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Die Wärme macht’s, aber auf dem Feld fehlt Regen – Niedersachsens Bauern machen weiter wie Ackerbauer Karl-Friedrich Meyer

NIEDERSACHSEN. Mit Hochdruck geht auf dem Meyerhof in Tündern bei Hameln die Frühjahrsaussaat voran. „Mit den Zuckerrüben sind wir soweit durch, jetzt sind die Kartoffeln dran, und der Raps hat einen ordentlichen Schuss gemacht“, berichtet Karl-Friedrich Meyer. Er bewirtschaftet im Weserbergland gemeinsam mit seinem Sohn, vier weiteren Partnern sowie zwei Mitarbeitern 1.150 Hektar (ha) im Ackerbau. Angebaut werden Kartoffeln, Zuckerrüben, Raps und Mais für die Biogasanlage sowie Getreide. Der Meyerhof wird seit 370 Jahren von der nunmehr elften Generation betrieben. „1968 wurde die Viehhaltung aufgegeben, heute gibt es nur noch eine Schafherde mit 40 Muttertieren zur Pflege des Grünlandes“, berichtet der Landwirt. Corona bringt neue Erfahrungen für seinen Hof mit sich. „Aber wir machen weiter“, verspricht Meyer gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Ackerbauer Karl-Friedrich Meyer

„Der Raps hat vor Ostern einen gewaltigen Wachstumsschub hingelegt“, freut sich der Vorsitzende im Ausschuss Pflanzenbau des Landvolkes. „Nur in kälteren Lagen ist das Wachstum begrenzt“, erklärt Meyer. Der Schädlingsdruck beim Raps ist gering, einmal musste der Landwirt bislang gegen den Rapsglanzkäfer angehen, deutlich weniger als im vergangenen Jahr. Im Getreide hält sich der Pilzbefall in Grenzen, obwohl der Februar recht nass, der März hingegen trocken war. Das Sommergetreide läuft gut auf, das Wintergetreide, das durch den späten Frost im Wachstum angehalten wurde, entwickelt sich gut. „Die Wärme macht’s!“, freut sich Meyer. Er vermisst aber Regen: Seit vier Wochen gab es keine nennenswerten Niederschläge, die jetzt überall auf dem Feld dringend gebraucht würden.

„Wir sind alle froh, dass wir unsere Arbeit machen dürfen und achten sorgfältig darauf, die Hygienevorschriften einzuhalten“, schildert Meyer die Auswirkungen von Corona. So soll ein Ausfall der Arbeitskräfte vermieden werden. Jeder fährt nur noch seinen Schlepper. Corona zeigt auch in der Vermarktung Folgen. Der Pommes-Markt ist aufgrund der fehlenden Nachfrage durch die Gastronomie eingebrochen, dafür sind Chips-Kartoffeln erstaunlich gut gefragt. Für die Chips-Herstellung werden Industriekartoffeln verwendet, die sehr viel größer als Speisekartoffeln und zudem relativ geschmacksneutral sind.

Landwirte wie Familie Meyer setzen alles daran, ihren Teil zur Versorgung beizutragen. „Kummer machen uns oftmals die politischen Rahmenbedingungen“, bedauert Meyer. Die Corona-Krise belegt, wie wichtig die hiesige Landwirtschaft ist, die sichere Lebensmittel erzeugt. Dazu gehören für den Ackerbauern auch Pflanzenschutzmittel, die mit guter fachlicher Praxis eingesetzt werden. Das Verbot der Neonikotinoide dagegen schmälert die Erträge im Rapsanbau und macht die Kultur aus landwirtschaftlicher Sicht unsicherer.

LPD
Foto: Landvolk Niedersachsen





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