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Startschuss für Projekt zur Erprobung von Waldbrandtanklöschfahrzeugen

CELLE. „Die Trockenheit in den niedersächsischen Wäldern nimmt zu, die Waldbrände werden ebenfalls an Heftigkeit gewinnen. der Klimawandel macht Schritte wie die Beschaffung von neuen Fahrzeugen für die gezielte Waldbrandbekämpfung wichtiger denn je“, sagte Pistorius bei der heutigen Fahrzeugübergabe.

Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius hat heute den Startschuss für die Erprobung von Waldbrandtanklöschfahrzeugen durch niedersächsische Feuerwehren gegeben. Am Standort des Niedersächsischen Landesamtes für Brand und Katastrophenschutz (NLBK) in Celle-Scheuen übergab Pistorius ein Tanklöschfahrzeug auf Basis eines Unimog U5023 mit einem Löschwassertankvolumen von 3.000 Litern und spezifischer Waldbrandausstattung zur dreimonatigen Erprobungsphase an den Landkreis Heidekreis

Minister Pistorius: „Die großen Waldbrände in Lübtheen, Lieberoser Heide sowie der Moorbrand in Meppen haben uns klargemacht, dass wir noch mehr tun müssen als bisher. Die Beschaffung von Waldbrandtanklöschfahrzeugen und Fahrzeugen für die kommunalen Kreisfeuerwehrbereitschaften ist ein essentieller und dringend notwendiger Schritt zur Abwehr der auch in Niedersachsen immer häufiger auftretenden Vegetationsbränden. Der Klimawandel bleibt eine Herausforderung für uns alle, allen voran für unsere Feuerwehren die die Auswirkungen im Einsatz direkt zu spüren bekommen angesichts der pandemiebedingten Umstände ist der Start der Erprobung ein positives Signal das wir in Richtung der nie kursächsischen Feuerwehren senden. Ihr Einsatz und Engagement ist gerade auch in diesen schwierigen Zeiten sehr wertvoll und quasi unbezahlbar.“

Ziel dieser Erprobung ist die Konzeptionierung eines Waldbrandtanklöschfahrzeuges für den kommunalen Einsatz bei dessen Erwerb die Kommunen durch eine gezielte Förderung des Landes unterstützt werden sollen.

Im Anschluss an den Landkreis Heidekreis erfolgt die weitere Erprobung, jeweils für drei Monate durch die Landkreise Göttingen, Goslar, Diepholz und Celle. Die Erprobungsphase läuft insgesamt bis Mitte kommenden Jahres und wird durch eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der berufsfeuerwehren (AGBF) Niedersachsen, Waldbrandteam e.V., Landesfeuerwehrverband (LFV) Niedersachsen e.V., NLBK und MI begleitet, die auf der Grundlage der Ergebnisse der Erprobungsphase weitere Beschaffungen oder Fördermaßnahmen prüft.

Neben dem Kauf von kommunalen Waldbrandtanklöschfahrzeugen für eine Verwendung in den Kreisfeuerwehrbereitschaften sollen zukünftig auch weitere Fahrzeuge und Gerätschaften für den Einsatz in den Kreisfeuerwehrbereitschaften finanziell gefördert werden dieses Vorgehen stellt ein absolutes Novum in der Feuerwehrgeschichte Niedersachsens dar, da die Förderung dieser Fahrzeuge bisher ausschließlich über den Bund lief. In den Haushaltsjahren 2021 bis 2024 stellt das Land Niedersachsen dafür insgesamt zehn Millionen Euro bereit.

Zum Ende des Jahres wird voraussichtlich die Erprobung eines weiteren Fahrzeug Typs starten. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Waldbrandtanklöschfahrzeug mit einem Löschwassertankvolumen von 3.000 Litern sowie spezifischer Waldbrand- und Selbstschutzausgattung. Dieses Fahrzeug wurde in Anlehnung an die Fachempfehlung des deutschen Feuerwehrverbandes konzipiert und soll u.a. in einer neuen Landeseinheit zur Vegetationsbrandbekämpfung (sog. GFFF-V-Einheit) auf überörtlicher und internationaler Ebene eingesetzt werden. der Aufbau dieser Landeseinheit befindet sich derzeit in Vorbereitung. Sie soll mit ihren Spezialfähigkeiten, die bereits sehr hohe Schlagkraft der niedersächsischen Feuerwehren im Bereich der Vegetationsbrandbekämpfung zusätzlich stärken.

Mit der Vorbereitung zur zukünftigen Aufstellung spezialisierter Landeseinheiten zur Vegetationsbrandbekämpfung bereiten wir uns auf die Herausforderungen der Zukunft vor. Damit stärken wir die Schlagkraft unserer niedersächsischen Feuerwehren gleichzeitig geht es darum, die Möglichkeiten unserer Partner auf Bundes- und Europaebene noch besser zu unterstützen so Pistorius weiter.

pünktlich zum Projektstart zur Erprobung von Waldbrandtanklöschfahrzeugen wurde heute zudem zwischen der Bundeswehr und dem NLBK ein Mitbenutzungsvertrag für den Standortübungsplatz Celle-Scheuen geschlossen. Somit sind z.B. Geländeeinweisungsfahrten auf der dortigen Fahrschulstrecke aber auch Übungen zur Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte des Brand- und Katastrophenschutzes sowie gemeinsame Übungen mit der Bundeswehr wie z.B. Brandbekämpfung aus der Luft mit Wasserentnahme aus Faltbehältern möglich.

„Mit der gemeinsamen Nutzung des Standortübungsplatzes Celle-Scheuen schlagen wir ein weiteres Kapitel in der sehr erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Land Niedersachsen und der Bundeswehr auf. So können wir nicht nur unsere Einsatzkräfte des Brand- und Katastrophenschutzes auf diesem Gelände aus- und fortbilden, sondern auch die gemeinsamen Übungen mit der Bundeswehr weiter intensivieren“, so Minister Pistorius abschließend.

Technische Daten TLF 3000 auf Unimog U5023:

FahrzeugtypTLF 3000 Erprobungsfahrzeug für den kommunalen Einsatz
AufbauherstellerSchlingmann GmbH & Co. KG
FahrgestellUnimog U5023
Geländegängig Kat. 3 gem. EN 1846-2
Spurgleiche Singlebereifung
MotorDiesel
Euro-VI mit AdBlue
Leistung 170 kW Drehmoment 900 Nm
AntriebsartZuschaltbarer Allradantrieb
Differentialsperren längs sowie an Vorder- und Hinterachse
GetriebeAutomatisiertes Schaltgetriebe mit ausklappbarem Kupplungspedal
HöchstgeschwindigkeitMax. 90 km/h
Länge6.650 mm
Breite2.500 mm
Höhe3.150 mm
Radstand3.850 mm
Wattiefe1.200 mm
Zul. Gesamtmasse14.500 kg
Gewogene Einsatzmasseca. 13.000 kg
FahrzeugmassenklasseM
FeuerlöschkreiselpumpeFPN 10-2000
Pump & Roll-fähig
Löschwassertank3.000 l
Besatzung(0/1/2/3)
Technische AusstattungReifendruckregelanlage mit Reifendruckkontrollsystem in der KabineGeschwindigkeitsregelanlageRückfahrkameraJe 2 Anschlagpunkte (Schäkel) vorne und hinten am RahmenZusätzliche Frontscheinwerfer
Zusätzliche sicherheitstechnische AusstattungThermischer und mechanischer Schutz für Kraftstoff- und Bremsleitungen, Bremsschläuche sowie bei elektrischen Leitungen die den Ausfall des gesamten Fahrzeugs bewirken können.
Feuerwehrtechnische AusstattungAufbau mit fünf Geräteräumen und begehbarem DachAstabweise für Kennleuchte und akustische WarnanlageHeckwarnsystemJe eine Einrichtung zur schnellen Wassergabe links und rechts (je 1x D25-30) mit gekuppelten HohlstahlrohrSteckbarer Wasserwerfer auf dem Dach (min. 1.200 l/min)Lichtmast mit zwei Nah- und wie Fernscheinwerfern LED 24-VoltPlatz für Schutzkleidung im AufbauPlatz für Getränke im Aufbau
BeladungGemäß DIN 14530-22
Ergänzungsbeladung Waldbrand nach DIN 14530-22

PR
Fotos: Celler-Presse.de





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