LINKE: „Renten endlich armutsfest machen! Lebensleistung von Menschen anerkennen!“

NIEDERSACHSEN. Anlässlich des jüngst veröffentlichten „DGB Rentenreport Niedersachsen 2020“ erklärt Heidi Reichinnek, Vorsitzende der niedersächsischen LINKEN: „Der Deutsche Gewerkschaftsbund schlägt Alarm, seinem neusten Bericht nach, ist mehr als jeder siebte niedersächsische Renterin bereits jetzt von Altersarmut betroffen, Tendenz steigend. Das ist ein handfester Skandal! Wenn in einem reichen Land wie Deutschland die Rente nicht zum Leben reicht, dann liegt das an mangelndem politischen Willen und fehlendem Respekt vor der Lebensleistung von Menschen, da helfen auch die wohlfeilen Verweise auf die private Vorsorge nicht, die sich die besonders stark von Altersarmut betroffenen Menschen im Niedriglohnsektor sowieso nicht leisten können.“

Reichinnek weiter: „Wir als LINKE meinen, dass die Fürsorgepflicht für Rentner*innen beim Staat liegt. Das System der zusätzlichen privaten Vorsorge ist gescheitert und hat vor allem privaten Versicherern die Taschen vollgemacht. Hier muss endlich zugunsten einer armutsfesten gesetzlichen Rente umgedacht werden, finanziert durch die Beiträge ALLER Beschäftigten, die in einen gemeinsamen Topf einzahlen, egal ob Stahlarbeiter, Rechtsanwältin oder Politiker. Österreich macht schon jetzt vor, wie ein solches System funktionieren kann. Dort gehen die Menschen nicht nur früher in Rente, das Rentenniveau ist auch deutlich höher und die Quote der von Altersarmut Betroffenen geringer. Nach Angaben der österreichischen Bundesanstalt für Statistik betrug die durchschnittliche Bruttorente der Männer, die im Jahr 2016 in Altersente gingen, 2.001 Euro. In Deutschland lag der entsprechende Vergleichswert bei 1.253 Euro. Neurentner in Österreich erhalten also um 60 Prozent höhere Bezüge aus der gesetzlichen Rentenkasse.“

LINKEN-Co-Vorsitzender Lars Leopold ergänzt: „Atypische Beschäftigung, Niedriglöhne und prekäre Arbeitsverhältnisse im Erwerbsleben, wie sie insbesondere mit der Agenda 2010 vermehrt Einzug gehalten haben, sind große Risikofaktoren für Altersarmut. Die Statistik zeigt erneut, dass insbesondere Frauen von Armut im Alter bedroht sind. Wer es mit der Geschlechtergerechtigkeit auch bei den Rentenbezügen ernst meint, muss dafür sorgen, dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht mehr nur eine Phrase ist, sondern endlich Realität wird. Hier muss die kostenlose Ganztagsbetreuung in der KiTa flächendeckend ausgebaut und die Arbeitswelt familienfreundlich umgestaltet werden, denn es sind noch immer Frauen, die einen Großteil der Erziehungsarbeit leisten.“
Leopold weiter: „Wir fordern die niedersächsische Landesregierung auf, sich im Bundesrat für die Erhöhung des Mindestlohnes auf zwölf Euro und die Anhebung des Rentenniveaus stark zu machen. DIE LINKE Niedersachsen empfindet es als Schande, dass Menschen die ihr ganzes Leben lang gearbeitet und ihren Teil beigetragen haben, im Alter nicht frei von Armut leben können und sich wohlmöglich noch wie Bittsteller vorkommen, weil sie trotz langer Erwerbstätigkeit aufstocken müssen.“

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