Donnerstag, 21. Mai 2026

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Fahrradverkehrskonzept für Eschede: Bachelorarbeit an der Leuphana Universität Lüneburg untersucht Radinfrastruktur

Vor dem Rathaus in Eschede trafen sich heute Vertreter verschiedener politischer Parteien – Stephanie Bölke (CDU), Jens Buchholz (BÜFE) und Marlies Petersen (Grüne) – gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde, Torsten Röder und Florian Bruns, sowie dem betreuenden Professor, Apl. Prof. Dr. Peter Pez, und dem Umweltwissenschaften-Studenten Moritz Zieler. Bei dem Treffen bekundeten die Anwesenden ihre einheitliche Unterstützung für den Antrag zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur in der Gemeinde.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Umweltwissenschaften-Student Moritz Zieler von der Leuphana Universität Lüneburg, der im Rahmen seiner Bachelorarbeit ein umfassendes Verkehrskonzept für Eschede entwickelt. Zwischen dem 22. und 24. Februar 2025 legte Zieler mit einem E-Bike das örtliche Streckennetz zurück, um potenzielle Fahrradrouten zu dokumentieren, markante Punkte zu erfassen und bestehende Mängel festzustellen. Laut Jens Buchholz hat Zieler innerhalb dieser kurzen Zeit bereits über 100 Kilometer zurückgelegt und Zieler hat auch schon mehr als 100 Mängel identifiziert, wobei insbesondere der Ortskern positiv hervorsticht.

Apl. Prof. Dr. Peter Pez von der Leuphana Universität erläuterte im Rahmen des Treffens das Konzept der „Radverkehrsförderung 3.0“, das als bundesweites Projekt mit einer Förderung von 1,8 Millionen Euro unterstützt wird. Gemeinsam mit Studierenden und weiteren Projektbeteiligten soll dabei nicht nur das bestehende Radwegenetz in Eschede, sondern auch angrenzende Regionen, unter anderem der Landkreis Celle, näher untersucht werden. Ziel sei es, neben den Hauptverkehrsrouten auch alternative Strecken, die teilweise längere Distanzen bei vergleichsweise geringerer Fahrzeit ermöglichen, hinsichtlich Beschaffenheit, Ausschilderung und Barrierefreiheit zu optimieren.

Die Bachelorarbeit, die von Professor Pez betreut wird, erfolgt in Kooperation mit dem Projektteam „Radverkehr in der Gemeinde Eschede“. Neben Moritz Zieler sind Marlies Petersen, Stephanie Bölke und Jens Buchholz in das Vorhaben eingebunden. Die Gemeindeverwaltung, vertreten durch Torsten Röder und Florian Bruns, unterstützt das Projekt aktiv. Bis Ende Mai 2025 soll ein Verkehrskonzept vorgelegt werden, das sowohl den Kernort als auch umliegende Ortschaften berücksichtigt. Dabei wird auch eine künftige Planungsoption in Richtung Celle erörtert.

Die technischen Analysen zur Verkehrslage in Eschede unterstreichen den Handlungsbedarf: Die Gemeinde mit rund 5.800 Einwohnern liegt am Rand des Naturparks Südheide. Die B 191, eine der Hauptverkehrsadern, verzeichnet eine durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke von rund 9.000 Fahrzeugen, wobei Spitzenwerte von etwa 1.000 Fahrzeugen pro Stunde auftreten. Auch der Anteil von Schwerlastverkehr und der innerörtliche Quell-/Zielverkehr werden als belastend eingestuft. Vor diesem Hintergrund erscheint eine getrennte Führung von Kraftfahrzeugen und Radverkehr als sinnvoll, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Ergänzend zu diesen Ergebnissen liegt ein gemeinsamer Antrag aller im Gemeinderat vertretenen Fraktionen vor. Dieser sieht unter anderem die Einführung von Piktogrammen auf der Fahrbahn vor, um den Radverkehr sichtbar zu machen und damit die Sicherheit auf den innerörtlichen Straßen zu verbessern.

Die Veranstaltung verdeutlicht die Bereitschaft der politischen Akteure in Eschede, konzertiert an der Verbesserung der Radinfrastruktur zu arbeiten. Mit dem gemeinsamen Engagement von Studierenden, Wissenschaftlern und Vertretern der Gemeinde wird ein umfassendes Konzept entwickelt, das zur Optimierung der Mobilität und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen soll.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de