Saisonstart der M.S. Wappen von Celle verzögert sich – Niedriger Wasserstand bereitet Probleme
Der geplante Saisonstart der M.S. Wappen von Celle muss verschoben werden. Grund dafür ist der derzeit ungewöhnlich niedrige Wasserstand der Aller, der laut dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aktuell bei lediglich 1,15 Metern liegt. Kapitän Udo Kosch, der das Fahrgastschiff auf der Aller seit Jahren steuert, spricht von einem für diese Jahreszeit auffallend geringen Pegelstand, der einen regulären Betrieb unmöglich macht.
Doch nicht nur die Pegelhöhe bereitet Schwierigkeiten. Auch die notwendige Ausbaggerung der Wasserstraße verzögert sich. Ein neuer Bagger, der zunächst Arbeiten an einer Schleuse ausführen musste, traf verspätet ein. Die Ausbaggerung der Aller dient nicht nur der Sicherstellung der Befahrbarkeit, sondern soll ein langfristiges Versanden des Flusses verhindern.
Selbst bei einem Wasserstand von 1,20 Metern kann das Fahrgastschiff nicht sofort den Betrieb aufnehmen. Wie Kapitän Kosch erläutert, muss sich zunächst eine befahrbare Rinne bilden. Die M.S. Wappen von Celle gräbt sich durch Verwirbelungen bei ihren täglichen Fahrten gewissermaßen ihre eigene Fahrrinne. Diese wird durch wiederholte Fahrten geglättet und vertieft, wodurch das Schiff auch bei später leicht sinkenden Wasserständen noch sicher fahren kann. Zu Beginn der Saison ist diese Rinne jedoch nicht vorhanden, was die Fahrt bei einem Pegel von 1,20 Metern zunächst unmöglich macht.
Mit einem Beginn der Baggerarbeiten rechnet Kosch frühestens Mitte bis Ende Juni. Doch selbst dann bleibt der Schiffsverkehr vom Wetter abhängig: „Ein Tag Regen hilft zwar, reicht aber nicht“, erklärt der Kapitän. Damit sich der Wasserstand auf ein stabiles Niveau einpendelt, sei eine längere Regenperiode erforderlich. Kosch spricht von etwa acht Tagen konstant erhöhtem Wasserstand, bevor der reguläre Fahrbetrieb aufgenommen werden kann.
Die Situation betrifft nicht nur die Region Celle. Auch auf anderen Binnengewässern spitzt sich die Lage zu. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes meldet über das ELWIS-Modul für den Pegel Koblenz einen weiteren Rückgang der Pegelstände. Dort liegt der Wasserstand inzwischen bei rund einem Meter. Sollte dieser auf unter 80 Zentimeter sinken, wäre die Schifffahrt in vielen Bereichen faktisch nicht mehr möglich – mit entsprechenden wirtschaftlichen Folgen.
Neben der Binnenschifffahrt trifft der ausbleibende Regen auch die Landwirtschaft, wo ebenfalls auf anhaltende Niederschläge gehofft wird. Der anhaltend trockene Frühling zeigt damit einmal mehr, wie stark verschiedene Sektoren vom Wasserhaushalt der Region abhängig sind.
Kapitän Kosch bleibt dennoch zuversichtlich: „Wir sind vorbereitet und starten, sobald es möglich ist – damit unsere Fahrgäste die Aller und ihre Umgebung wieder vom Wasser aus erleben können.“
Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler-Presse.de
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