„Solidarität und Protest – Gemeinsam gegen Faschismus“

CELLE. Unter diesem Motto versammelten sich am Donnerstag den 20.2. um 18 Uhr spontan um die 90 Menschen auf der Stechbahn in Celle, um ein Zeichen gegen den faschistischen Anschlag in Hanau zu setzen. Die TeilnehmerInnen betonten, dass dieser Anschlag kein Einzelfall sei, sondern mit anderen Anschlägen, unzähligen Angriffen und der immer stärker werdenden Präsenz von Rassismus und rechtem Gedankengut in Verbindung stehe. Die Solidarität mit den Betroffenen und die Trauer wurde durch eine Schweigeminute ausgedrückt.

In Redebeiträgen wurde darauf hingewiesen, dass Faschismus überall ein großes Problem darstelle. Ein Redner äußerte trocken „Und wieder ist es passiert und wieder nur Betroffenheit…“ und nahm damit Bezug auf die
traurige Tradition, die Rassismus & Faschismus auch in der Region Celle haben. So existiert seit vielen Jahren der Nazihof in Eschede, der im vergangenen Jahr von der NPD gekauft wurde. Auch sind MigrantInnen in
Celle aber auch anderswo immer wieder rassistischen Anfeindungen ausgeliefert und es kommt immer häufiger zu Brandanschlägen und Morden. „Traurigerweise gibt es hier in Celle auch immer wieder offenen Bezug zu faschistischer Ideologie. Vor 2 ½ Wochen hing am Thaersplatz ein Banner von Gerüstbau Niewerth, worauf unverhohlen der Schriftzug „Blood & Honor“ zu lesen war. Dieser bezieht sich klar auf die verbotene und faschistische Gruppierung „Blood & Honour“, in deren Idee und Methoden Anschläge wie der in Hanau passen“, äußerte eine Teilnehmerin wütend.

„Es muss klar sein, dass rassistisches und menschenverachtendes Gedankengut immer mehr zum Erklärungsmuster für Armut, Zerstörung und Probleme jeglicher Art werden. Deshalb kann sich eine Partei wie die AFD etablieren, aber auch Mehrheitsparteien machen Rassismus und Ausgrenzung salonfähig. Das sehen wir an der Außenpolitik und rassistischer Medien-Mache, die gesellschaftliche Zustände verzerrt und oftmals die wahren Hintergründe verschleiert. Es wird zu wenig darüber geredet, was die wirklichen Probleme sind. So sind zum Beispiel Profitgier und Egoismus Ursachen, die zu Armut oder Flucht führen. Daran muss sich etwas ändern“, äußerte eine Aktivistin.

Unter den Teilnehmenden waren auch einige KurdInnen, denn unter den Opfern des Anschlags sind auch einige Mitglieder aus dem kurdischen Verein in Hanau: „Wir als KurdInnen sind überall mit Faschismus und Tod
konfrontiert. In unserer Heimat wird ein Krieg gegen uns geführt und hier in Europa müssen wir mit Behörden um unsere Rechte kämpfen, werden kriminalisiert und sind gleichzeitig Opfer von rassistischen Übergriffen
und Morden, wie gestern in Hanau.“

Für die KundgebungsteilnehmerInnen war klar: Hanau ist kein Einzelfall. Es sei notwendig, dass sich die Menschen dieser Realität bewusst werden, sich Hetze entgegenstellen und Rassismus & Faschismus keinen Raum
bieten.

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