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Wathlingen fordert Mediation im Interesse der Region

WATHLINGEN. Der Kreistag Celle, die Gemeinderäte in Wathlingen, Nienhagen und Uetze und auch der Samtgemeinderat Wathlingen sind gegen die Projekte der Kali und Salz an der Kalihalde in Wathlingen. Mittels Presseschlacht einzelner sei jeder Gesprächsfaden abgeschnitten worden. „Es fehlen zu vielen Fragen Antworten der Kali und Salz, daher begrüße ich die Initiative des Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) die Fragen der Bürgerinnen und Bürger noch einmal auf den Prüfstand zu heben“, erklärt der Wathlinger Bürgermeister Torsten Harms (CDU), “in dieser Situation der Sprachlosigkeit und verweigerten Antworten hat sich der Rat der Gemeinde Wathlingen auf Vorschlag des Bürgermeisters entschieden, auf Grund der Initiative des LBEG eine Mediation unter allen Beteiligten anzustoßen und hierzu einen Betrag von 10.000 Euro zu investieren!“

Der Rat will im Interesse der Bürger mit dem Verfahren offene Fragen klären. So die Frage, warum ein solches Projekt überhaupt angefahren werden muss, wenn denn, auf Grund der Lage der Halde zum Grundwasser, keinerlei Auswirkungen auf das Grundwasser gegeben sind. Die als Umweltmaßnahme angekündigte Begrünung wäre dann eben doch nur eine Entsorgungsanlage für Bauschutt ohne Umweltnutzen. Aus Sicht der Wathlinger Ratsmitglieder müssen die Rüstungsaltlasten und deren Verbleib im Grubengebäude auf Basis der heutigen Gegebenheiten neu bewertet und beurteilt werden.

Die entstehende Verkehrssituation belaste die gesamte Region. Die Wathlinger wollen nicht akzeptieren, dass jedes Projekt der Kali und Salz als einzelnes Projekt gewertet wird, wenn denn sowohl die Begrünung als auch die Einleitung von fremden Salzwässern Zielverkehr zur Halde in den Gemeinden erzeugt. Ziel soll daher die Erarbeitung gemeinsamer Lösungen sein. Die Frage welche Auswirkungen eine Abdeckung für das Grundwasser durch das Gewicht der Halde hat muss ebenso beantwortet werden, wie die Belastung des Grundwassers und der Umgebung durch die aufzubringenden Stoffe. Letztlich ist auch die Frage, was passiert eigentlich während und nach dem Ende der Begrünung. Letztlich stelle sich die Frage was die Region von einem solchen Mammutprojekt hat. Allein die Belastungen zu tragen, wenn nur Kali und Salz verdient, kann nicht die Lösung sein. Der Rat fordert auch in diesem Punkt eine gemeinsame Kraftanstrengung.

Ohne die einvernehmliche Beantwortung zumindest dieser Fragen sei aus Wathlinger Sicht gar keine Genehmigung zu erteilen. „Ich habe hier auch die Erwartung, dass das LBEG uns unterstützt die Fragen beantwortet zu bekommen und den Weg der Mediation für die Region mitgeht“, so Harms, der auch darauf hofft, dass nicht nur der Präsident des LBEG Carsten Mühlenmeier, sondern auch die beiden Minister Dr. Bernd Althusmann (Wirtschaft) und Olaf Lies (Umwelt) dem Mediationsverfahren den nötigen Rückenwind geben. Neben den beiden Ministern richtet sich das erste Schreiben in diesem Verfahren an den Landrat Klaus Wiswe, den Präsidenten des Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Carsten Mühlenmeier, Kali und K+S Aktiengesellschaft Dr. Burkhard Lohr, Bürgermeister Jörg Makel (Nienhagen), Bürgermeister Werner Bakeberg (Uetze), Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube (Wathlingen), Holger Müller (Bürgerinitiative Umwelt – Wathlingen e. V), Sigmar Flindt (NaBu Wathlingen), Heiner Lamers (BUND Celle), Caius Schleicher (CDU Wathlingen), Monika Wendt (SPD Wathlingen), Marcel Kasimir (GRÜNE Wathlingen) und Ingrid Kantoks-Albert (BL/Linke Wathlingen).

Mit der Durchführung wurde Jan Nicolai Hennemann als erfahrenen und allparteilichen Mediator der Sweco GmbH beauftragt, der nach einem ersten Schreiben Kontakt mit den Partnern der Mediation aufnimmt. Es wird in dem ersten Gespräch um die Frage der Bereitschaft zur Teilnahme an der Mediation gehen. Auch werden die Themen angesprochen, die jeder Teilnehmer in einem solchen Verfahren aufgenommen wissen möchte.

Harms, der selbst als Mediator im kommunalpolitischen Raum und für Unternehmen im Baubereich tätig ist, geht derzeit davon aus, dass bei der Vielzahl gerade auch grundlegender Themen das Verfahren etwa ein halbes Jahr dauern wird.

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