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Fisch zu Karfreitag: Knapp und teurer, aber lecker – Hohe Nachfrage nach regionaler Ware, aber wenig Angebot – Otter Fressfeind Nr. 1

An Freitagen und vor allem an Karfreitag steht auf vielen Tischen Niedersachsens traditionell Fisch. Doch dafür müssen die Verbraucher dieses Jahr tiefer in die Tasche greifen: „Fisch ist ein verknapptes Gut. Karpfen, Forelle und Aal sind relativ wenig vorhanden. Um sicher Fisch an Karfreitag auf dem Tisch zu haben, empfiehlt es sich extrem, diesen vorzubestellen“, sagt Torben Heese, Vorsitzender des Landesfischereiverbandes für die Fluss- und Seenfischer, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Die Nachfrage sei konstant hoch, doch das Problem liege darin, dass aufgrund des enormen Fraßdrucks die Fischer die Fische nicht groß bekommen. „Sie werden uns einfach zu früh durch Otter und Kormorane weggefressen. Was der Wolf bei den Weidetierhaltern ist, ist der Otter bei uns Fischern“, erklärt der Teichwirt einen der Gründe, der besonders die Karpfen betrifft: „Wenn der ,Kühlschrank‘ für den Otter voll ist, lebt es sich gut.“

Doch auch bei den Forellen sehe es nicht viel anders aus. Große Nachfrage, aber wenig Angebot. Nach fünf trockenen Sommern in Folge haben die Fischhalter aus der Region ihre Ware gut verkauft bekommen, aber die Nachzucht ist aufgrund des Wassermangels nicht so schnell gewachsen wie gedacht. „Deutschland ist bei Fisch Netto-Importeur, und wenn es dann auch noch in Fischaufzucht-Anlagen wie in Dänemark Ausfälle gibt, dann haben wir nur noch ein geringes Angebot“, zeigt der Teichwirt der Aschauteiche in der Nähe von Eschede auf. Im Moment seien die Teiche gut gefüllt, sollten aber wieder drei, vier trockene Monate kommen, dann könne manche Teichanlage diesen Verlust nicht mehr auffangen. Es komme dann zu stark vermindertem Wachstum, weil nicht mehr gefüttert werden könne. Und aufgrund der geringen Wasserstände zu erhöhten Verlusten, weil Reiher und Otter wieder leichtes Spiel hätten. Heese hofft deshalb auf ein normales Fischjahr.

Die Preise für Fisch sind steigend, sie haben aktuell das Niveau wie zur Weihnachtszeit erreicht. Die traditionelle Teichwirtschaft und Fischerei sind weiterhin überwiegend Handarbeit, sodass nur wenig Einsparpotenzial bei Betrieben möglich ist. „Digitalisierung lässt sich bei uns nur schwer umsetzen, um Kosten einzusparen. Wenn der Fischertrag aus bewirtschafteten Teichflächen nicht mehr reicht, dann werden diese Flächen aufgegeben – und es wird noch weniger Fisch aus der Region geben“, erklärt Heese, doch die akut hohe Nachfrage stimmt ihn froh.

„Wir Weserfischer sind noch vor der Saison. Erst Mitte Mai geht es mit dem Aal los“, erklärt Carsten Brauer, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes für die Fluss- und Seenfischer. Auch er berichtet davon, dass die Bestände noch nicht groß nachgewachsen sind. Die Nachzucht sei noch nicht vermarktungsfähig, die Nachfrage sei größer als das Angebot. Für die Weserfischer ist zudem der aktuelle Wasserstand zu hoch. „Aufgrund des vielen Wassers können wir unsere Reusen nicht geschützt und gesichert ins Wasser legen. Aber das sind natürliche Gegebenheiten, auf die wir reagieren müssen“, schildert Brauer, dem in seiner Branche vor allem die gestiegenen Kosten im Energiebereich Sorge machen. „Die höheren Kosten können wir nicht mehr am Markt – beim Preis für den Verbraucher – erwirtschaften. Da ist die Grenze erreicht. Also müssen sie betrieblich aufgefangen werden, damit wir auch zukünftig Fisch aus der Region, nachhaltig und unter guten Bedingungen aufgezogen unseren Kundinnen und Kunden anbieten können“, setzt Brauer weiter auf den Verbraucher. Schließlich zählt Fisch nicht wie Fleisch zu „den Tieren des Himmels und der Erde“, ist damit an Fastentagen erlaubt und mit ihm bleibt bis heute die Tradition erhalten, freitags Fisch zu essen.

LPD
Foto: Pixabay

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