Resolution überreicht: Unsere Aller offen halten

WIETZE. „Unsere Aller offen halten“: So lautet die Kernforderung einer Resolution, mit der sich die Gemeinde Wietze dafür einsetzt, dass Gebiete entlang der Aller nicht als Naturschutzgebiet, sondern als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden sollen. Die Resolution wurde vom Rat der Gemeinde Wietze kürzlich mit großer Mehrheit beschlossen und nun von Bürgermeister Wolfgang Klußmann persönlich an Landrat Klaus Wiswe überreicht.

Im Landkreis Celle wird derzeit viel über die Frage diskutiert, ob sogenannte FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) insbesondere entlang der Aller künftig als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden. Hintergrund ist eine Richtlinie der Europäischen Union, die derzeit unter dem Stichwort „Natura 2000“ in allen Landkreisen umgesetzt werden muss. Durch die Schaffung eines europaweiten Netzes soll der natürliche Lebensraum der wildlebenden Tiere und Pflanzen geschützt werden. Durch die Richtlinie ist der Landkreis Celle angehalten, bestimmte Bereiche hoheitlich zu schützen.

Kern der Frage ist nun allerdings, welche Nutzung durch den hoheitlichen Schutz zukünftig an der Aller noch erlaubt ist. Eine Ausweisung von Naturschutzgebieten würde beispielsweise ganz konkrete Ver- und Gebote mit sich bringen. Viele davon kämen zwar dem Naturschutz zugute, würden aber andere Nutzungen wie die Land- und Forstwirtschaft oder den Tourismus einschränken.

In Wietze sind von der Neuausweisung Bereiche in den Ortsteilen Hornbostel und Jeversen betroffen. In den Ortsteilen sind mit der „Hutweide“, dem „Hellern“ und dem „Moorsee“ bereits eingeschränkte Naturschutzgebiete vorhanden. Kämen nun weitere hinzu, so die Befürchtung, wäre die Land- und Forstwirtschaft bedroht oder zumindest stark eingeschränkt. Zudem könnte der Zugang für Anwohnerinnen und Anwohner, die als Spaziergänger oder Sportler an der Aller Erholung suchen, großflächig ausgeschlossen sein.

„Der Landkreis befindet sich noch in einer Erhebungs- und Abstimmungsphase. Bisher liegen also noch keine abschließenden Pläne auf dem Tisch“, erläutert Bürgermeister Wolfgang Klußmann“. „Uns war es aber wichtig, noch vor Beginn des eigentlichen Verfahrens deutlich zu machen, was wir uns für die Gemeinde Wietze wünschen.“

Der Rat der Gemeinde Wietze spricht sich in der Resolution gegen eine Ausweisung als Naturschutzgebiet aus und lehnt insbesondere die Einschränkungen des Betretungsrechts sowie die Behinderung der naturnahen land- und forstwirtschaftlichen Erhaltung der Kulturlandschaft im Allertal ab. Stattdessen plädiert die Gemeinde für die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes. „Die EU-Vorgaben sollen natürlich eingehalten und der Schutz der Natur gesichert werden. Auf der anderen Seite muss der Zugang und die Nutzung des Allertals weiterhin gewährleistet werden.“

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