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Herkulesaufgabe gelöst – Freie Fahrt auf dem Äußeren Ring!

CELLE. „Es ist endlich vollbracht! Ab sofort fließt der Verkehr auf dem Äußeren Ring um unsere Innenstadt – und das am Nordwall sogar in zwei Richtungen!“ Bei diesen Worten hört man Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge förmlich aufatmen. Das Meisterstück dabei: Nach anderthalb Jahren Bauzeit wurde eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Stadt sogar rund sechs Monate früher fertig, als ursprünglich geplant. Und das ist ausnahmsweise einmal Corona zu verdanken. „Die Pandemie hat uns vor neue Herausforderungen gestellt, aber so konnten wir Sperrzeiten anpassen, Baufelder optimieren, kurz: wir und vor allem die am Bau beteiligten Firmen konnten effizienter arbeiten“, erläutert Stadtbaurat Ulrich Kinder. Die Baukosten für die nach dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz geförderte Maßnahme betragen rund 6,5 Millionen Euro.

Sechs Monate früher fertig, als geplant!

Am Freitag, 18. Dezember, wurde an der Aufmündung vom Neumarkt zum Nordwall feierlich das Band durchschnitten. Dann hieß es: freie Fahrt! Allen voran der OB, welcher als Erster auf der neuen Spur den Weg über den Nordwall gen Rathaus nahm. Gute Nachrichten auch für die Anlieger, denn der Baulärm ist endlich Geschichte. Darüber hinaus werden sie im Zuge des Ausbaus mit Schallschutzfenstern ausgerüstet, lärmarmer Asphalt tut ein Übriges.

Historie des „Äußeren Rings“

Apropos Geschichte, diese reicht beim Großprojekt „Äußerer Ring“ zurück ins Jahr 2004. Schnellere Erreichbarkeit, weniger Umwege, mehr Sicherheit, das waren die Ziele, als der Rat seinerzeit das neue Verkehrskonzept für die Celler Innenstadt und damit die City-Ringe beschlossen hat. Der erste Bauabschnitt, das heißt der Bereich um Allerbrücke und Torplatz, wurde im Jahr 2009 fertiggestellt, der zweite und damit der Kreisel Hafenstraße/Neumarkt im Jahr 2016 dem Verkehr übergeben. Doch als Dr. Jörg Nigge im Februar 2017 das Amt des Oberbürgermeisters übernahm, wunderte er sich, dass im weiteren Vorgehen offenbar Planungsstillstand herrschte. Kurzerhand erklärte er das Projekt und damit den dritten Bauabschnitt zur „Chefsache“.

Allen Unkenrufen zum Trotze ging es fortan zügig voran. Zuallererst mit der großen Kreuzung Nordwall/Wehlstraße/Fritzenwiese/Im Kreise, die bis 2019 umgestaltet wurde. Doch die wahre Herkulesaufgabe verbarg sich im letzten Teilbauabschnitt. Stadtbaurat Kinder: „Das stellte uns vor hochkomplexe planerische und bauliche Herausforderungen. Der alte Straßenquerschnitt des Nordwalls reichte nicht aus, um alle verkehrlichen und städtebaulichen Anforderungen zu erfüllen.“ Deshalb musste die angrenzende Bebauung im Norden zu großen Teilen weichen, während parallel dazu die Tiefbauarbeiten im Fahrbahnbereich ausgeführt wurden.

Neuer Wohnraum am Nordwall

„Die verbleibende Fläche zwischen Nordwall und dem nördlich gelegenen Stadtgraben wird nicht lange brachliegen“, verspricht der OB, „denn hier entsteht unter anderem neuer Wohnraum.“ Bereits im vergangenen Oktober hat der Rat beschlossen, die Städtische Wohnungsbaugesellschaft mit der Realisierung zu betrauen. Schon im kommenden Jahr soll Baubeginn sein – unter anderem für geförderten Wohnraum und Büronutzungen.

Doch zurück zum Straßenbau und ein paar interessanten Daten und Fakten:

  • Im Bebauungsplan Nr. 142 Stadtquartier Schuhstraße/Nordwall wurden die umzusetzenden Planinhalte festgelegt.
  • Zur Koordinierung der Maßnahmen fanden über 100 Baubesprechungen und Sitzungen der Projektsteuerungsgruppe statt.
  • Die gesamte unterirdische städtische Infrastruktur wurde auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Dazu galt es, rund 20 verschiedene Medien aufeinander abzustimmen.
  • Die Schmutz- und Regenwasserkanäle wurden durch die Stadtentwässerung Celle erneuert, und ein unterirdisches Regenklärbecken im Bereich des Knotenpunktes Nordwall/Theo-Wilkens-Straße gebaut.
  • Die Straßenbeleuchtung wurde ebenfalls vollständig erneuert.

Fahrradstraßen gehen ans Netz!

War man im Nordwall zwischen Neumarkt und Theo-Wilkens-Straße auf der Einbahnstraße unterwegs, so fließt der Verkehr dort ab sofort in zwei Richtungen. Beidseitig gibt es separate Gehwege auf denen es heißt „Radfahrer frei“, zusätzliche Schutzstreifen für Radler im Fahrbahnbereich sowie Parkstreifen zwischen den Gebäuden Nordwall 10 und Nordwall 20. „Jetzt können wir auch einen wichtigen Punkt auf der Liste unserer Fahrrad-Offensive abhaken“, freut sich der OB. „Mit Öffnung des Nordwalls für den Verkehr werden gleichzeitig die gesamte Fritzenwiese und die Theo-Wilkens-Straße zu Fahrradstraßen.“ Im Klartext: Zufahrt mit Pkw nur noch für Anlieger! Es gilt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Zweiräder dürfen nebeneinander fahren und Kraftfahrer müssen gegebenenfalls ihre Geschwindigkeit verringern.

Wichtig: Künftig kann aus dem Nordwall nicht mehr direkt in die Hehlentorstraße eingebogen werden. Grund ist, dass für den Knotenpunkt zukünftig eine Drei-Phasen-Regelung der Ampel erforderlich wird, die die Leistungsfähigkeit des Knotens nur gewährleisten kann, wenn die Fahrtrichtung gen Norden zur Allerbrücke zwei Fahrstreifen erhält.

Aus Richtung Nordwall führt ein Fahrstreifen zur Mühlenstraße. Für alle, die von der Allerbrücke zum Nordwall unterwegs sind, steht ein Linksabbiegestreifen zur Verfügung, über diesen geht es auch in die Hehlentorstraße. Südseitig der Allerbrücke weitet sich die Verkehrsfläche für einen weiteren Geradeausstreifen vor der Ampel auf. Nach circa 100 Metern endet dieser vor dem einspurigen Kreisel Hafenstraße/Mühlenstraße/Neumarkt.

Barrierefreie Querung am Kreisel

Da kommen nun die Zebrastreifen ins Spiel, deren Entfernung bekanntlich nur eine Übergangslösung war. Von daher stehen die Überwege über Neumarkt und Mühlenstraße für Fußgänger und Fahrradfahrer wieder zu Verfügung. „Glücklich bin ich darüber nicht“, betont der OB, „aber leider sind die Zebrastreifen an dieser Stelle vom Gesetzgeber verpflichtend vorgeschrieben.“

Alle Querungen wurden barrierefrei ausgebaut. Die Nebenanlagen an beiden Seiten sind mit separaten Rad- und Gehwegen ausgestattet, wobei Fahrradfahrer aus Richtung Nordwall in Richtung Mühlenstraße auf einem separaten Abbiegestreifen geführt werden.

CeBus wieder auf bekannten Wegen

Gute Nachrichten auch für die CeBus: Die Linie 14 fährt ab Montag, 21. Dezember, wieder auf dem angestammten Weg. Durch die neue Verkehrsführung im Nordwall entfällt künftig die Haltestelle „Fritzenwiese“. Dafür gibt es im Nordwall ab sofort auf beiden Seiten eine Haltestelle „Neumarkt“. Die Stationen „Altenceller Schneede“, „Peterskamp“ und „Galgenberg“ werden wieder bedient und in der Blumlage und im Herzog-Ernst-Ring können Fahrgäste wieder in beiden Fahrtrichtungen zusteigen.

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis für alle, die sich vielleicht wundern, dass hier und da noch ein wenig gewerkelt wird: Das sind Restarbeiten in den Nebenanlagen, die aber auch in Kürze beendet sein werden!

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