für Verpflegung war ebenfalls gesorgt: Neben einem kleinen Imbissangebot wurden heiße Getränke und Kuchen bereitgestellt. Passend zur Abfahrt ließ auch der Regen kurzzeitig nach.

Die Flößerei in Winsen hat eine lange Geschichte. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert war sie ein wesentlicher Bestandteil des lokalen Broterwerbs. In der Hochphase sollen bis zu 1.700 Flöße pro Jahr eingebunden und über Aller, Ise und Örtze bis nach Bremen befördert worden sein. Seit 2014 gilt die Flößerei als immaterielles Kulturerbe in Deutschland, seit 2022 auch international als Weltkulturerbe.

Mit ihrer Aktion trägt die Winser Flößermannschaft dazu bei, diese Tradition lebendig zu halten und an die jüngeren Generationen weiterzugeben. Der nächste Flößereinsatz ist für das Jahr 2027 geplant. Bis dahin heißt es für die aktuelle Fahrt: Handbreit Wasser unter dem Stamm – und eine sichere Reise allen Beteiligten.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

Hinweis zu der Meldung
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.

WhatsApp-Kanal Immer bestens informiert! Erhalten Sie die neuesten Nachrichten und Updates jetzt auch direkt auf Ihr Smartphone. Folgen Sie unserem WhatsApp-Kanal und bleiben Sie schnell und unkompliziert auf dem Laufenden. Hier klicken und abonnieren!



Anzeige