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LINKE: „‚Pflege-Ausbildung light‘ wird Fachkräftemangel in der Pflege nicht beseitigen“

NIEDERSACHSEN. „Der Personalmangel in der Gesundheits- und Krankenpflege hat in Niedersachsen drastisch zugenommen. So sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit landesweit mehr als 4.600 Stellen in Pflegeberufen unbesetzt. Und Gesundheitsministerin Behrens und Kultusminister Tonne (beide SPD) fällt offenbar nichts Besseres ein, als dem Fachkräftemangel mit einer verkürzten Ausbildung entgegenwirken zu wollen. Ihr Konzept ist brandgefährlich und wird zwangsläufig zu einem Qualitätsverlust in der gesundheitlichen Versorgung führen“, kommentiert Lars Leopold, Landesvorsitzender der niedersächsischen LINKEN, die am Montag von der Landesregierung vorgestellte Kampagne ‚Meine Zukunft Pflege‘.

Leopold weiter: „Schlechte Entlohnung, miese Arbeitsbedingungen, Personalmangel oder fehlende Arbeitsschutzbekleidung – das sind die Gründe dafür, dass weiterhin viele Pflegekräfte dem Job den Rücken kehren und sich nicht mehr genügend Auszubildende finden. Aber gerade hier verweigert sich die Landesregierung seit Jahren und befeuert so den Pflegenotstand.
Die Pflege von alten und kranken Menschen ist nichts, was man eben mal im Vorbeilaufen erlernen kann, sondern eine höchst anspruchsvolle Tätigkeit. Und dafür benötigen wir auch weiterhin gut ausgebildetes Fachpersonal und keine eilig angelernten Hilfskräfte. Dieses Fachpersonal wird aber nur gewonnen und letztlich auch gehalten werden können, wenn es angemessen bezahlt wird und gute Arbeitsbedingungen vorfindet. Um den Anreiz und das notwendige Vertrauen dafür zu schaffen, dass wieder mehr junge Menschen eine Ausbildung in der Pflege beginnen und auch Pflegekräfte wieder in den Beruf zurückkehren, braucht es endlich allgemeinverbindliche Tarifverträge mit Personalmindestverordnungen statt einer ‚Pflege-Ausbildung light‘! Außerdem fehlt es in der Pflege weniger an Assistenzkräften, sondern an ausgebildeten Pflegefachkräften, unter deren fachlichen Leitung Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten große Teile der Versorgung von Pflegebedürftigen übernehmen. Hier betreibt die Landesregierung wieder einmal Schaufenster-Politik, die für die Pflegekräfte keine spürbaren Verbesserungen hervorbringt.“

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