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Zum Launch des Online Totenbuches für die Häftlinge des KZ Bergen-Belsen

Aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus launchte die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten auf der Website https://kz.bergen-belsen-totenbuch.de/ die etwa 11.500 bekannten Namen der Toten des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Tatsächlich starben mehr als 52.000 der insgesamt 120.000 Häftlinge dieses Konzentrationslagers, wofür die SS unmittelbar verantwortlich war. Weil die SS die Lagerregistratur vernichtete, fanden die britischen Befreier keine namentlichen Listen vor. Es ist unerträglich, dass damit die allermeisten der ums Leben gebrachten Kinder, Frauen und Männer namenlos bleiben.

Seit 1990 hat die Gedenkstätte Bergen-Belsen zahlreiche Informationen zu den Häftlingen des KZ Bergen-Belsen aus anderen Überlieferungen zusammengetragen. Trotz der intensiven Forschungen konnten bis heute nur Namen und Daten zu etwa 11.500 Toten gefunden werden. Diese Namen wurden anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2024 auf einer eigenen Website öffentlich gemacht. Neben den Namen und – soweit bekannt – Friedhöfen finden sich auf der Seite auch Informationen zu Sterbeorten und Quellenlage.

Aufgrund der Quellenvernichtung durch die Täter wird es nicht möglich sein, die Namen aller Toten des Konzentrationslagers Bergen-Belsen zu rekonstruieren. Dennoch ist das Totenbuch Ausdruck des Bemühens, an die Namen aller Toten zu erinnern. Es ist nicht abgeschlossen.

Historischer Hintergrund:

Von den 120.000 Menschen, die als Häftlinge im Konzentrationslager Bergen-Belsen waren, starben mindestens 52.000. Unter den Opfern waren alle Gruppen, die von den Nazis zu Feinden erklärt und aus der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft ausgeschlossen wurden: Juden, Sinti & Roma, politisch Andersdenkende, Homosexuelle, als Asoziale oder Berufsverbrecher diffamierte, Zeugen Jehovas, aus besetzen Ländern zur Zwangsarbeit verschleppte Personen ehemalige Kriegsgefangene und andere mehr. Die SS war für den Tod dieser Männer, Frauen und Kinder aus allen europäischen Staaten verantwortlich. Sie versuchte ihre Verbrechen zu verbergen, indem die Toten verbrannt oder in hastig ausgehobenen Gruben verscharrt werden sollten. Außerdem vernichtete die SS die Lagerregistratur, womit Transportlisten, Totenübersichten und individuelle Häftlingsunterlagen unwiederbringlich zerstört wurden.

PR
Foto: Celler Presse

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