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DRK testet per Drive-in im Auftrag des Gesundheitsamtes

CELLE. „Gar nicht schlimm, das ist kein Ding“, sagt ein 29-Jähriger, nachdem er von DRK-Mitarbeiterinnen auf Covid-19 getestet wurde. Der „Musterpatient“, wie ihn Melanie Dannenberg und Geeske Peters aufgrund seiner Coolness nennen, kann wie alle anderen im Auto sitzen bleiben. Der Nasen-Rachenabstrich geht schnell und unkompliziert.

DRK-Rettungsassistentin Melanie Dannenberg nimmt bei einer vom Gesundheitsamt übersandten Person einen Abstrich im Rachenraum und in der Nase.

Nicht alle nehmen es so gelassen wie der junge Mann, manche sind sehr nervös, teilen dieses auch ganz offen mit. Dann beruhigen die gelernte Rettungsassistentin Melanie Dannenberg und ihre ehrenamtliche Kollegin die zu Testenden. Als erfahrene Rotkreuzlerinnen sind sie den Umgang mit Menschen, die Hilfe benötigen, gewohnt. Rund 20 Personen durchlaufen das seit Oktober bestehende Drive-In-Testzentrum des DRK-Kreisverbandes Celle täglich. „Von 16 bis 18 Uhr haben wir von Montag bis Freitag geöffnet, und dann geht es meistens im Fünf-Minutentakt“, berichtet Melanie Dannenberg.

Anders als bei der ersten Welle betreibt das DRK das stationäre Zentrum nicht im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung, sondern agiert als verlängerter Arm des Celler Gesundheitsamtes. Dieses testet nur dann selbst, wenn ein Abstrich sehr kurzfristig erfolgen muss. Das Gros der Untersuchungen auf Covid-19 führt das DRK Celle für die Behörde durch. „Es handelt sich um Personen, die im Rahmen der Kontaktnachverfolgung identifiziert wurden“, erläutert Landkreissprecher Tore Harmening. „Das Gesundheitsamt rief mich an und sagte, ich solle mich hier testen lassen“, berichtet eine Lehrerin und freut sich, dass sie gar nicht aus ihrem Wagen aussteigen muss. „Die Beprobungen sind weniger individualmedizinisch begründet, sondern dienen der Kontrolle und Eindämmung von Ausbrüchen“, erklärt Harmening. Dem DRK werden die persönlichen Daten der zu Testenden sowie ausgefüllte Labor-Begleitscheine übermittelt.

Das Amt leistet eine gute Vorarbeit, dennoch müssen die Namen auf der Liste abgehakt und Telefonkontaktdaten erfragt werden. „Das Administrative kostet am meisten Zeit“, sagen die beiden Rotkreuzlerinnen, die größtmögliche Sorge im Umgang mit den Nutzern der Station walten lassen. Besonders bei den Kindern sind sie gefordert. „Die Stäbchen, die in Nase und Rachen eingeführt werden, können einen Würgereiz auslösen“, berichtet Geeske Peters, „wenn etwas ist, sollen sie sofort die Hand heben, das sagen wir vorher.“

Einmal täglich erfolgt der Austausch, d.h. ein Fahrdienst des Gesundheitsamtes bringt die Listen mit den Personendaten sowie die erforderlichen Materialien zum DRK und holt gleichzeitig die am Vortag entnommenen Proben ab, die auf direktem Weg ans Labor in Hannover überstellt werden. Das Ergebnis kann bis zu drei Tage dauern, häufig geht es aber schneller, und wird vom Amt per SMS übermittelt oder für diejenigen, die die Corona-App nutzen, auf diese Weise mitgeteilt.

Die abschließende Frage am Ende einer Schicht, ob sie denn selber keine Angst vor einer Infektion mit Corona hätten, beantworten die Rotkreuzlerinnen mit einem klaren „Nein, wir sind ausreichend geschützt.“

Anke Schlicht
Foto: Anke Schlicht






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