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EDEKA-Neuauftritt, vergrößerte Grundschule Westercelle – Wird das Schulwegekonzept dem gerecht?

Alles wird neu in diesem Quartier an der Hannoverschen Straße auf der Höhe der ehemaligen Schubotz-Mühle – eine viel größere Grundschule an der Ecke Triftweg/Bruchhagen, ein groß dimensioniertes Seniorenzentrum, wo einst die Mühle stand, und nun wird auch die gegenüberliegende Ecke zur Westerceller Straße sowie das angrenzende Areal neu geplant. Die Gebäude, die sich dort befinden, also der Cash + Carry-Großmarkt Mios sowie der dahinter liegende EDEKA-Markt, werden abgerissen. Es entstehen direkt gegenüber vom Altenwohnheim ein Drogeriemarkt mit ca. 800 qm Verkaufsfläche inclusive Apotheke, Arztpraxen und Wohnungen sowie in einem separaten Haus ein Lebensmittelmarkt mit ca. 2500 qm Nutzungsfläche. Vorhabenträger für beide Objekte ist die EDEKA-MIHA Immobilien-Service GmbH, die einen entsprechenden Antrag bei der Stadt Celle gestellt hat.

Die Umgebung des Nahversorger- und Schul-Standortes ist ausgesprochen verkehrsreich, was sich durch die Liefer- und Kundenverkehre für den neuen Drogeriemarkt, die Apotheke und den Nahversorger intensivieren könnte. Die Bruchhagen-Schule wird eingerahmt von den Hauptstraßen B3 (Hannoversche Heerstraße) und K61 (Dasselsbrucher Straße). Beide Routen dienen als Zubringer für die angrenzenden Gewerbegebiete und werden daher oft von LKW befahren.

Bis zur im Jahr 2019 beschlossenen Neuordnung der Celler Grundschullandschaft war es für die Erst- bis Viertklässler keine Notwendigkeit, die B3 zu überqueren, es gab die Grundschule Nadelberg für alle Kinder westlich der Hannoverschen sowie die Grundschule Bruchhagen für die östliche Seite. Durch die Zusammenlegung der beiden Unterrichtsstätten in der Grundschule Westercelle am Standort der bisherigen Bruchhagen-Schule verändert sich dieses Szenario. Die B3 muss überquert werden, eine Tatsache, über die früh aus den Reihen der Elternschaft Besorgnis geäußert wurde. Nun liegt das endgültige Schulwegekonzept vor, es wurde nach wenigen Anpassungen aufgrund von Einwänden aus den Reihen der Politik im jüngsten Schulausschuss präsentiert:

Am Triftweg und an der Dasselsbrucher Straße werden Hol- und Bringzonen eingerichtet mit insgesamt 19 Stellplätzen, 14 beidseitig am Triftweg (für diesen Zweck entfallen Parkplätze vor den Praxen), fünf an der Dasselsbrucher Straße. Die Einmündungen Triftweg, der zur Fahrradstraße wird, und Bienenstraße werden umgestaltet, über rund 150 Meter wird eine Tempo-30-Zone an der Hannoverschen Straße ausgewiesen. Ein neuer Übergang mit einer Anforderungsampel und Gelbblinker wird auf der Höhe Bienenstraße geschaffen. Die Kreuzung Bienenstraße/Vogelberg wird mit roten Steinen aufgepflastert.

Mit Unverständnis nehmen die Celler Grünen das Konzept zur Kenntnis: „Zwar wurden einige Vorschläge in die Planungen aufgenommen, an den Hol- und Bringzonen direkt im Mündungsbereich des Triftweges zum Beispiel hält die Verwaltung allerdings fest“, kritisieren die Fraktionsvorsitzenden Johanna Thomsen und Stephan Ohl und fügen hinzu: „Wir sehen durch die Vielzahl unterschiedlicher Verkehre in dem Bereich und dieser zusätzlichen, aus unserer Sicht überflüssigen, Hol- und Bringzone dort weiterhin erhebliches Gefährdungspotential.“ „Wo sollen denn die Elterntaxis wenden, wenn sie im Triftweg vorfahren?“, lautete eine Frage in der Einwohnerfragestunde während der Sitzung des jüngsten Schulausschusses und traf auf eine Verwaltung, die auf eine solche Frage nicht vorbereitet war. Auf Anwohner könnte eine Zunahme des Autoverkehrs im Wohngebiet zukommen. „In Zukunft ist zweimal am Tag damit zu rechnen, dass mindestens 144 Fahrzeuge etwa zeitgleich dasselbe Ziel ansteuern und wieder verlassen. Es wird aufgrund der Zusammenlegung ca. 300 An- und Abreisebewegungen durch Schüler, Lehrkräfte und Eltern zusätzlich geben“, hat ein Westerceller Bürger berechnet. Hinzu käme das kontinuierliche Verkehrsaufkommen am Triftweg durch die dort ansässigen Zahnarzt- und Kinderarztpraxen sowie die Caritas Kinderkrippe in unmittelbarer Nachbarschaft der Grundschule Westercelle, die drei Eingänge erhalten wird. Die Grünen nehmen den Haupteingang am Bruchhagen ins Visier: „Auch wurde nicht erläutert, wie zusätzliche Verkehre in der Straße Bruchhagen verhindert werden sollen? Wir haben auch dort erhebliche Sicherheitsbedenken.“ Gänzliche Ratlosigkeit herrsche in der Grünen-Fraktion, welche verkehrlichen Auswirkungen die Pläne auf dem Mios-Edeka-Gelände haben und was diese für die zukünftigen Schulwege bedeuten.

Einwände und Bedenken, die bei der Stadtverwaltung zum jetzigen Zeitpunkt auf keinen fruchtbaren Boden stoßen. Das Schulwegkonzept ist festgeschrieben und wird zu Beginn des neuen Schuljahres 2024/25, wenn die Grundschule Westercelle bezugsfertig sein soll, an den Start gehen. „Wir warten ab, wie sich das entwickelt“, sagte der zuständige Fachbereichsleiter Stefan Nerreter, und die verantwortliche Bildungsdezernentin fügte hinzu: „In zwei Jahren kann man ja schauen, ob man nachbessern muss.“

Anke Schlicht
Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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