AKH Celle wird zu „Klein Hollywood“: Live-Endoskopien per Satellit in die MHH nach Hannover übertragen

CELLE. Mehrere Kameras, ein riesiges Ton- und Bild-Mischpult sowie etliche Hundert Meter Kabel: Die Klinik für Gastroenterologie des Allgemeinen Krankenhauses Celle (AKH) hat sich am Freitag wieder einmal in „Klein Hollywood“ verwandelt. Zum bereits fünften Mal wurden Endoskopie-Untersuchungen live aus dem AKH Celle in den Hörsaal der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) übertragen. Dort verfolgte ein rund 200-köpfiges Fachpublikum bestehend aus Ärzten, Medizinstudenten und weiteren Experten die Eingriffe. Die Lehrveranstaltung fand im Rahmen des Jahreskongresses der „Norddeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie“ statt.

Insgesamt sechs Endoskopien wurden von namhaften Experten im AKH Celle durchgeführt. „Unter einer Endoskopie versteht man die Diagnostik oder auch Behandlung der inneren Organe durch die natürlichen Körperöffnungen wie Mund oder After“, erklärt Prof. Dr. med. Stephan Hollerbach, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie des Allgemeinen Krankenhauses Celle. Die Klinik ist Zentrum zur Diagnostik und Behandlung aller Erkrankungen der Verdauungs- und Stoffwechselorgane (einschließlich Leber und Bauchspeicheldrüse), der Ernährungs- und Stoffwechselmedizin inklusive Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ I und II) sowie aller fachspezifischen Krebserkrankungen, die im von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Darmkrebszentrum behandelt werden.

„Die Veranstaltung ist quasi eine Win-Win-Win-Situation – für die Ärzte und Studenten, für das Klinikum und auch für den Patienten“, sagt Prof. Hollerbach. Denn der Patient profitiere davon, dass zahlreiche Fachleute auf sein spezifisches Problem schauen – und nicht nur einer, wie bei einer normalen Endoskopie. „Das AKH Celle ist dabei eines von nur vier Krankenhäusern in der Region, das solche Live-Endoskopien durchführen kann – das ist schon ein Privileg, da dabei sein zu dürfen. Es ist eine Auszeichnung für die exzellente Arbeit, die hier geleistet wird “, so der Chefarzt.

Und nicht zuletzt profitiert natürlich das Fachpublikum in Hannover von den in die MHH übertragenen Eingriffen, da man echten Experten mal ganz direkt über die Schulter schauen kann. „Wir hoffen natürlich auch, so Medizinstudenten für unsere Fachrichtung zu begeistern“, zählt Prof. Hollerbach einen weiteren positiven Effekt der Veranstaltung auf.

Erstmals wurde am Freitag auch auf eine Künstliche Intelligenz (KI) zurückgegriffen – ein spezielles KI-System zur Krebs-Früherkennung kam zum Einsatz. Werden solche „Roboter“ den menschlichen Arzt bald verdrängen? „Da mache ich mir keine Sorgen. KI-Systeme sind eine wirkungsvolle Ergänzung, aber die großen Vorteile eines Arztes aus Fleisch und Blut sind seine Kreativität und sein Einfühlungsvermögen – und das sind oftmals die entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche Behandlung oder bei einer spezifischen Diagnose“, sagt der Professor.

Übrigens: Bereits zum fünften Mal fand die Live-Endoskopie-Veranstaltung im AKH statt. Ist man da trotzdem noch etwas aufgeregt vor dem Eingriff? „Ein wenig vielleicht. Aber wenn man dann vor dem Patienten steht, greift sofort die ärztliche Routine“, so Prof. Hollerbach

Damit alles reibungslos funktioniert, haben vier Technikexperten einer renommierten Eventagentur  schon am Donnerstag mit den Vorbereitungen begonnen und etwa mehrere Hundert Meter Kabel verlegt oder etliche Kameras ausgerichtet. „Ein großer Dank auch an das ganze Team der Gastroenterologie – es ist toll zu sehen, wie alle an einem Strang ziehen“, sagt der Chefarzt. Und, wer weiß: Vielleicht verwandeln sich die die Gänge der Gastroenterologie ja in ein paar Jahren wieder zu „Klein Hollywood“, wenn die sechste Live-Endoskopie-Veranstaltung aus dem AKH Celle ansteht.

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