Auch nach einem Jahr keine dauerhafte Lösung für den Silbersee – Badebetrieb 2025 dennoch gesichert
Die Weichen sind seit fast einem Jahr gestellt, doch eine dauerhafte Lösung ist seitdem für den Silbersee mit Campingplatz in Vorwerk nicht gefunden worden, so dass nun im jüngsten Stadtrat beschlossen werden musste, wie die Badesaison 2025 gestaltet werden soll.
Seit dem 1. Mai 2024 sind die Stadtwerke Celle mit ihrem Geschäftsführer Thomas Edathy übergangsweise für den Betrieb des einst sehr beliebten Naherholungsgebietes zuständig. Das Neue Rathaus hatte die seit 2019 bestehende Nutzungsvereinbarung mit Sabine Födisch-Rüstig und Thomas Schilling im April 2024 beendet und zeitgleich die Verpachtung oder Veräußerung des Geländes ausgeschrieben. Ausdrücklich war auf den hohen Sanierungs-, Modernisierungs- und Unterhaltungsbedarf hingewiesen worden. Im Ausschreibungstext hieß es, die Dauerwohnverhältnisse auf dem Campingplatz müssten geduldet werden.
Anlässlich der Ratssitzung heißt es aus der Verwaltung: „Unabhängig vom Fortgang der Verhandlungen mit den aktuellen Interessenten über einen möglichen Verkauf des Grundstücks stellt sich die Frage, ob der Badebetrieb … eine weitere Saison fortgeführt werden soll. Selbst im Falle positiver Verhandlungen ist ein Eigentumsübergang bis zum Beginn der Badesaison illusorisch.“
Für alle, die den See im Frühjahr und Sommer nutzen möchten, gibt es gute Nachrichten: Der Rat beschloss gegen die Stimmen der FDP und AfD mehrheitlich, dass in diesem Jahr gebadet werden kann. Die Stadtwerke verantworten eine weitere Saison und werden vom 17. Mai bis zum 15. September jeweils freitags bis sonntags zwischen 12 und 18 Uhr öffnen. Je nach Verfügbarkeit der DLRG werden während der niedersächsischen Sommerferien zusätzlich Kapazitäten zur Verfügung gestellt. Der Badebetrieb schließt ein, einen Bade-Wachdienst sowie die WC-Container vorzuhalten und das Kassenhäuschen zu besetzen.
Die Kosten sollen sich an denen des Vorjahres orientieren. Den Stadtwerken standen rund 51.000 Euro netto pauschal sowie für jedes Öffnungswochenende rund 1.600 Euro zur Verfügung. Hinzu kamen die Aufwendungen für den errichteten Bauzaun, der den Badebereich vom Campingplatz aus Verkehrssicherheitsgründen trennt. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern beliefen sich dagegen auf lediglich 4.215 Euro.
„Es wird sich nicht rechnen, das muss uns klar sein“, sagte Stephan Ohl von den Grünen. Die Ortsbürgermeisterin von Vorwerk, Iris Fiß, sieht einen Grund für den geringen Besucherstrom in zu geringer Werbung. Sie wünscht sich gemeinsam mit den Ortsratsmitgliedern, dass hier nachgesteuert und abends länger geöffnet werde. „Für uns ist der Silbersee ein unverzichtbarer Teil Vorwerks, ein Stück Heimat für viele“, sagte sie zum Auftakt der Debatte, an deren Ende der Geschäftsführer der Stadtwerke, Thomas Edathy, ans Mikrofon ging: „Wir sehen großes Potential, um die Attraktivität des Areals zu steigern“, sagte er und nannte als Beispiele die Grün- und Liegeflächen zu verschönern, den Sand auszutauschen, anstatt ihn nur zu säubern und Teile des „hässlichen Bauzauns“ zu entfernen.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Foto: Anke Schlicht
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