Celler Grüne fordern Weidetierprämie statt Wolfsjagd

Celler Grüne fordern Weidetierprämie statt Wolfsjagd

17. April 2020 Aus Von Celler Presse

Landkreis CELLE. „Die Forderung nach einem flächendeckenden Herdenschutz statt Wolfsjagd ist richtig“, teilen Gerald Sommer, umweltpolitischer Sprecher der grünen Kreistagsfraktion, und Bernd Zobel, Vorsitzender des grünen Kreisverbandes, mit. Sie unterstützen damit die Position ihrer grünen Landtagsfraktion.

Die grünen Landtagsabgeordneten Miriam Staudte und Christian Meyer kritisieren die Abschussgenehmigung für zwei Wölfe der Rudel Eschede und Ebstorf, die der Landkreis Uelzen in Abstimmung mit dem Landesumweltministerium erteilt hat. Die Wolfsjagd sei nicht das richtige Mittel, um Nutztiere zu schützen. Mit einer Landtagsanfrage wollen die Grünen nun die Gründe klären, welche Nutztierrisse den Wölfen überhaupt konkret zugeordnet werden und inwiefern die Wölfe dabei einen wirksamen Herdenschutz überwunden haben, denn nach dem Naturschutzrecht dürfen weiterhin nur Problemwölfe, die Schutzvorrichtungen wiederholt überwunden haben, entnommen werden. Eine Bestandregulierung ist weiterhin illegal, da der Wolf weiterhin nach EU- und nationalem Recht streng geschützt ist. Daher hat die Landesregierung auch bislang den Wolf nicht ins Jagdrecht aufgenommen.

Wichtiger als eine erneute aufwendige Wolfsjagd nach einem Einzeltier, sei aus Grüner Sicht eine wirksame Hilfe für die Weidetierhalter. Die Grünen fordern, Weidetierhalter durch eine Weideprämie zu fördern. So soll die besonders naturverträgliche Weidehaltung unterstützt werden. In anderen Bundesländern gibt es eine solche Pro-Kopf-Prämie für Schafe, Ziegen und Rinder bereits.

Miriam Staudte, grüne Abgeordnete für Uelzen und Celle fordert einen umfassenden Herdenschutz: „Um Wolfsangriffe auf Schafe und andere Nutztiere zu verhindern, muss ein flächendeckender Herdenschutz aufgebaut werden. Das Land muss die Tierhalter beim Zaunbau finanziell, aber auch in der praktischen Umsetzung unterstützen. Hier hapert es erheblich, weil bisher hunderte Anträge von Landwirten für Präventionsmaßnahmen wie Zäune unbearbeitet bei den Behörden liegen. Für Rinderhalter hat Umweltminister Lies die Hilfen gleich vollständig gestrichen. Eine vom Wolf unabhängige Weidetierprämie von 20 Euro pro Schaf und 60 Euro pro Rind, wie sie andere Bundesländer eingeführt haben, verweigern SPD und CDU, obwohl sie von Schafhalterverbänden berechtigt gefordert werden. Wir kämpfen weiter für eine Weideprämie.“

Der grüne Naturschutzexperte Christian Meyer kritisiert, SPD-Umweltminister Olaf Lies habe aus der erfolglosen Jagd auf den Rodewalder Rüden im Landkreis Nienburg nichts gelernt: „Die Abschussgenehmigung für den Rodewalder Rüden basierte von Anfang an einer fadenscheinigen Begründung. Die Genehmigung musste schließlich nach einer monatelang erfolglosen Jagd zurückgezogen werden, weil sich der Wolf keine weiteren Nutztiere angriff. Offensichtlich wirkten die Herdenschutzmaßnahmen. Wolfsabschüsse sind nur als allerletztes Mittel zulässig, wenn Menschen gefährdet werden oder wenn Wölfe gelernt haben, wolfsabweisende Zäune zu überwinden.“

Um eine Kostenexplosion wie bei der Jagd auf den Rodewalder Rüden zu vermeiden, setzt das Land nun darauf, dass die örtlichen Jäger die Wolfsjagd unterstützen. Das haben die Jagdverbände bislang abgelehnt, da sie sich mangels Aufnahme ins Jagdrecht als nicht zuständig sehen. „Auch jetzt verschiebe Olaf Lies die Verantwortung vom Land auf einzelne Jäger“. Meyer sieht hier jedoch erhebliche Risiken für die beteiligten Jäger: „Sollte der falsche Wolf geschossen werden oder die Abschussgenehmigung erfolgreich beklagt werden, liegt das rechtliche Risiko beim Jäger.“

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