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Klärungsbedarf zur Zukunft der Congress Union: Kommunalpolitik noch unschlüssig

Der Sanierungsfall Congress Union wird die Kommunalpolitik noch eine Weile beschäftigen. Wie aus dem Rat verlautet, sei eine Entscheidung nicht vor Juni zu erwarten. Mehrheitlich heißt es, dass eine Aussage derzeit nicht möglich sei, bevor in den Gremien die weitere Verfahrensweise ausdiskutiert wurde, schließlich gehe es ja um zu erwartende Sanierungskosten in Höhe von 30 Millionen Euro, die den Bestand des Veranstaltungszentrums in Frage stellen könnten. Jörg Rodenwaldt (Zukunft Celle)  und Behiye Uca (Die Linke) beziehen eindeutig Position – wenn auch konträr. Fazit: Hopp oder top.

Hier die Stellungnahmen aus dem Celler Rat:

Patrick Brammer (SPD):

„Meine Fraktion ist in dieser Sache noch mitten im Meinungsbildungsprozess, insofern kann ich Ihnen heute leider noch keine Stellungnahme liefern. Vorgesehen ist, dass wir Anfang Juni hierzu eine Position haben und veröffentlichen werden.“

Alexander Wille (CDU):

„Die Ratspolitik steht bei der Frage der Entwicklung der Congress Union noch ganz am Anfang der Beratungen. Einige Informationen fehlen noch im Detail, damit wir belastbare Vorschläge erarbeiten können, wie es mit der Sanierung der Congress Union oder mit alternativen Angeboten in unserer Stadt vorangehen soll.“ 

Anatoli Trenkenschu (AfD):

„Aktuell ist die Faktenlage zu den Sanierungskosten der Congress -Union sehr unüberschaubar. Um eine Entscheidung treffen zu können, braucht meine Fraktion konkrete, fundierte Informationen. Sobald wir diese bekommen, wird die AfD-Fraktion eine Entscheidung treffen.“

Stephan Ohl (Grüne):

„Die Frage nach der Zukunft der Städtischen Union als Veranstaltungsort lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht seriös beantworten. Wir befinden uns erst am Anfang eines Prozesses und jede, auch gut gemeinte ‚Wasserstandsmeldung‘ könnte Erwartungen wecken, die eventuell nicht erfüllt werden können. Daher warten wir eine weitere Informationsveranstaltung im Juni ab und hoffen dann der Öffentlichkeit mehr sagen zu können.“ 

Torsten Schoeps WG/diePartei):

„Das Thema Union ist einfach zu wichtig für politische Schnellschüsse.  Daher müssen für eine konkrete Aussage  zunächst alle Daten und Fakten vorliegen – um eine gute gemeinsame Lösung für die Bürger*innen unserer Stadt zu finden.“

Udo Hörstmann (Unabhängige):

„Das Thema Union steht ja schon seit einiger Zeit auf der Tagesordnung. Wegen der Wichtigkeit und der evtl. zukünftigen Ausstrahlung dieses Gebäudes, soll eine fundierte Erhebung aller evtl. notwendigen Aufwendungen bzw. gewünschten Zielsetzungen durchgeführt werden. Anfang Juni erfolgt durch die Verwaltung ein Informationsveranstaltung. Vorher kann eine Einschätzung durch uns UNABHÄNGIGE nicht erfolgen.“

Joachim Falkenhagen (FDP):

Auch meine Fraktion ist in dieser Sache noch mitten im Meinungsbildungsprozess, insofern kann ich Ihnen heute leider noch keine Stellungnahme liefern. Wir werden das Thema gründlich beraten. Jegliche Schnellschüsse wären bei einem derart zentralen Thema nicht seriös.“

Behiye Uca (Die Linke):

„Seit über zehn Jahren habe ich – zwischen 2011 und 2021 – gemeinsam mit Oliver Müller – auf das „Millionengrab“ CongressUnion aufmerksam gemacht und Veränderungen eingefordert. Jetzt zeigt sich, wie richtig unsere Position war. Die betriebswirtschaftliche Situation des Kongresszentrums ist von Beginn an desaströs. Das Parkhaus eingeschlossen wurde faktisch Jahr für Jahr ein Millionendefizit eingefahren. Lange wurde dies beschönigt mit der Rede von einer Umwegrentabilität, also Besucherinnen und Besucher von Kongressen würden ja Geld in Celle lassen (Übernachtung, Shopping). Tragfähig war dies nie; jetzt ist diese Argumentation vollends weggebrochen. Wir haben lange gesagt, dass ein Ausweg nur in einer Optimierung der Betriebsstruktur oder in der Privatisierung. Der erste Weg ist vom Tisch. Ob einen Privatisierung möglich ist, muss jetzt geprüft werden. In keinem Fall darf die Stadt erneut 30 Milliarden Euro in einen Betrieb stecken, der in der aktuellen Konstruktion ein Millionengrab bleiben wird. Gelegentlich wird der Nutzen hervorgehoben, den die CongressUnion für die Celler Bürgerinnen und Bürger hat. Abgesehen vom Gastro-Bereich Thaers, der aber auch nur subventioniert funktioniert (ich erinnere an die 570.00 Euro für eine neue Küche), gibt es diesen Nutzen für die allerallermeisten Celler Bürgerinnen und Bürger nicht. Meine Meinung: Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“

Jörg Rodenwaldt (Zukunft Celle):

„Ich halte jedoch eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtung für eine kommunale Leistung für unangebracht. Denn mit dieser Logik rechnet sich keine große Turnhalle mit Zuschauertribüne, kein Schwimmbad, kein Museum und kein Theater. Millionen Euro wurden und werden in den Umbau und die Sanierung des Schlosstheaters, ins Hallenbad und in die CD-Kaserne gesteckt. Es müsste meines Erachtens ein volkswirtschaftlicher, gemeinwohlorientierter Ansatz gewählt werden. 

Es stimmt, die Congress Union hat im letzten Jahr (ohne Gegenrechnung der Dividenden) einen Verlust von 1,7 Mio. Euro gemacht. Und welche öffentliche Institution ist einzelwirtschaftlich kostendeckend – besonders nach den drei Jahren Corona-Pandemie? Wir sollten uns fragen, in welcher Stadt möchten wir leben? In einer ohne Museen, Theater, Schwimmbad und größeren Einrichtungen für sportliche, kulturelle und gesellschaftliche Aktivitäten – bloß weil sie sich nicht rechnen? Wollen wir wirklich Theater, Museen, Städtische Union und Schwimmbäder gegeneinander ausspielen und bestimmte Benutzergruppen bevorzugen?

Tatsache ist nämlich, dass bestimmte gesellschaftliche Events wie Abi-Bälle und Fischessen der Schützen in Celle ohne die Räumlichkeiten in der Congress Union nicht mehr wie bisher stattfinden könnten. Die Hallen in der CD-Kaserne und anderen Orten sind dafür und für größere kulturelle Veranstaltungen zu klein. Auch sind die anderen Effekte bisher auf Tourismus und Übernachtungszahlen nur unzureichend betrachtet worden. Soll nach Karstadt nun die Congress Union geschlossen werden? Wie sieht es mit der Auslastung der Hotels und dem gesellschaftlichen Leben in der Stadt aus?

Vielleicht ist es notwendig, eine umfangreich Analyse vorzunehmen und nach intelligenten Lösungen zu suchen, um die Verluste, wie z.B. durch Synergieeffekte zwischen Theater und Union, verbesserte Parkraumbewirtschaftung und möglicherweise bessere Auslastung der Gebäude, zu reduzieren.“

Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler-Presse.de

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