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Offene Briefe: Gerlach (Die PARTEI) vs. Bühmann (CDU)

ESCHEDE/CELLE. Nach der offenen Kritik Hubertus Bühmanns (CDU) am Bündnisssprecher Marlon Gollnisch (SPD) reagiert nun auch Die PARTEI. Mit harscher Kritik analysiert Dirk Gerlach (Die PARTEI) die Äußerungen Bühmanns und wirft zugleich Bühmann und der CDU Tatenlosigkeit vor. „Der äußerste rechte Rand Ihrer Partei war für die Wahlen schon immer ein wichtiges Gut“, schließt Gerlach.

Offener Brief von Dirk Gerlach (Die PARTEI):

Sehr geehrter Herr Bühmann,

mit Ihrem öffentlichen Schreiben an den Bündnisssprecher Marlon Gollnisch, haben Sie gleich zweierlei Dinge bestätigt:

Die CDU und ihre Anhänger*innen besitzen nicht einmal ansatzweise die Fähigkeit, im Rahmen eines politischen Diskurses den richtigen Ton, noch viel weniger aber die richtige Vorgehensweise zu treffen.

Nur weil es Ihrer Partei bisher nicht gelang, erfolgreich eine*n eigene*n Bürgermeisterkandidat*in ins Rennen zu schicken, bedienen Sie sich der Methodik, andere Bewerber schlecht zu reden. Auch scheinen Sie sich zu erhoffen, durch diesen Brief den Makel loszuwerden, vor Ort als Partei weder bisher etwas gegen die NPD auf dem Hof Nahtz unternommen zu haben, noch vorzuhaben, dies in der Zukunft zu tun.

Dass ein öffentlicher Brief zudem der von Ihnen befürchteten Bündnisspaltung vielmehr zuspielt, als dass er sie verhindert, belegt allzu deutlich, dass Sie selbst vielmehr derjenige sind, der hier in der Verantwortung steht.

Es wäre ein einfaches für Sie gewesen, Herrn Gollnisch im direkten Gespräch und/oder im Rahmen des BGR-Treffens darauf anzusprechen. Sie aber haben durch Ihre Selbstsucht das Thema erst in die Öffentlichkeit gebracht und damit den Nazis direkt in die Hände gespielt. Damit also das Bild eines uneinig zueinanderstehenden BGRs sogar gefördert und jenen ein Einfallstor gegeben, von denen Sie selbst behaupten, gegen sie zu sein.

Folgerichtig kann dies nur eins bedeuten: Sie und Ihre Partei sind im Widerstand gegen Rechtsextremismus die falsche Partei und die falsche Person allemal. Ihre Äußerungen zeugen von völliger sachlicher und politischer Unkenntnis darüber, was Widerstand gegen Rechts bedeutet und wie dieser funktioniert.

Das Amt eines Bündnissprechers kann sehr wohl mit dem seiner Parteizugehörigkeit parallel betrieben werden. Es ist nicht Herrn Gollnischs Schuld, dass Sie nicht selbst auf die Idee gekommen sind, denn im umgekehrten Falle, hätten Sie sich ebenso verhalten und ich bin mir dahingehend sicher, dass es daraufhin keinerlei derart niederträchtige „offene Briefe“ gegeben hätte. Als Antifaschist (der per Definition des Grundgesetzes jede*r Demokrat*in ist) ist man um jeden politischen Flügel dankbar, der sich gegen die NPD und damit gegen Demokratiefeinde stellt. Von einem „politischen Missbrauch“ kann daher keinerlei Rede sein!

Zudem steht auch die Rolle von Herrn Mende sowohl privat, als auch als Geschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages nicht zur Debatte. Insbesondere dann nicht, wenn er sich intern um den freiwerdenden Sitz seiner Kollegin Kerstin Lühmann bewirbt, welche bisher jahrelang auf den Demonstrationen gegen die NPD immer dabei war. Hier stellt sich vielmehr die Frage: wo waren Ihre Kolleg*innen in dieser Zeit und wann traten diese als Sprecher*innen gegen Rechts auf? Die Tatsache, dass Herr Addasch bisher nicht das Wort ergriffen hat, verstehe ich als Eingeständnis gegenüber dem erzkonservativen Flügel der CDU, es sich mit den darin vorherrschenden Meinungsführern nicht zu verscherzen. Der äußerste rechte Rand ihrer Partei war für die Wahlen schon immer ein wichtiges Gut.

Dirk Gerlach
1. Vorsitzender der PARTEI Celle
Ratsherr der Stadt Celle

Offener Brief von Hubertus Bühmann (CDU):

Soll das unabhängige Escheder „Bündnis gegen Rechtsextremismus“ zur SPD-Wahlkampftruppe verkommen?

Offener Brief an den Sprecher des
Bündnis gegen Rechtsextremismus
Herrn Marlon Gollnisch

Lieber Marlon Gollnisch,

mit großer Verwunderung und Irritation habe ich am heutigen Samstag die Veranstaltung vor dem Escheder Bahnhof erlebt.

Vor der beeindruckenden Kulisse vieler Escheder Mitbürger, die auch zunächst die Veranstaltung auf dem Marktplatz und dann den Umzug zum Bahnhof mit 4 Landtagsabgeordneten und ohne Antifa begleitet haben, sprachen dann nach der beeindruckenden rede der Lüneburger Bundestagsabgeordneten der Grünen nur noch SPD-Mitglieder. Dass Du dann noch, nachdem Du zunächst einige SPD-Fahnen verteilt hast, die Veranstaltung mit einer großen SPD-Fahne in der Hand moderiert hast, trägt in keiner Weise den Anliegen des parteiübergreifenden Bündnisses gegen Rechts in Eschede Rechnung.

Weshalb trat überhaupt der ehemalige Celler Oberbürgermeister Mende hier als Redner auf, der derzeit kein öffentliches Amt innehat, oder wolltest Du ihm für seine innerparteiliche Kandidatur zur Wahl des SPD-Bundestagsabgeordneten ein Forum bieten? Der Eindruck drängt sich einem auf!

Ich kann verstehen, dass Du Deine Bürgermeisterkandidatur für die SPD voranbringen möchtest, aber dann musst Du Dich für eine Funktion entscheiden! Ich bin diesem breiten Bündnis beigetreten, weil wir die Rechtsradikalen, die sich in Eschede auf dem NPD-Hof einnisten und die Linksradikalen der Antifa, die Demonstrationen bei uns missbrauchen und nur die Auseinandersetzung mit der Polizei suchen, bei uns in Eschede nicht haben wollen und sie nur vertreiben können, wenn  sich alle demokratischen Kräfte in einem  gemeinsamen Bündnis ihnen entgegenstellen.

Durch Dein Verhalten bei der heutigen Aktion stellst Du dieses in Frage und machst nicht nur mir die Mitgliedschaft in diesem Bündnis schwer.

Mit freundlichen Grüßen

Hubertus Bühmann

PR






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