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Bergwerk Niedersachsen-Riedel bei Wathlingen – Grundwasser, Straßenverkehr, Flutung: LBEG überprüft bisherige Erkenntnisse

WATHLINGEN. Im Zuge der Sanierung des ehemaligen Salzbergwerks Niedersachsen-Riedel bei Wathlingen im Landkreis Celle hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie wesentliche Punkte aus den laufenden Genehmigungsverfahren noch einmal auf den Prüfstand gestellt. Dies betrifft die Belastung des Straßenverkehrs durch die geplanten Transportfahrten, die Grundwassersituation und auch die Altlastenproblematik. „Es ist wichtig, dass wir als Aufsichtsbehörde die Sorgen und Bedenken von Anliegern, örtlichen Behörden und Kommunalpolitik aufgreifen, unsere bisherigen Auswertungen mit Blick auf neuere Entwicklungen überprüfen und dann auch Transparenz herstellen“, sagt LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier. „Vor Abschluss dieser Überprüfungen wird das LBEG in den Genehmigungsverfahren keine abschließenden Entscheidungen treffen.“

Vorgeschichte und Hintergrund:

Die Kali+Salz AG (K+S) hat im Jahr 1997 den Standort Niedersachsen-Riedel bei Wathlingen stillgelegt. Das Unternehmen ist nach Berggesetz zu Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen verpflichtet. Um das alte Grubengebäude zu sichern, wird das Bergwerk bereits seit dem Jahr 2007 geflutet. Um die Halde wieder nutzbar zu machen, ist eine Abdeckung beantragt. Flutung und Abdeckung sind beides erprobte Standardmaßnahmen im Nachbergbau. So sind die früheren Kali-Bergwerke in Sehnde bereits weitgehend geflutet, am 2019 stillgelegten Standort Wunstorf ist die Flutung in Vorbereitung. An der Halde Friedrichshall in Sehnde ist auch die Abdeckung der Halde praktisch abgeschlossen.

Zur Flutung des Bergwerkes Niedersachsen-Riedel:

Die Flutung des ehemaligen Salzbergwerks ist nach § 7 Abs. 3 der Allgemeinen Bergverordnung über Untertagebetriebe, Tagebaue und Salinen (ABVO) zur Sicherung der Tagesoberfläche bei der endgültigen Einstellung des Betriebes gesetzlich vorgeschrieben. Um etwaige Schäden an der Oberfläche zu vermeiden, wird das Bergwerk von K+S seit Dezember 2007 planmäßig geflutet. Hierfür werden salzhaltige Wässer von der Halde und Wasser aus der Fuhse genutzt. Als Flutungsmedium zu bevorzugen sind salzhaltige Wässer, da diese das Grubengebäude nicht angreifen können. Aktuell hat K+S beantragt, salzhaltige Wässer auch von anderen niedersächsischen Standorten (z.B. Sehnde) per Lkw anzutransportieren und für die Flutung zu nutzen.

Zum Thema Rüstungsaltlasten:

Derzeit wird in der Region über die im Bergwerk lagernden Rüstungsaltlasten aus dem Zweiten Weltkrieg diskutiert. Zuletzt wurde im Jahr 2006, vor Beginn der Flutungsmaßnahmen, nach gründlicher Überprüfung festgestellt, dass keine Gefahren von den Rüstungsaltlasten ausgehen, zum Beispiel für das Grundwasser. Da die Altlasten aber in einem noch nicht gefluteten Teil des Bergwerks lagern, wird das LBEG die bisherigen Ergebnisse noch einmal genau überprüfen.

Zur Abdeckung der Halde:

Die Halde soll laut Antrag mit Ton, Böden, Bauschutt und schließlich Humus abgedeckt werden, um sie dann begrünen zu können. Die Abdeckung soll verhindern, dass Niederschlagswasser die salzhaltige Halde dauerhaft auswäscht und damit das Grundwasser belastet. Für dieses von K+S beantragte Vorhaben läuft derzeit ein Planfeststellungsverfahren. In der Öffentlichkeit wird dabei viel diskutiert, ob die Halde bereits Kontakt mit dem Grundwasser hat bzw. durch die Abdeckung und der damit verbundenen Gewichtszunahme bekommen wird. Bisherigen Berechnungen und Annahmen zufolge, die das LBEG als Aufsichtsbehörde überprüft hat, kommt es nur bei extremen Witterungslagen mit viel Niederschlag im Schnitt alle 15 Jahre zu einem wenige Tage dauernden Grundwasserkontakt. K+S als Vorhabenträgerin hat nun angekündigt, den geäußerten Zweifeln mit weiteren Erkundungs- bzw. Überwachungsmaßnahmen zu begegnen. Mühlenmeier dazu: „Wir begrüßen diese zusätzlichen Maßnahmen ausdrücklich.“ Sie können weitere Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Haldenkörpers und zur Grundwassersituation bringen.

Zur Verkehrsbelastung:

Im Zuge der Untersuchungen im Planfeststellungsverfahrens zur Abdeckung der Halde kamen ein externes Verkehrsgutachten und unter anderem die zuständige Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie der Landkreis zu dem Ergebnis, dass die Anlieferung von Stoffen per Lkw zum Standort Niedersachsen-Riedel erfolgen kann. Untersucht wurden u.a. die grundsätzliche Tauglichkeit der Straßen und Kreuzungen sowie Lärmemissionen. Nun sollen auch die möglichen zusätzlichen Transportfahrten durch die beantragte Anlieferung von Flutungswässern einbezogen werden. Präsident Mühlenmeier: „Wir müssen die geplanten Vorhaben von K+S am Standort Wathlingen im Ganzen betrachten. Das gilt insbesondere für die Verkehrsbelastung.“

Weitere Infos:

Die ersten Arbeiten am Kalibergwerk Riedel zwischen Hänigsen und Wathlingen im Landkreis Celle begannen 1905, stillgelegt wurde es 1997. Das bei der Kaliproduktion entstehende Haufwerk wurde zur Halde Niedersachsen bei Wathlingen aufgeschüttet. Vor und im Zweiten Weltkrieg war das Bergwerk Teil der Heeresmunitionsanstalt Hänigsen.

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